Belastende SituationQuälende Wartezeit für Krebspatienten in Kärnten

Kabeg versucht, Wartezeiten durch „lange Tage“ zu minimieren. Erst vierter Linearbeschleuniger wird das Problem lösen.

Blick in den "Maschinenraum" eines Linearbeschleunigers für Strahlentherapien © Roland Schlager
 

Auf Wartezeiten bis zu zwei Monaten für eine Behandlung an der Abteilung für Strahlentherapie im Klinikum Klagenfurt weist Univ.-Prof. Jörg Tschmelitsch, Leiter der Chirurgie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit, hin. Das sei nicht zu verantworten, weder aus medizinischer, noch aus psychologischer Sicht.

Kabeg-Vorstand Arnold Gabriel ist sich der belastenden Situation für Krebspatienten bewusst und er versichert, dass man alle Möglichkeiten ausnutze, um Verzögerungen zu vermeiden. Abgesehen davon, dass Fälle mit hoher Dringlichkeit natürlich Vorrang hätten. Gabriel: „Die Reihung erfolgt nach einem Ampelsystem.“

Der Kabeg-Chef sagt, dass er sich nicht an seiner Vorgängerin abputzen wolle, die konkrete Problematik hätte jedoch sie den Kärntner Patienten eingebrockt: „Primarius Raunik, der Chef der Strahlentherapie, hat immer wieder darauf hingewiesen, die drei bestehenden Geräte auszutauschen. Das wurde ebenso infrage gestellt wie die Notwendigkeit, ein Viertes anzuschaffen. Das zog enorme Verzögerungen nach sich.“

Noch ein "langer Tag" ab Oktober

Seit Gabriels Amtsantritt 2014 wurden alle drei Linearbeschleuniger ausgetauscht, das dritte Gerät wird Anfang September nach der Abnahme durch die Behörde hochgefahren. In Kombination mit einer Personalaufstockung werde man dann ab Oktober an zwei Geräten „lange Tage“ einrichten können, kündigt Gabriel an. Das Ziel sei, die Wartezeiten bei gewissen Indikationen dann unter fünf Wochen zu bringen.

Endgültig vorbei sein soll der Engpass bei Strahlentherapien dann mit der Inbetriebnahme eines vierten Linearbeschleunigers Anfang 2020.

Der Bedarf an Strahlenbehandlungen hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Behandelte man 2007 160 Patienten mit Prostatakarzinom, waren es 2017 schon 300.

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