delikt Inzest, Mord, Misshandlungen: Die schauderhafte Geschichte der Familie U.

Über Jahrzehnte hinweg zieht sich der Fall einer obersteirischen Familie. Der Mord an einem Grundwehrdiener in den Achtziger Jahren sollte nur die erste einer Reihe von Taten im Umfeld der Familie U. sein. In den folgenden Jahren kam es auch zu Misshandlungen, Totschlag und Inzest – erschütternde Verbrechen in einem Ausmaß und einer Grausamkeit, die einem das Schaudern über den Rücken laufen lassen.

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Manfred U. bei der Gerichtsverhandlung im Jahr 2010. © Andreas Schöberl
 

Erst vor wenigen Jahren wurde das Haus, von dem aus so viel Unheil seinen Ursprung nahm (oft wurde es als "Horrorhaus" bezeichnet), dem Erdboden gleichgemacht. Von der "Beseitigung eines Schandflecks" sprach der Spielberger Bürgermeister damals. Der Grund: Die Verbrechen der lange in dem Haus wohnhaften Familie U. Ihre Geschichte ist den Menschen in der Umgebung noch heute in Erinnerung. Von Nachbarn gemieden und gefürchtet waren die Brüder der Familie U. schon in den 1980er-Jahren. Einer von ihnen sitzt noch heute im Gefängnis: Manfred U. schlug gemeinsam mit seinem Bruder Konrad 1985 einem jungen Grundwehrdiener den Schädel mit einem Ziegelstein ein, aus "Spaß am Töten". Der junge Mann hatte keine Chance. Manfred U. wurde 2007 aus der Haft entlassen. Nur drei Jahre später wurde er erneut verurteilt: Er hatte seinen 28-jährigen Neffen mehrmals vergewaltigt.  

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Inzest, Kindsmord, Feuertod 

Hermine und Gottfried U. waren Geschwister, aus einer inzestuösen Beziehung hatten sie ein gemeinsames Kind, Markus Z. Sein Vater Gottfried schenkte dem Kind 1988 zu Weihnachten eine Eisenbahn. Als Mario, der 23 Monate alte Halbbruder von Markus damit spielen wollte, geriet Gottfried U. in Rage – er sah Mario als Fremdkörper. Dass dieser nun seinem Sohn das Spielzeug wegnahm, brachte das Fass zum Überlaufen. Er schleuderte das Kleinkind durch ein Zimmer, verletzte es schwer. Auch die Mutter kümmerte sich nicht um das schwerverletzte Kind, das kurz darauf starb. Die Eltern versenkten den Körper in der Mur. 

Nur zwei Jahre später musste ein 14-jähriges Mädchen sterben. Manuela P. war mit ihrem Fahrrad unterwegs, als ein Bruder der Familie mit einem Verwandten Schießübungen machte, eine Kugel traf das Mädchen, sie war sofort tot. 

In diesem Haus passierte Grauenvolles. 2016 wurde es beseitigt. Foto © Fröhlich

Doch damit war die Geschichte der Familie U. noch nicht zu Ende. Es kam zu Missbrauchsfällen, Bränden und anderen Verbrechen. Zum letzten tragischen Vorfall kam es 2010: Markus Z., das Kind der Geschwister Hermine und Gottfried starb, als er aus Wut über eine angebliche Vergewaltigung durch seinen Onkel Manfred U. einen Brand legte

Hans Breitegger und Ute Groß sprechen mit David Knes über die Hintergründe dieses unfassbaren Kriminalfalls, die familiären Verhältnisse der Familie, warum die Behörden untätig blieben, wie es fallweise zu einer Verquickung von Opfern und Tätern kam und wie eines der Kinder vor der Familie gerettet wurde und Jahre später sein Schicksal aufarbeitete. 

 

Kommentare (6)
hortig
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Andi

Bitte wie heißt das Buch, aus dem das Theaterstück wurde

yabea7
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Childhood

ist der Titel vom Buch.

hortig
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@yabea7

Und der Autor

yabea7
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Ist das "gerettete Kind":

Andreas B.

FRED4712
4
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ein mörder sollte

GRUNDSÄTZLICH nie mehr in Freiheit kommen.....es wird niemand gezwungen ein Mörder zu werden.....wie kommt die Allgemeinheit dazu, ständig mit einer gewissen Anzahl solcher leute zu leben.....die polizei würde daadurch auch ziemlich entlastet, anstatt immer wieder die gleichen Leute zu suchen

himmel17
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Außer Kontrolle

Unglaublich, aber wahr!