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INTERVIEW„Unser Holz kommt aus der Region“

Für Michael Wagner ist Fernwärme nicht nur abgasarm, sondern auch regional verankert.

KELAG Heizkraftwerk Völkermarkt April 2021
KELAG Heizkraftwerk Völkermarkt April 2021 © (c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)
 

Das Biomasseheizwerk in Völkermarkt hat viele Sicherheitsvorkehrungen wie Ausfallreserve und Notheizcontainer. Wie oft kommen diese Sicherheitsnetze zum Einsatz?
MICHAEL WAGNER: Grundsätzlich sehr selten bis nie. Wir haben unsere Heizzentralen aber bewusst mit mehreren Sicherheitsebenen ausgestattet, damit unsere Kunden so wenig wie möglich von Störfällen betroffen werden.


Wie funktioniert die Fernüberwachung der Heizkraftwerke der KEW?
Wir haben einen Bereitschaftsdienst, der rund um die Uhr auf unsere Anlagen mittels Fernwartungssoftware zugreifen kann.
Für die rasche Reaktion sind alle Anlagen mit automatischen Störmeldesystemen und Fernzugriff ausgestattet. Die Techniker können so auch Einstellungen von zu Hause aus auf ihrem Tablet vornehmen. Insgesamt drei Bereitschaftsgruppen sind kärntenweit im Dienst, und das sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.


Steht auch immer genug Biomasse zur Verfügung?
Aufgrund der massiven Windschäden in Kärntens Wäldern der letzten Jahre gibt es immer noch enorm viel Schadholz. In Paternion haben wir zwei Hektar Fläche angemietet, wo wir 25.000 Meter Rundholz lagern. Das erlaubt uns, den Bedarf unserer Kärntner Fernwärmenetze aus regionalem Bestand zu bedienen.


Welche Art von Holz kommt vorwiegend zum Einsatz?
Wir verwenden vor allem das, was in der Holzindustrie nicht verwendet werden kann. Unterschiedliche Heizwerkstypen brauchen unterschiedliche Holzbestandteile. Wir betreiben auch Heizwerke, die nur die Rinden von Baumstämmen verbrennen. Andere Anlagen wieder bevorzugen Stammholz, weil es geringere Rauchentwicklung verursacht und dementsprechend die Rauchgasreinigung erleichtert.


Stichwort Rauchgase: Wie sehr belastet ein Biomasseheizwerk die Luftqualität?
Zunächst muss man dazu wissen, dass der Rauch, der aus solchen Heizwerken aufsteigt, zum Großteil aus Wasserdampf besteht, weil das Hackgut meist einen entsprechenden Feuchtigkeitsgehalt besitzt. Die Umweltauflagen für Biomasseheizwerke sind extrem hoch, unsere Abgase werden mehrmals gefiltert und gereinigt. Daher sind unsere Abgase auch um ein Vielfaches sauberer als das, was aus den Kaminen der meisten Einfamilienhäusern herauskommt.


Plant die KEW weitere große Heizwerke in Kärnten?
Die Bezirksstädte sind bereits alle mit Fernwärme versorgt. Wir konzentrieren uns daher eher auf den Ausbau bestehender Netze und die Errichtung von Nahwärmenetzen, die sich auf kleine Wohnsiedlungen beschränken.

Eine Initiative der Kelag in Kooperation mit der Kleinen Zeitung.

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