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KärntenImmer weniger Kinder nehmen an Schulimpfungen teil

Immer mehr Eltern wollen bei Impfungen ihrer Kinder dabei sein. Deshalb gehen sie lieber zum eigenen Kinderarzt, als zum Schularzt.

Impfungen an Schulen: Viele Kinder nehmen nicht mehr daran teil
Impfungen an Schulen: Viele Kinder nehmen nicht mehr daran teil © stalnyk - Fotolia
 

Seit Herbst werden an Kärntens Schulen wieder Impfungen angeboten. Doch immer weniger Kinder nehmen daran teil. Früher wurden praktisch alle Schüler geimpft. Davon ist man heute weit entfernt. „Eine flächendeckende Impfung der Schüler schaffen wir nicht mehr, wobei es regional große Unterschiede gibt“, sagt Heimo Wallenko von der Landessanitätsdirektion Kärnten.

Immer wieder komme es an einzelnen Schulen zu deutlichen Einbrüchen bei der Teilnehmerzahl – oft stecken dahinter Meinungsführer, die gegen das Impfen Stimmung machen. Aber nicht nur: Viele Eltern ziehen es vor, ihre Kinder in Kinderarztordinationen impfen zu lassen. „Die Familien sind beim Impfen kritischer geworden und gehen deshalb lieber zu ihrem Arzt als zum Schularzt. Auch weil Eltern oft dabei sein wollen, wenn ihr Kind geimpft wird“, sagt Nadja Ladurner, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes im Magistrat Klagenfurt. Obwohl es für einige Kinder einfacher sei, gemeinsam mit Schulfreunden geimpft zu werden als alleine: Das nehme ihnen die Angst.

„Generell ist es aber überhaupt kein Problem, wenn sich die Kinder nicht in der Schule impfen lassen. Wichtig ist nur, dass sie sich impfen lassen.“ Das findet auch Pekka Muttonen, Impfreferent der Ärztekammer. Er habe Verständnis, dafür, dass Eltern mit Kindern lieber zu einem Arzt gehen, den sie kennen. Trotzdem sei die Schulimpfung wichtig, weil sie mithelfe, die Impfzahlen hinauf zu treiben: „Viele Kinder gehen nicht zum Kinderarzt. Die werden dann wenigstens in der Schule geimpft.“
Angeboten werden an Kärntner Schulen mehrere Impfungen.

Der Erfolg derartiger Maßnahmen zeichne sich deutlich ab, sagt Wallenko: „In Australien etwa gibt es die HPV-Impfung schon länger und seither registriert man einen deutlichen Rückgang an Genitalwarzen und Karzinomen.“ In Kärnten machen sich derzeit positive Auswirkungen bei Meningokokken bemerkbar: Heuer wird man voraussichtlich erstmals kein Opfer dieser gefährlichen Erkrankung haben.

Das Problem dabei, so die Experten: Wenn eine Krankheit verschwindet, sei sie nicht mehr „sichtbar“ und dadurch stelle sich Impfmüdigkeit ein. Heidemarie Wagner-Reif, Landesschulärztin für höhere Schulen warnt vor zu Nachlässigkeit: „Man darf nicht vergessen, dass vorwiegend gegen tödliche Krankheiten geimpft wird.“

Gesundheitsreferentin Beate Prettner betont: „Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Trotzdem sinkt die Impfmoral in Österreich und in Kärnten." Es sei für sie unverständlich, wenn Menschen Impfungen – noch dazu derart kostengünstige Impfungen, wie sie derzeit durch die Kooperation von Land Kärnten, GKK, Ärztekammer und Apothekerkammer ermöglicht werden, nicht annehmen.“

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