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KärntenNeue Einheit im Kampf gegen Dealer

Wie viel Substanz steckt im Maßnahmenpaket gegen Drogenkriminalität? Gottlieb Türk, Chef des Landeskriminalamtes, gibt Antworten zu diesen und anderen Fragen.

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Kärntner Mitglieder der Grenzschutztruppe PUMA. Das Bild stammt von einer Übung in Spielfeld © APA/Gomolj
 

1. Heute führt die fremden- und grenzpolizeiliche Einheit PUMA in Kärnten eine Schwerpunktaktion gegen den Drogenschmuggel durch. Sind noch weitere Aktionen geplant?
Ja. In den kommenden Monaten soll es noch etwa 50 solcher Schwerpunktaktionen geben – auf allen Ebenen und mithilfe sämtlicher polizeilicher Organisationen.

2. Werden auch die Verkehrsabteilung und die Finanzpolizei eingebunden?
Eine Zusammenarbeit war auch bisher schon üblich. Am Beispiel der Verkehrsabteilung soll das konkret bedeuten: Bei den Streifendiensten wird ein verstärktes Augenmerk auf suchtgiftbeeinträchtigte Autofahrer gelegt.

3. Welche Rolle wird die Grenzeinheit PUMA spielen?
Die Beamten der PUMA haben eine zusätzliche spezielle Ausbildung in der Suchtmittelbekämpfung erfahren, damit sie bei ihren Aktionen an der Grenze, aber auch im Landesinneren Drogendelikte erkennen. Sie sind auch bei der Arbeit des Landeskriminalamtes miteingebunden – in den Städten und Bezirken.

4. Wie viele Polizeibeamte sind im Kampf gegen Drogenkriminalität im Einsatz und wie viele werden es nach der angekündigten Personalaufstockung sein?
Durch den verstärkten Einsatz wird die Schlagkraft in diesem Bereich in den Bezirken mehr als verdoppelt. Eine genaue Zahl kann nicht genannt werden, weil diese variiert.

5. Angeblich gibt es auch im ländlichen Raum immer mehr Drogenkriminalität. Warum?
Im Jahr 2017 sind die Suchtgiftanzeigen in allen Bezirken gestiegen. Bestellungen aus dem Darknet werden sehr oft auch von Konsumenten in ländlichen Gebieten vorgenommen. Es gibt auch mehr Drogentote im ländlichen Bereich.

6. Wie hoch ist der Anteil der Drogen, der mittlerweile über das Internet bestellt wird?
Seriöse Prozentangaben dazu gibt es nicht. Fakt ist jedoch, dass die Polizei eine starke Zunahme festgestellt hat. Deshalb wird von der Polizei auch eng mit Zollbehörden und Flughäfen zusammengearbeitet, weil häufig Briefe und Pakete mit Drogen sichergestellt werden.

7. Warum gibt es in anderen Bundesländern verhältnismäßig viel weniger Drogentote als in Kärnten?
Nachdem keine vollständigen Zahlen aus allen Bundesländern vorliegen, kann diese Frage nicht beantwortet werden. Fast alle Drogentote versterben an einer Mischintoxikation aus (legalen) Medikamenten, Drogenersatzstoffen und auch illegalen Drogen. Drogensucht ist eine Krankheit, die Behandlung fällt in die Zuständigkeit der Gesundheitsbehörden und Ärzteschaft.

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