Seit 25 Jahren kümmern sich die Nockbauern in Feldkirchen um die Verarbeitung und Vermarktung von Fleischwaren. Federführend dabei ist Chef Robert Maierbrugger, der allerdings selbst von sich sagt: „Ich bin Bauer, kein Fleischer.“ Nichtsdestotrotz verarbeitet er seine Produkte, an die er qualitativ hohe Ansprüche stellt. Wie viele andere Tätigkeiten unterlag auch der Fleischerberuf einigen Veränderungen im Laufe der Jahre.

Spezialisierung statt Generalisierung

„Es ist ein Beruf, in dem die Zentralisierung stark zugeschlagen hat“, weiß Maierbrugger. „Früher gab es in jedem Dorf einen Fleischer, davon ist heute keine Rede mehr. Die Fleischer sind dazu spezialisierter geworden. Einen, der universell von A bis Z alles beherrscht, gibt es kaum noch“, weist der „Nockbauer“ auf die Unterschiede zu früher hin.

Neben den strukturellen Entwicklungen sieht Maierbrugger auch einen Wandel hinsichtlich der Produkte. Die Leute seien experimentierfreudiger geworden. „Natürlich ist das Grundgerüst geblieben, das Wild und das Rind haben immer noch die gleichen Teile, die man verarbeiten muss. Aber es gibt mittlerweile viele verschiedene Geschmacksrichtungen, da hat sich einiges verändert.“ Man müsse sich den Wünschen der Kundschaft hierbei anpassen. „Was dazu noch auffällt, ist, dass die Schere zwischen Qualität und Nichtqualität immer weiter auseinander geht.“

KI soll keine Rolle spielen

Auch Verordnungen und Auflagen kamen in den letzten Jahren hinzu. „Zum Beispiel die Kennzeichnungspflicht, die sich natürlich immer an die Großbetriebe richtet. Prinzipiell ist es eine gute Sache und wir schaffen das auch. Aber es ist für das kleine Gewerbe das Gleiche wie für die Massenindustrie.“

Dass die künstliche Intelligenz (KI) den Beruf revolutionieren wird, glaubt Maierbrugger indes nicht: „Es ist Gott sei Dank eine Handarbeit und das wird es auch bleiben.“ Lehrlinge werden immer wieder von den „Nockbauern“ ausgebildet, weibliche sind laut dem Betreiber aber keine dabei. „Das ist gleich geblieben, es ist eben auch harte körperliche Arbeit und man muss dabei auch einmal Teile mit 80 Kilogramm schleppen.“

„Physische“ Bücher versus E-Books

Auch die heimischen Buchhandlungen mussten sich gewissen Veränderungen und Entwicklungen der letzten Jahre anpassen. Seit 2014 arbeitet Alexandra Uhr in der bekannten Feldkirchner Buchhandlung Breschan, sie konnte damit ihre Leidenschaft zum Beruf machen. „Ich habe Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und wollte immer etwas mit Büchern machen. Deshalb bin ich hartnäckig geblieben und habe den Job hier bekommen“, lächelt sie.

Vor allem das Aufkommen der E-Books ist ihr in Erinnerung geblieben, auch wenn die Umstellung an sich gar nicht so kompliziert gewesen sei. „Es ist eigentlich relativ normal vonstattengegangen, aber manche meinen, jedes E-Book könne man in einer Buchhandlung herunterladen, das stimmt allerdings nicht.“ Die digitalen Bücher seien auch mit einer gewissen Portion Installationskenntnis verbunden und das „ist manchmal bei der älteren Generation etwas schwierig“.

Alexandra Uhr arbeitet seit zehn Jahren in der Buchhandlung Breschan
Alexandra Uhr arbeitet seit zehn Jahren in der Buchhandlung Breschan © KK/Breschan

Die Sorge, dass E-Books die „physischen“ Bücher verdrängen werden, kann sie nicht teilen, die Buchhandlung Breschan lebe immer noch vom „Buch in der Hand“. „Die physischen Bücher gehen bei uns viel stärker, vor allem bei Kindern von sieben bis zwölf Jahren.“ Auch an Feiertagen mache man immer ein besonders gutes Geschäft. „Allein am Karsamstag haben wir über 200 Bücher verkauft“, weiß Uhr. Was sich nicht großartig verändert hat, ist das Verlangen nach persönlicher Beratung. „Das wird nicht weniger, alle Altersgruppen wissen diese zu schätzen.“

Die Arbeit grundlegend verändert hat allerdings das immer stärkere Aufkommen von Social Media. „Das ist viel mehr geworden und nimmt auch einen immer größeren Bereich des Berufes ein.“ Dadurch sei es auch fast ein Selbstläufer geworden, die Bücher zu verkaufen. „Wenn die Instagram-Generation Bücher auf Social Media sieht, ist die Nachfrage immer sehr stark“, berichtet Uhr.

Dagegen merkt man vom Einfluss der KI noch nicht allzu viel, künftig sieht sie deren Verwendungsweise vor allem im Bereich des Marketings. Aber: „Wir merken schon, dass viele Bücher zu diesem Thema gekauft werden. Die Menschen interessiert es auf jeden Fall.“