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Generation KlimaschutzNur zu Weihnachten ist der Speicher voll

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Marian Trunk und Michael Baldauf überwachen den Biomassekessel im Völkermarkter Fernheizwerk © Markus Traussnig
 

Weder Marian Trunk noch Michael Baldauf müssten eigentlich hier sein. Dass sich die beiden Techniker im Inneren des Biomassekraftwerks in Völkermarkt befinden, ist einzig und allein dem Lokalaugenschein geschuldet, zu dem die Kleine Zeitung eingeladen wurde. Normalerweise hält sich in der Halle des Heizwerks der Kelag Energie und Wärme (KEW) keine Menschenseele auf. Die Anlage funktioniert völlig automatisch – genauso wie die Hackschnitzelheizung zu Hause, nur größer. Viel größer.


Gute sechs Meter hoch ist der feurige Koloss, der über 60 Objekte in Völkermarkt mit Fernwärme versorgt. Er füllt fast die Hälfte der Halle aus und stammt vom Völkermarkter Anlagenbauer Urbas, kommt also quasi aus der Nachbarschaft. Auf bis zu 1100 Grad kann die Temperatur im riesigen Heizkessel ansteigen, befeuert wird er mit Biomasse. „Wir werden mit Holz beliefert, das überwiegend aus der Region stammt. Unser Lager fasst bis zu 2300 Schüttraummeter. Wirklich voll ist es aber nur in der Zeit vor Weihnachten“, sagt Michael Baldauf. Er ist gelernter Elektrotechniker, sein Interesse für Industrieanlagen hat ihn zur KEW gebracht. Zu seinen Aufgaben zählen die Wartung und Kontrolle des Heizwerks. Einmal pro Woche sieht er im automatisierten Inneren der Halle nach dem Rechten.


Sensoren an allen Ecken und Enden geben den Rest der Zeit Auskunft über den Zustand der Anlage. Ein Störungsmeldesystem schlägt Alarm, wenn etwas nicht glatt laufen sollte. Sicherheit hat im Biomassekraftwerk oberste Priorität, die Wärmeversorgung muss auch in den kältesten Nächten reibungslos funktionieren. Deshalb steht nicht weit entfernt vom Biomassekessel eine Ausfallreserve: ein Gaskessel mit einer Leistung von sieben Megawatt, der jederzeit einspringen kann, sollte etwas im Hauptkessel schief gehen. „Diese Reserve kann in kürzester Zeit hochgefahren werden, sodass die Versorgung nicht abreißt“, sagt Betriebsleiter Marian Trunk.


Sollten alle Stricke reißen – genauer gesagt, Rohre beschädigt werden – hat er noch ein Ass im Ärmel. Am Gelände des Heizwerks ist ein mobiler Notheizcontainer geparkt. Dieser kann ein Objekt versorgen, das unerwartet vom Fernwärmenetzwerk abgeschnitten wurde.
Betrieben wird das Mini-Heizkraftwerk mit Gas oder Heizöl. Seine Leistung von 500 Kilowatt reicht aus, um die Gebäude größerer Unternehmen mit Wärme zu versorgen. Bei Einfamilienhäusern spielt sich der Notheizcontainer dementsprechend. Sobald die Störung behoben wurde, ist wieder das große Heizkraftwerk dran – das seine Abgase übrigens durch mehrere Filteranlagen leitet, bevor sie über Kamine nach draußen gelangen.

Eine Initiative der Kelag in Kooperation mit der Kleinen Zeitung.