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InterviewWie ein Dorf den Nazis die Stirn bot

In der Nacht zum 26. Februar 1945 sprangen drei Agenten über den Stubaier Alpen ab, einer von ihnen war der Tiroler Franz Weber. In dem Buch „Codename Brooklyn“ erzählt Historiker Peter Pirker ihre Geschichte.

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Die drei „OSS“-Agenten der Alliierten Franz Weber, Hans Wijnberg und Fred Mayer nach erfolgreicher Beendigung der „Operation Greenup“
Die drei „OSS“-Agenten der Alliierten Franz Weber, Hans Wijnberg und Fred Mayer nach erfolgreicher Beendigung der „Operation Greenup“ © National Archives and Records Administration
 

Oberperfuss 1945: Welches soziale Gefüge und welche geistigen Dispositionen fanden Fred Mayer, Franz Weber und Hans Wijnberg vor, die den kleinen Tiroler Ort für eine Operation des „Office of Strategic Services“ prädestinierten?
Peter Pirker: Oberperfuss war ein kleines, sehr katholisch geprägtes Dorf, wo der Nationalsozialismus nicht wirklich eingedrungen ist. Das sieht man daran, dass die lokale NSDAP im Dorf sehr schwach verankert war. Die starken und mächtigen Personen im Dorf waren Leute, die dem Nationalsozialismus eher kritisch gegenüberstanden. Bemerkenswert ist, dass es eine Frau war, die im Dorf eine wichtige, informelle Machtposition ausübte. Die Wirtin vom Hotel „Zur Krone“, Anna Niederkircher, war die ökonomisch mächtigste Frau im Dorf. Als Witwe von Anton Niederkircher, einem Pionier des Fremdenverkehrs, betrieb sie zudem eine große Land- und Forstwirtschaft, eine Bäckerei und einen Schlachthof. Sie spielte für die „Operation Greenup“ eine zentrale Rolle, weil ihre Tochter Anna mit Franz Weber liiert war. Die zweite wesentliche Figur war der ehemalige Bürgermeister und NS-Gegner Alois Abenthung. Er war die erste Anlaufstation für die drei Agenten und organisierte Verstecke im Dorf. Dann Pfarrer Rudolf Mayr, der auch dazu beitrug, dass die Oberperfer dichthielten.

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