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Kärnten

Cybermobbing: Ein Film setzt ein Zeichen

Internetmobbing ist zunehmend ein Problem – vor allem an Schulen. Eine Mutter erzählt, wie ihr Sohn Opfer von Mobbing wurde.

Mobbing nimmt zu – vor allem im Internet
Mobbing nimmt zu – vor allem im Internet © Fotolia/Li Zhongfei
 

"Das Thema Cybermobbing brennt“, sagt die Klagenfurter Filmemacherin und Medienpädagogin Caroline Weberhofer. Mit ihrem Film „Setze ein Zeichen“ hat sie die Geschichte des damals 13-jährigen Joel und seiner Mutter Michaela Horn dargestellt. „Mein Sohn war ein freundlicher Junge“, sagt Horn, doch er wurde permanent Cybermobbing ausgesetzt. Der Bursche setzte seinem Leben vor fünf Jahren ein Ende.

Brauchst Du Hilfe?

Sicheres Netz. Das Internet sicher nutzen! Wie das geht? Auf „www.saferinternet.at“ gibt es Tipps zur Prävention.

Meldestelle. Über „www.stopline.at“ ist eine Meldestelle gegen Kinderpornografie und Nationalsozialismus im Internet eingerichtet.

Hilfe. Brauchst du Hilfe? Unter der Telefonnummer 147 ist ein Notruf für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen eingerichtet: Kostenlos, rund um die Uhr, ohne Vorwahl, anonym. Online-Beratung unter „www.rataufdraht.at

„Die Suizidrate ist bei Jugendlichen in Kärnten vier- bis fünfmal so hoch wie in anderen Bundesländern“, sagte Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger bei der Präsentation des Filmes an der Uni Klagenfurt. Daher sei es eine große Aufgabe von Lehrern und Eltern, für das Thema des Cybermobbings zu sensibilisieren. Die Suizidrate ist in Kärnten aber generell höher als in anderen Bundesländern (12,9 Suizide pro 100.000 Einwohner). „Kärnten hat traditionell eine hohe Suizidrate“, sagt Christa Rados, Primaria an der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des LKH Villach, und fügt hinzu: „Das hängt auch mit der psychiatrischen Versorgung zusammen. Je besser der Zugang, desto besser funktioniert die Vorbeugung.“ Es habe aber auch mit suizidpräventiven Programmen zu tun. „Das größte Risiko haben Menschen mit unzureichend behandelten psychischen Erkrankungen und nicht ausreichend erkannten Erkrankungen.“

Der Fall, dass Cybermobbing zu einem Suizid führt, ist aber ein Extrembeispiel. Der Film „Setze ein Zeichen“ wird – gefördert unter anderem vom Land Kärnten und dem Bundesministerium – als Präventionsfilm in Schulen gezeigt werden. „Die Schule muss sich verantwortlich fühlen“, sagt Altersberger.

Druck auf Jugend im Netz wächst

Wer du bist, geht Fremde und Internetfreunde nichts an! Stelle keine „blöden“ Bilder ins Internet! Sei nicht gemein!

Die Plattform Saferinternet setzt mit solchen Botschaften ihrer Präventionsarbeit bereits im Volksschulalter an. Denn Cybermobbing – seit 1. Jänner 2016 auch als Straftatbestand im Strafgesetzbuch – ist zu einem zentralen Problem der Internetkommunikation geworden. Der Jugendliche ohne Handy hat Seltenheitswert. In der Generation der 16- bis 34-jährigen haben 99 Prozent Zugang zum Internet. Cybermobbing umfasst das Diffamieren, Belästigen und Nötigen anderer Menschen mittels elektronischer Kommunikationsmittel.

Universitätsprofessor Rainer Winter stellt den Angriff im Internet als Angriff auf die eigene Person dar. „Der virtuelle Raum wird zum zentralen Raum für Jugendliche“, sagt der Vorstand des Instituts für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Uni Klagenfurt. Und damit ist jede Art von Cybermobbing ein Angriff auf das eigene Ich. Winter weist auch darauf hin, dass es „die Art der Kommunikation selbst ist“, in der das Mobbing angelegt ist: „Immer wenn es zu einem Kontrollverlust kommt, besteht die Möglichkeit, dass wir vorgeführt werden.“ Gerade in den sozialen Medien. Das führt in der Folge dazu, dass wir unser Verhalten immer stärker kontrollieren müssen, weil an jeder Ecke ein Handy lauert.

Umgang lernen

Natürlich, so Winter, kann man im Internet auch eine Pizza bestellen. Doch die Probleme entstehen, wenn die Abgründe der menschlichen Seele handlungsanleitend sind. Daher, so die zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner, müsse man den Umgang mit sozialen Medien an sich lernen: „Man darf nie den Respekt vor anderen Menschen verlieren.“

Saferinternet-Day. Dienstag, 9. Februar, ist der Tag des sicheren Internets.

ANDREAS KANATSCHNIG

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Traurig

Muss halt nicht jeder im Facebook sein.

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