FeldkirchenSchwerer Winter für das Rotwild

Der Bezirk St. Veit leidet aufgrund erhöhter Rotwildpopulation. In Feldkirchen hält man dies aber für eine subjektive Wahrnehmung.

Das es so ausschaue als gäbe es mehr Rotwild, sei laut Pertl nur eine subjektive Wahrnehmung
Das es so ausschaue als gäbe es mehr Rotwild, sei laut Pertl nur eine subjektive Wahrnehmung © Helmuth Weichselbraun
 

Die Jägerschaft von St. Veit steht vor einem Rätsel. „Wir haben so viele Jäger wie noch nie und haben letztes Jahr fast so viel Rotwild erlegt wie noch nie und trotzdem scheint es auch so viel Rotwild wie noch nie zu geben. Es ist unerklärlich“, sagt Hans Drescher, Bezirksjägermeister von St. Veit.

In den vergangenen Tagen wurde vermehrt Rotwild in tieferen Lagen gesichtet. Ebenso konnte man bei den Fütterungsanlagen, die aber zumeist höher liegen, zahlreiche Tiere sehen. Das spricht für eine sehr hohe Population. „Die Schadsituation wird größer und wenn jetzt der Frühling kommt, wird es auch nicht besser. Wird es grün, kommen die Tiere noch weiter herunter. Die Situation kann auch schnell brenzlig werden“, befürchtet Drescher. Unternehmen kann man derzeit nichts, denn im Moment herrscht Schonzeit und das Rotwild darf erst ab 1. Mai wieder gejagt werden.

Wie es so weit kommen konnte, sei schwer zu sagen. Drescher: „Ich kann nur vermuten, dass wir die Bestände einfach unterschätzt haben. Die vergangenen Winter waren mild und es gab wenig Frost. Vermutlich ist es darauf zurückzuführen.“

Wenn das Rotwild bei den Stationen zu wenig Futter bekommt, kommt es in niedere Lagen.

Erwald Pertl, Bezirksjägermeister

Widersprüchliche Theorien kommen hier von Feldkirchens Bezirksjägermeister Erwald Pertl. „Es ist ein harter Winter für das Wild mit viel Schnee in hohen Lagen. Es wird zwar zum Teil von gut bestückten, intakten Fütterungsanlagen versorgt, aber wenn das nicht funktioniert und die Tiere nicht ausreichend Futter finden, kommen sie in tiefere Lagen.“ Darum schaue es laut Pertl so aus, als gäbe es mehr Rotwild, dies sei jedoch nur eine subjektive Wahrnehmung. „Es konzentriert sich mehr. Wir haben im letzten Jahr bereits 60 Prozent des zweijährigen Abschussplans erfüllt“, so Pertl. Der Bezirksjägermeister betont, dass dort, wo die Fütterung funktioniert, Lenkung für das Wild gegeben sei. „Wir haben die Fütterungsstellen bereits vor einiger Zeit in höhere Lagen verlegt, wo der Wald weniger schadensanfällig ist.“

Sorgen bereiten Pertl jedoch die Fischotter. „Der Otter ist ein Problem in ganz Kärnten, auch die Fischer im Bezirk laufen Sturm, sie haben riesige Schäden.“ Sie haben, wie auch die Biber, keine natürlichen Feinde und sind zudem europaweit geschützt. Pertl: „Die Kärntner Urforelle wurde in den letzten Jahren mit viel Aufwand lebensfähig gemacht. Das ist dem Otter aber egal. Vielleicht ist sie bald wieder verschwunden.“

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