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"So eine Bagage"Heinz Stritzl blieb Journalist bis zum Schluss

Der tägliche Morgenpost-Kommentar aus der Chefredaktion.

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Wenn ein Mensch stirbt, der uns in der Jugend prägte, ist er plötzlich in Gedanken präsent wie nie zuvor. Was hätte, frage ich mich oft in diesen Tagen, mein erster Chefredakteur in Kärnten, Heinz Stritzl, zu all den veröffentlichen Chatnachrichten der letzten Zeit gesagt. Vor wenigen Tagen ist er im hundertsten Lebensjahr eingeschlafen, Journalist war er bis zum Ende. Wie hätte seine Stimme in der Redaktion grimmig gebebt, wenn er gelesen hätte, dass da ein ehemaliger Mitarbeiter im Finanzministerium, der heutige ÖBAG Chef Thomas Schmid, sich darüber empört, dass er wie der „Pöbel“ reisen müsse, weil er seinen Diplomatenpass zurückgeben musste. Oder über jene Chat-Nachricht, in der er über den Kanzler schrieb „Er scheißt sich voll an“. Eine SMS, die der Kanzler ja heute kaum mehr als Beleidigung sehen kann. Oder über jene des ehemaligen Generalsekretärs im Justizministerium, Christian Pilnacek oder das störrische Verhalten des Finanzministers gegenüber dem Verfassungsgerichtshof. Heinz Stritzl hätte gerufen: „So eine Bagage!“

Kommentare (1)
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mobile49
0
6
Lesenswert?

und er hätte mit seinen unmutsäusserungen

zu 100% recht

ja , mit dem eingeständnis seiner eigenen unzulänglichkeiten hat man ein zwar nicht unbedingt ein ruhigeres , aber auf alle fälle ein angstfreieres und entspannteres leben.

danke für diesen sowohl
aufruf wie

nachruf

PS.: vielleicht ist es barmherzigkeit , dass er diese "borstenviechereien" nicht mehr erleben musste

RIP