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AlbeckKenianer erobern die Hochrindl im Laufschritt

Seit zwei Jahren trainieren kenianische Läufer regelmäßig auf der Hochrindl und führen auch für heimische Läufer ein Lauftraining durch.

Das Laufteam aus Kenia © Kobsa
 

In aller Früh beginnt für die Kenianer auf der Hochrindl der „Arbeitstag“. Um 6.30 Uhr wird pünktlich der Morgenlauf gestartet. Gegen 11 Uhr folgt die zweite Einheit, in der Zwischenzeit und danach haben die Athleten Zeit, in Eigenregie zu trainieren. Das ist das Programm der „run2gether“-Laufwoche, die derzeit auf der Hochrindl läuft.
„Wir machen dann Stretching und Yoga-Übungen“, sagt Geoffrey Gikuni Ndungu.

Der Verein bietet kenianischen Athleten sowie Gästen hier in Österreich eine gemeinsame Laufwoche an: „Die Idee dahinter ist, dass europäische und kenianische Läufer sich austauschen, die Kultur kennenlernen und sich Tipps geben. Die Kenianer wissen, wie das Laufen geht. Uns ist es wichtig, dass sie dies auch an Hobbyläufer weitergeben können“, erzählt Kerstin Petz, Physiotherapeutin bei „run2gether“.

Der Laufspaß steht im Vordergrund Foto © (c) Wolfgang Kobsa

Die Athleten aus Kenia verbringen immer drei Monate hier in Österreich. Seit 2016 sind sie auf der Hochrindl. Ndungu: „Wir haben hier ein sehr schönes Hotel und sind dankbar, dass wir hier wohnen dürfen.“ Die Lage und die Temperaturen ermöglichen ein optimales Laufwetter: „Die Hitze spürt man hier am Berg nicht so wie im Tal. Man kann normal und ohne Einschränkungen trainieren.“  Ndungu (34) hat mit 22 Jahren mit dem Laufen begonnen: „Ich habe schon öfter in der Schule an Wettbewerben teilgenommen. Damals bin ich ohne Schuhe gelaufen. Dann nach der Schule bin ich einen Marathon gelaufen und Fünfter geworden. Ein Top-Athlet ist danach zu mir gekommen und wollte einiges über mich wissen, er hat auch gesagt, dass wenn ich gute Schuhe und ein gutes Training habe, ich ein guter Läufer werden kann.“

Nach Österreich kommt er immer gerne, denn hier sei der beste Platz zum Trainieren: „Österreich ist ein zweites Zuhause für mich. Es ist ein idealer Platz für jemanden, der für einen Wettbewerb trainieren möchte.“

Auch an das europäische Essen hat sich der Kenianer schon gewöhnt, im Restaurant bestellt er jedes Mal Spaghetti Bolognese. Das Beste an Österreich sind für Ndungu jedoch die Menschen: „Die Menschen hier sind sehr freundlich. Ich habe auch schon viele Freunde gefunden."

Die Kenianer wissen, wie das Laufen geht. Uns ist es wichtig, dass sie dies auch an Hobbyläufer weitergeben können.

Kerstin Petz

Seine Deutschkenntnisse möchte der Spitzensportler noch ein wenig verbessern: „Ich kann grüßen, die Menschen fragen, wie es ihnen geht und einige Dinge kenne ich schon beim Namen“, erzählt der Athlet, der nun volles Augenmerk auf die „World Mountain Championship“ im September in Andorra legt. Für diesen Bewerb hat sich Ndungu auch ein klares Ziel gesetzt: „Ich möchte dort gewinnen.“

Hilfe und Arbeitsplätze

Über das Projekt run2gether sagt Ndungu: „Ich bin sehr froh, dass ich das Projekt kennenlernen durfte. Es unterstützt jeden in Kenia, der gerne laufen möchte, es sich aber nicht leisten kann.“ In einem von „run2gether“ gebauten Camp in Kenia für 50 Leute haben die Läufer die Möglichkeit, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Die besten werden dann eingeladen, mit nach Österreich zu kommen.

Damit hat man auch vor Ort viele Arbeitsplätze geschaffen. Der Verein geht demnächst auch ein neues Wasserprojekt in Kenia an: „Aufgrund der immer wieder auftretenden Dürreperioden in Kiambogo gerät die Bevölkerung dort in Gefahr. Wir möchten in den nächsten Jahren deshalb zusätzliche Lösungen für die Versorgung mit Trinkwasser erstellen“, sagt Kerstin Petz.

Das Lauftraining

Was. Die Laufwochen finden seit vielen Jahren statt. Ziel ist der Austausch zwischen heimischen und kenianischen Läufern.
Wo. Laufwochen fanden zuerst in der Steiermark und dann auf der Turrach statt, jetzt auf der Hochrindl.
Athleten. Einer der Teilnehmer ist Geoffrey Gikuni Ndungu (Bild). Der 34-Jährige hat unter anderem sechs Mal den Großglockner-Lauf und zwei Mal den Dublin-Marathon gewonnen.

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