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Feldkirchen

Homosexualität: Waiern will offene Wege gehen

Am kommenden Wochenende wird in Waiern das erste Mal offiziell in einem Seminar über das Thema Homosexualität und die Bibel diskutiert.

Das Thema Homosexualität steht am Wochenende im Mittelpunkt eines Seminars © APA
 

Homosexualität und die Bibel – das sind zwei Schlagworte, denen man nicht täglich in Kombination begegnet. Doch am Samstag steht genau dieses Thema im Rahmen eines Seminars in Waiern im Brennpunkt. Es ist laut Pfarrer Martin Müller das erste Mal, dass dort ein Workshop dieser Art abgehalten wird: „Es geschah auf Anregung von Menschen, die auf der einen Seite die Bibel ernst nehmen wollen und auf der anderen Seite eine Orientierung auf diesem Gebiet suchen.“ Das Ziel: Die Stärkung der theologischen Urteilskraft.

Respektvoller Umgang

Laut Müller gäbe es Stellen in der Bibel, die so verstanden werden, dass sie Homosexualität als Sünde abqualifizieren. Aber die Bibel müsse man so interpretieren, dass man ihrem Geist entsprechend dem Evangelium Sinn verleiht. Müller: „Und von daher gibt es auch in vielen Kirchen die Interpretation, dass man einen respektvollen Umgang mit Homosexualität und den Menschen pflegt; dass man diese besondere Lebensform, wenn sie in Liebe, Respekt und Verantwortung gelebt wird, auch akzeptiert.“ Dass das nicht immer einfach ist, weiß Referentin und Pfarrerin Lydia Burchhardt. Sie ist kirchliche Beauftragte für Seelsorge an homosexuellen Menschen: „Ich bin Ansprechpartnerin, weil viele nicht wissen, an wen man sich wenden kann. Wir wollen vermitteln.“ So ist Burchhardt oft Anlaufstelle verunsicherter Eltern, deren Kind sich „geouted“ hat. „Auch für sie ändert sich dann viel im Leben. Vielleicht haben sie sich Enkelkinder gewünscht“, sagt Burchhardt. Es konsultieren sie aber auch gleichgeschlechtlich lebende Partner, die sich den kirchlichen Segen wünschen. Solche Zeremonien laufen unterschiedlich ab – reformiert oder lutherisch.

Segnungen

Burchhardt: „Entweder geschieht dies im Rahmen eines öffentlichen Gottesdienstes, oder zurückhaltend im seelsorgerlichen Raum.“ Die Zahl der Segnungen, die auf diese Weise in der Region jährlich stattfinden, kann Burchhardt nicht nennen: „Aber es sind nicht viele.“ Bereits Mitte der 90er Jahre begann die evangelische Kirche laut Burchhardt damit, über das Thema „Homosexualität“ zu diskutieren und offenere Wege einzuschlagen: „Es wurden biblische Stellen genau gelesen und Missverständnisse aufgeräumt.“ Denn heute werden oft viele Passagen nicht zeitgemäß verstanden: „Wir müssen überlegen, wie Jesus im 21. Jahrhundert damit umgehen würde.“

 

DAS SEMINAR

Wann. Am Samstag, dem 31. Jänner von 9 bis 17 Uhr
Wo. Haus Philippus, Waiern
Kosten. 15 Euro
Vortragende. Pfarrerin Lydia Burchhardt und Pfarrer Lars Müller-Marienburg
Zielgruppe. Mitarbeitende in Kirche und Gemeinde sowie allgemein interessierte Menschen
Anmeldung. 0676-776 69 25

CLAUDIA FELSBERGER

Kommentare (1)

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Momi60
0
2
Lesenswert?

aufdrängen...

Wenn alle Heteros hier aufscheinen wollten, nur weil sie eben zusammen finden.... Und Homos und Lespen sollen einfach zufrieden sein, dass sie ein für sie normales Leben wie Andere auch führen können und sich nicht immer so sehr publizieren !

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