WeitensfeldDrei Burschen laufen für einen Kuss

Weitensfeld gehört wieder den Kranzelreitern. Auch die Dirndlkönigin und der Lederhosenkaiser werden gewählt.

Von links: Adrian Schindler, Stefan Bader und Armin Hochsteiner laufen für die steinerne Jungfrau aus Weitensfeld um die Wette © KK/Gemeinde
 

Sie ist die begehrteste „Jungfrau“ in Weitensfeld. Alljährlich zu Pfingsten wartet sie geduldig und festlich geschmückt, im weißen Kleid mit roter Schärpe, auf ihren Kuss. Diesen erhält sie vom Sieger des rund 300 Meter langen Wettlaufes. Wichtig ist ihr nur, dass der Bursche auch aus der Gemeinde stammt. Heuer sind es Schüler Adrian Schindler (18) aus Weitensfeld, Elektrotechniker Stefan Bader (19) aus Zammelsberg und Landwirt Armin Hochsteiner (20) aus Zauchwinkel. Sie werden von drei regionalen Firmen gesponsert.

„Der Kuss wäre die größte Ehre“, sagt Hochsteiner. Den will auch Bader: „Solch einen Kuss vergisst man nie. Einmal im Leben muss man das gemacht haben.“ Aber auch für Schindler wäre es eine große Ehre, handelt es sich um die steinerne Jungfrau, dem Wahrzeichen des Kranzelreiter-Marktes, der am Wochenende wieder über die Bühne geht. Heuer auch mit der Wahl zur Dirndlkönigin und dem Lederhosenkaiser. „Wir haben 40 Bewerbungen erhalten. Ins Rennen gehen am Samstag jeweils zehn Burschen und Mädels“, sagt Maximilian Strohmaier von der Alpe Adria Manufaktur Strohmaier, der zum 450. Jahr-Jubiläum des Kranzelreitens im Vorjahr ein dazu passendes Dirndl entwarf. Auch für die Männer gibt es ein Gilet. „Durch die Mittelkärntner ,Marktplatz’-Genussbotschafterin und Starköchin Lisa Wieland hat es das Dirndl sogar bis nach London geschafft“, freut sich Strohmaier.

Durch die Mittelkärntner „Marktplatz“-Genussbotschafterin Lisa Wieland hat es das Kranzelreiter-Dirndl bis nach London geschafft Foto © Privat

Gemeinsamer Ausritt

In zwei Teilen spielt sich das Brauchtumsfest in Weitensfeld ab, veranstaltet von der Wirtschaft. Eingeleitet wird es am Pfingstsonntag um 12 Uhr mit der Zusammenkunft der Kranzelreiter. „Heuer reiten wir in den Nachbarort Altenmarkt, um die Bewohner aus der Umgebung zur Veranstaltung einzuladen. Im Anschluss steht dann das G’stanzlsingen mit einer neuen und kürzeren Abfolge der Stationen durch den Markt auf dem Programm“, verrät Strohmaier, zugleich neuer Obmann des Wirtschaftsvereines. Er reitet selbst schon zum 13. Mal mit.

Kranzelreiter sammeln sich wieder in Weitensfeld Foto © KK/Steindorfer

Lauf um den Kuss der Jungfrau

Der Pfingstmontag, an dem auch der Krämermarkt stattfindet, startet um 8 Uhr mit dem Weckruf der Trachtenkapelle Zweinitz. Um 14 Uhr treffen sich dann die Reiter an gewohnter Sammelstelle. Nach drei Salutschüssen beginnt das Kranzelreiten und der Wettlauf um den Kuss der Jungfrau, für den die drei Burschen aus der Gemeinde schon fleißig trainieren. Den „Gurktaler Walzer“, der eigens dafür komponiert wurde, tanzen sie dann vor dem Gedenkbrunnen mit einem von ihnen ausgewählten Mädchen aus der Gemeinde. Danach wird weitergetanzt – und zwar zur Musik von den „Fegerländern“. Um 17 Uhr gibt es eine große Verlosung – keine Anwesenheitspflicht – mit Preisen im Gesamtwert von 13.450 Euro. Lose um fünf Euro gibt es bei den Wirtschaftsbetrieben.

Phino
Der Kuss der steinernen Jungfrau © Phino

Das Kranzelreiten

Wann? Pfingstwochenende.
Samstag? Strohmaier-Kirchtag ab 16.30 Uhr mit Wahl zur Dirndlkönigin und Lederhosenkaiser. Musik: „Die Himmelberger“ und „Melanie Payer“. Eintritt frei!
Sonntag? 11 Uhr Frühschoppen mit dem „Trio MOS“. 12 Uhr Aufstellung der Marktfreyung, Ausritt der Kranzelreiter.
Montag? 8 Uhr Weckruf der Trachtenkapelle Zweinitz. Bauernkapelle Isopp spielt ab 10 Uhr. 14 Uhr Kranzelreiten, Wettlauf um den Kuss der Jungfrau.

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