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Zu wenige BeamtenSituation verschärft sich: In Kärnten fehlen bereits 300 Polizisten

Trotz neuer Polizisten wird sich Situation in Kärnten weiter zuspitzen. In den nächsten zwei Jahren gehen weitere 300 Beamte in Pension.

Plan und Realität haben laut Polizeigewerkschaft nichts miteinander zu tun
Plan und Realität haben laut Polizeigewerkschaft nichts miteinander zu tun © KLZ
 

"Jede Stelle wird sofort nach Übertritt eines Polizeibeamten in den Ruhestand neu besetzt, daher gibt es keine offenen Stellen.“ Das sagte Christoph Pölzl, Ressortsprecher im Innenministerium von Herbert Kickl, im Kleine Zeitung-Interview.

Geht es nach vielen der 2000 Polizisten in Kärnten hätte sich Pölzl diese Aussage sparen können. „Bei mir ist das Telefon übergegangen. Die Kollegen sind empört“, sagt Bruno Kelz, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft Kärnten. Von einer Vollbesetzung könne keine Rede sein. „Es fehlen uns schon jetzt 300 bis 400 Beamte. Die Situation ist seit Jahren untragbar.“ Heuer gehen rund 100 Beamte in Pension, in den folgenden zwei Jahren mindestens weitere 300. „Diese Pensionierungswelle wird noch acht, neun Jahren dauern“, sagt Kelz.

Die Situation wird sich nicht schnell bessern, auch nicht durch die drei Ausbildungskurse, die heuer in Kärnten gestartet wurden. Ein vierter Kurs ist in Planung. Diese 100 Jungpolizisten werden die Kollegen auf den Polizeiinspektion frühestens in eineinhalb Jahren unterstützen. Dann ist ihre theoretische Ausbildung beendet und es geht in die Praxis. „Dass es mehr Kurse gibt, ist natürlich gut. Aber um die Abgänge aufzufüllen, müssten jedes Jahr zehn und mehr Kurse gestartet werden“, sagt Kelz. Dafür gebe es zu wenig Lehrer und zu wenig Klassenräume.

"Indirektes Problem"

Angehende Polizisten sind aber auch ein „Problem“, ein indirektes. Jeder Polizist in Ausbildung besetzt einen Dienstposten, obwohl er zur Schule geht. Dienstposten, die auf den Polizeiinspektionen fehlen. Für das Ministerium in Wien zähle nur die Gesamtzahl an Planstellen, sagt Kelz: „Das hat aber nichts mit der Realität zu tun.“

Die Realität sieht laut Gewerkschafter anders aus. In vielen Polizeiinspektionen sei der „dienstbare Stand“ nur noch knapp über 80 Prozent. In einigen sei sogar weniger als 70 Prozent, sagt Kelz. Unter „dienstbarem Stand“ versteht man jene Polizisten, die tatsächlich auf einer Inspektion zum Dienst zur Verfügung stehen. Viele Beamte sind zwar Polizeiinspektionen zugeteilt – am Papier –, arbeiten in Wahrheit aber in anderen Polizeieinheiten.

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Danke für Ihr Verständnis.

Kristianjarnig
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Personalmangel bei der Polizei...

....kaum überraschend. Jetzt werden eben die Kriterien nach "unten geschraubt" damit man auch aus weniger tauglichen noch was abschöpfen kann.

Das sich wenig qualifizierte für diesen teilweise doch harten Job finden ist für mich klar. Geringe Bezahlung, dann wird man aus den Bundesländern(z.b. Kärnten) nicht direkt dort eingesetzt was ja an sich eine gute Sache wäre sondern wird in einen Moloch(ich spreche von der Kriminalität und nicht der Stadt an sich) wie Wien(oder andere Städte wie Graz) verschickt wo man dann doch keinen so leichten Stand hat. Vor allem als "Grünling" aus den Bundesländern.

Würde ich mir niemals antun.

Ich denke das Hauptproblem liegt bei der unattraktiven "Stationierungspolitik" und dem recht geringem Gehalt. Da muß man sich nicht wundern wenn fähige Kandidaten ausbleiben.

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saugscheid
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Fehlender Weitblick

Der Fehlstand und die Pensionierungswelle kommt ja nicht überraschend. Seit Jahren weisen die Gewerkschafter schon darauf hin. Von der Politik und dem Innenministerium kommen immer nur Ausflüchte. Wenn das Ministerium nicht vorausschauend planen kann, soll es wenigstens die Warnungen der Gewerkschaft Ernst nehmen. Wenn jemand 60 und älter wird, weiß man das ja wohl schon früher.

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gintonicmiteis
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Hausgemachtes Problem...

Räumt mal euren Betrieb auf, dann werden sich auch wieder Menschen bewerben. Ich würde meinen Kindern nicht empfehlen, zur Polizei zu gehen, solange dort Freunderlwirtschaft und politisch Rechte dominieren.
Und an der Freundlichkeit und Serviceorientierung happerts schon lang - aber das kann man halt nicht in einer Theoriestunde lernen, das ist eine Charaktersache...

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büffel
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zur Überschrift

Ist mir gar nicht aufgefallen - das muß wohl an der Präsenz liegen, besonders zu neuralgischen Zeiten (morgens, wenn die Besoffenen die Stadt unsicher machen) und den ganzen Winter über.... ;-)

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