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KärntenNach Bissverletzungen: Hundestaffel besucht Kindergärten und Schulen

Nach Bissverletzungen: Rettungs- und Diensthundestaffeln sollen Kindergärten und Schulen besuchen, um bereits Kinder im Umgang mit Hunden zu sensibilisieren. Landeshauptmann will verpflichtende Hundekurse für alle Halter.

© KLZ/Weichselbraun
 

3600 Hundebisse wurden vergangenes Jahr in den Kärntner Krankenhäusern behandelt, insgesamt dürfte die Zahl an Hundebissen noch weit höher sein. Immer wieder kommt es zu gefährlichen und in besonders tragischen Fällen, wie dem des einjährigen Buben, der in Wien nach einer Hundeattacke verstorben ist, zu Zwischenfällen und Attacken.

In den allermeisten Fällen liegt der Grund dafür im Fehlverhalten des Hundebesitzers und oder im unwissentlich falschen Umgang in der Begegnung mit Hunden. In Kärnten will Landeshauptmann Peter Kaiser gemeinsam mit Tierschutzreferentin Beate Prettner und den für das Landessicherheitsgesetz, in dem die Haltung von Hunden geregelt ist, zuständigen Landesrat Daniel Fellner mit einer neuen Initiative "die Bevölkerung im richtigen Umgang und in der richtigen Begegnung mit Hunden sensibilisieren".

Sensibilisieren

Sie wollen gemeinsam mit Rettungs- und Diensthundestaffeln flächendeckend Kindergärten und Volksschulen besuchen. "Oft wissen weder Kinder noch Erwachsene, wie sie Hunden angemessen begegnen und mit ihnen umgehen sollen. Unabhängig von der Rasse kann es dann dazu kommen, dass sich das Tier erschreckt und zubeißt. Daher wollen wir den Kindern und über sie auch den Eltern zeigen, was man selbst tun kann, damit der Umgang mit dem besten Freund des Menschen möglichst gefahrlos verläuft", erklärt Kaiser.

In seinem Auftrag werden demnächst Verantwortliche von Kärntner Hundestaffeln und der entsprechenden Landesabteilungen zu einem Koordinationsgespräch eingeladen. In der aktuellen Debatte um Hunde-Verbote, Gebote und Gesetze verweisen Kaiser, Prettner und der dafür zuständige Landesrat Daniel Fellner darauf, dass das Kärntner Landessicherheitsgesetz bereits konkrete Vorschriften für Hundehalter vorsieht. Darin ist u.a. in Paragraph 8 festgehalten, dass für alle Hunde auf öffentlichen Plätzen entweder Leinen- oder Maulkorbpflicht besteht (Punkt 1) und für bissige Hunde sowohl Leinen als auch Maulkorbpflicht (Punkt 2).

Verpflichtende Hundekurse

"Experten wurden bereits beauftragt, konkrete Maßnahmen für eine Adaptierung des Gesetzes auszuarbeiten. Dazu gibt es laufend Gespräch, u.a über die Frage, wie sinnvoll oder nicht sinnvoll die Erstellung einer Liste mit speziellen Hunderassen ist", so Fellner und Prettner. Gemeinsam sprechen sich Kaiser, Prettner und Fellner im Übrigen deutlich dafür aus, dass alle Hundebesitzer in jedem Fall eine verpflichtende Grundausbildung für das richtige Führen des Hundes zu absolvieren haben sollten.

"Die meisten Hundebesitzer machen das jetzt schon aus Verantwortungsbewusstsein von sich aus. Dennoch sollte es unabhängig von der Rasse eine Verpflichtung für alle Hundebesitzer geben." Ziel einer gesetzlichen Vorschreibung müsse jedenfalls sein, eine praktikable und umsetzbare Lösung anzubieten und zukünftig Gefährdungssituationen möglichst hintenanzuhalten.

Nachhaltige Lösung

Die Organisation "Vier Pfoten" begrüßt die Initiative sehr. "Das ist genau die Art besonnener Herangehensweise, die zu einer nachhaltigen Lösung des Problems mit Hundeangriffen führen kann. Nur ein solcher Ansatz ist sowohl im Sinne der Gesellschaft als auch im Sinne der Tiere zielführend. Wenn wir auf Aufklärung, auf Sensibilisierung im Umgang mit Hunden setzen, können wir langfristig Unfälle verhindern. Alleine auf Strafen und Maulkorb- und Leinenpflicht zu setzen, löst gar nichts, im Gegenteil: Es wirft nur neue Probleme auf", sagt Martina Pluda, Kampagnenleiterin von "Vier Pfoten".

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