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Lustige LegendenReise zu Kärntens kuriosesten Orakeln

Werfen Sie Steine ins Heiratsloch, setzen sich auf Fruchtbarkeitsstatuen oder wischen den Nigglai ab! Auch wenn Sie nicht an Legenden glauben, Spaß macht’s allemal.

Wasser aus der Gnadenquelle soll eine beruhigende Wirkung haben
Wasser aus der Gnadenquelle soll eine beruhigende Wirkung haben © Karin Hautzenberger
 

Man sagt, dass Frauen nach dem Genuss bis zu drei Tage dem Manne nicht widersprechen“. Dieses kuriose „Rezept“ findet man bei der Gnadenquelle, die sich in Eberstein am Weg nach St. Oswald befindet. In Kärnten gibt es eine Vielzahl an ungewöhnlichen Orakeln, die die Menschen früher nutzten, um Gesundheit, gutes Wetter oder Glück in der Liebe zu erbitten.

Wir haben hier eine Tour der besonderen Art zusammengestellt, bei der man Steine werfen, Figuren abwischen oder den Kopf in ein Loch stecken muss. „In der Kirche in Gräbern zum Beispiel gibt es ein Loch, durch das sich die Menschen Gesundheit erhofften“, erzählt Wilhelm Kuehs, Autor und Sagen-Experte aus Kärnten. Vielfach entstanden solche Legenden, weil die Menschen sich dadurch Phänomene erklärten, deren eigentlichen Grund sie nicht kannten, wie beim Preblauer Mineralwasser im Lavanttal. Was von den einst mystischen Orten bleibt, sind wunderschöne Natur oder sehenswerte Sakralbauten, um die sich ganz besondere Geschichten ranken. Und wer will, kann ja auch heute noch mitmachen und schauen, was passiert.

Wunscherfüllerin

Das Grab der Hemma von Gurk ist Ziel vieler Wallfahrer. Wer sich auf den Hemmastein setzt, so der Volksglaube, dessen Wunsch geht in Erfüllung. Besonders Gläubige kriechen sogar unter dem Sarg der Landesmutter im Gurker Dom durch.

Fruchtbarkeitssitz

Vor der Kirche in Wieting im Görtschitztal steht eine Frauenstatue ohne Kopf. Lange glaubte man, es handle sich um eine Darstellung der keltischen Göttin Isis-Noreia. Die Menschen setzten sich auf deren Schoß, um um Fruchtbarkeit zu bitten. Mittlerweile fand man aber heraus, dass es sich um eine alte Grabstatue handelt, deren Kopf verloren gegangen ist.

Verstorbener als Heiler

Der Legende nach ist in der Kirche in Gräbern im Lavanttal Wilhelm von der Sann, der Ehemann der Hemma von Gurk, begraben, da er dort als Pilger den Tod gefunden habe. Historisch belegt ist das nicht, dennoch hielt das Volk den Mann für einen Heiligen und verehrte fortan sein Grab. Im Grabmal befinden sich einige Löcher. In diese legten lange Zeit die Menschen ihren Kopf, um um Heilung vor Krankheit zu bitten.

Gesundes saures Wasser

Die heilsame Wirkung des Preblauer Wassers ist seit der Antike bekannt. Doch der saure Geruch desselben war den Menschen unheimlich. Sie erklärten sich das so: Früher sei süßer Wein aus der Quelle gekommen. Doch dann habe ein Bettler, dem man nicht zu trinken gab, das Wasser verflucht. Heute weiß man, dass Geruch und positive Wirkung vom hohen Hydrogencarbonatgehalt stammen.

Heiratsorakel

In einem Felsen nahe Graßdorf bei Frauenstein befindet sich das Heiratsloch. Wer dort einen Stein hinein trifft, darf auf eine glückliche Ehe hoffen. Und in St. Urban gibt es den Heiratsstein: Mädchen, die alle Finger in die Löcher legen können, sollen bald heiraten.

Holzfigur als Wettermacher

In der Pfarrkirche St. Michael in Pusarnitz gibt es eine Hozlfigur, die die Menschen den Heiligen Mann aus Nigglai nennen. Dieser galt lange Zeit als Wetterprophet. Bei großer Dürre etwa wischte man die Figur feucht ab. Dadurch sollte es bald regnen. Bei zahlreichen Unwettern wurde der Heilige Mann trocken abgewischt, damit sich das Wetter wieder bessert.

Beruhigende Quelle

Eine nicht gerade frauenfreundliche Legende rankt sich um die Gnadenquelle in Eberstein. Dort heißt es, dass Frauen drei Tage lang nicht widersprechen, wenn sie daraus trinken. Wir haben’s versucht und es hat – zum Glück – nicht geklappt. Aber: Der Ort selbst ist wunderschön und ruhig.

Bei den Sagen-Walks begegnet man vielen mystischen Gestalten, wie diesen Wassernixen
Bei den Sagen-Walks begegnet man vielen mystischen Gestalten, wie diesen Wassernixen Foto © Sagamundo

Wo Nixen und Riesen erwachen

Sagen-Walks. Im Vorjahr wurden im „Sagamundo-Haus des Erzählens“ in Döbriach die Sagen-Walks ins Leben gerufen. „Heuer starten wir erstmals direkt beim Sagamundo“, sagt Monika Peitler. Dabei werden die Originalschauplätze der Sagen von Döbriach und Umgebung erwandert. Die Sagen werden dann vor Ort tänzerisch, musikalisch und theatralisch in Szene gesetzt. Die Walks dauern zweieinhalb Stunden, führen über einen ebenen Weg und sind für alle Altersgruppen geeignet.

Termine. 15. Juli, 19. August und 16. September, jeweils ab 10 Uhr beim "Sagamundo-Haus des Erzählens" in Döbriach, der Weg führt über dreieinhalb Kilometer, ist aber eben und einfach und daher für jede Altersgruppe geeignet, auch mit Kinderwagen möglich, Dauer: zweieinhalb Stunden, bei Schlechtwetter verkürzte Strecke direkt im Sagamundo. Reservierung erforderlich unter Tel. 04246/766 66

Salige Frauen. Heuer hat man außerdem einen besonderen Schwerpunkt im Sagamundo: die Saligen Frauen. „Das sonderbare an diesen Wesen ist, dass man sich nicht bei Ihnen bedanken darf, weil sie sonst nie wieder kommen“, erklärt Peitler. Über diese wird heuer im Biosphärenpark Nockberge das Stück "Die drei Saligen-eine Alpensage" für Erwachsene uraufgeführt.

Termine. 26. Juli und 9. August, jeweils 19.30 Uhr, Silva Magica, Grundalm an der Nockalmstraße.

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