Generation KlimaschutzGrüner Strom gehört gescheit genutzt

Ohne den effizienten Einsatz von Energie bleiben die Klimaziele unerreichbar. In Haushalt, Wärme, Mobilität liegt die meiste Effizienz – ihr sind aber Grenzen gesetzt.

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Erneuerbare Energie allein hält den Klimawandel nicht auf – sie muss auch sparsam eingesetzt werden © René Schmidt
 

Klimaticket, Ökosteuern – in Sachen Klimaschutz geht es jetzt Schlag auf Schlag. Dieses Tempo tut auch not, immerhin wird das Erreichen der ambitionierten Klimaziele noch weitere Anstrengungen benötigen: Bis 2030 sollen die EU-internen Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 sinken. Österreich will 2030 schon zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzen. Und auch das Land Kärnten hat sich ein hohes Ziel gesteckt: Bis zum Jahr 2050 zwei Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen und im besten Fall mit Hälfte dieses Jahrhunderts eine vollständige Dekarbonisierung zu schaffen, also klimaneutral zu werden. Wie soll sich das alles ausgehen?


Erstens mit dem konsequenten Ausbau von erneuerbaren Energien  Zweitens, und das ist mindestens so wichtig: Mit der effizienten Nutzung der Energie, die uns jetzt schon zur Verfügung steht. Nur grünen Strom zu produzieren und zu nutzen alleine reicht nicht, es gilt auch, sparsam damit umzugehen: Energieeffizienz spielt in zahlreichen Bereichen eine Rolle und fängt zwar beim Stromverbrauch an, hört dort bei weitem aber nicht auf. Auch die Bereiche Mobilität und Gebäudewärme spielen eine große Rolle.

„Nichts tun wird nicht leistbar sein“

Kelag-Vorstand Manfred Freitag über Energieeffizienz und die Möglichkeiten, im Kleinen zu sparen.

Die nationalen und internationalen Klimaziele sind hoch gesteckt – schon jetzt hinken wir ihnen beim Ausbau von erneuerbarer Energie hinterher. Können wir mit Energieeffizienz noch aufholen?
MANFRED FREITAG: Die effizienteste Kilowattstunde ist die, die man nicht erzeugen muss. Allein wenn man sich ansieht, wie viele Ölkessel noch genutzt werden, wird klar, wie groß das Potenzial für den effizienten Einsatz von Energie ist. Die Umstellung auf erneuerbare Technologien ist ein ganz wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Klimaziele.


Das alles kostet Geld, auch mit den öffentlichen Förderungen. Sind die Kosten zumutbar?
MANFRED FREITAG: Die Energiewende ist nicht gratis. Aber die Kosten, gar nichts gegen den Klimawandel zu tun, würden um ein Vielfaches höher sein. Die vergangenen sieben Jahre waren die heißesten seit 150 Jahren. Nichts zu tun können wir uns nicht leisten.


Was sollen die tun, die sich noch kein E-Auto oder PV auf dem Dach leisten können?
MANFRED FREITAG: Auch im Haushalt gibt es viele Hebel, von energieeffizienten Geräten bis zum bewussten Umgang mit Strom. Wir stellen den grünen Strom zur Verfügung. Unser Appell lautet, ihn so sparsam wie möglich einzusetzen.


Ein einfaches Beispiel für den Nutzen von energieeffizienten Technologien ist die LED-Glühbirne. Wird eine herkömmliche 60-Watt-Glühbirne durch eine gleich leuchtstarke 10-Watt-LED-Lampe ausgetauscht, wird nur noch ein Sechstel des Stroms verbraucht. Das wird auch auf der Stromrechnung spürbar: Eurostat hat ausgerechnet, dass eine einzige LED-Birne, die nur drei Stunden am Tag brennt, in Österreich rund zehn Euro pro Jahr an Energiekosten einspart. Bei einem Haushalt mit 20 Lichtpunkten leppert sich da was zusammen.


Wesentlich größere Hebel lassen sich in der Energieeffizienz aber beim Heizen bewegen: Wärmepumpen, die ihre Energie großteils aus der Umgebungstemperatur oder dem Erdreich beziehen, können mit einer Kilowattstunde zugeführter elektrischer Energie vier Kilowattstunden Wärmeenergie für die Raumwärme und Warmwasserbereitung erzeugen. Wird zusätzlich noch die Gebäudehülle gedämmt, erhöht sich der Effizienzgrad dieser Heizungsform noch zusätzlich. Die Wärmepumpe ist ein Paradebeispiel dafür, wie man aus erneuerbarer Energie das meiste herausholen kann. Wer zusätzlich noch Photovoltaik-Anlagen auf dem Hausdach besitzt, kann einen Teil dieser grünen Energie selbst beisteuern.


Das bringt auch bei der E-Mobilität große Vorteile: Wer sein Elektroauto mit Sonnenstrom laden kann, spart Geld und stellt die bestmögliche Nutzung seiner Anlage sicher. Dazu kommt, dass Elektromobilität an sich schon ein Effizienz-Weltmeister ist. Während der Verbrennungsmotor nur 20 Prozent der zugeführten Energie in Bewegungsenergie umwandelt, sind es beim Elektromotor 80 Prozent. Dieser hohe Grad an Effizienz allein wird aber nicht reichen, um die Klimawende zu schaffen – es braucht auch zusätzliche erneuerbare Energie.

Eine Initiative der Kelag in Zusammenarbeit mit der Kleinen Zeitung.

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