VCÖ-StudieKärntner Firmen fahren auf Luxuswagen ab

In Kärnten wurden heuer im ersten Halbjahr 43 Prozent der Neuwagen auf Firmen zugelassen. Den höchsten Anteil von Firmenwagen gibt bei den Modellen der Luxusklasse.

Kärntner Firmen fahren auf Luxuswagen ab
Kärntner Firmen fahren auf Luxuswagen ab © APA
 

In Kärnten wurden heuer im ersten Halbjahr 43 Prozent der Neuwagen auf Firmen und andere "juristische Personen" zugelassen. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass in Klagenfurt der Anteil mit 63 Prozent am höchsten ist.

10.304 Pkw wurden heuer im ersten Halbjahr in Kärnten neuzugelassen, davon 4482 auf Firmen und andere "juristische Personen". Regional gibt es beim Anteil der Firmenwagen große Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Am höchsten war der Anteil der auf "juristische Personen" neuzugelassenen Pkw in Klagenfurt mit 63 Prozent, am zweithöchsten in Villach mit 54 Prozent und am dritthöchsten im Bezirk Wolfsberg mit 43 Prozent.

Den niedrigsten Anteil weist der Bezirk Villach Land mit zehn Prozent auf. Österreichweit hat der Wiener Bezirk Liesing mit 86 Prozent den höchsten Anteil von auf "juristische Personen" zugelassenen Neuwagen, berichtet der VCÖ.

Pkw-Neuzulassungen

Klagenfurt: 63%

Villach: 54 %

Bezirk Wolfsberg: 43 %

Bezirk Spittal / Drau: 41 %

Bezirk St. Veit / Glan: 34 %

Bezirk Hermagor: 29 %

Bezirk Völkermarkt: 26 %

Bezirk Feldkirchen: 24 %

Bezirk Klagenfurt Land: 24 %

Bezirk Villach Land: 10 %

Quelle: Datafact, VCÖ 2018

Große Unterschiede bei Fahrzeugklasse

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass auch bei den Fahrzeugklassen die Unterschiede groß sind. Den höchsten Anteil von Firmenwagen gibt es österreichweit bei den Modellen der Luxusklasse mit 86 Prozent (zum Beispiel Audi A8), am zweithöchsten bei Modellen der Oberklasse mit 75 Prozent (Mercedes E-Klasse). Auch bei großen SUV (Porsche Cayenne) ist der Anteil der nicht auf private Haushalte angemeldeten Neuwagen mit 71 Prozent sehr hoch. Am niedrigsten ist der Anteil der Firmenwagen bei Kleinwagen (VW Polo) mit 49 Prozent und bei kleinen SUV mit 51 Prozent (Dacia Duster).

Fahrzeugklassen in Österreich

Luxusklasse: 86 Prozent

Oberklasse: 75 Prozent

Kleinbus: 73 Prozent

Große SUV: 71 Prozent

Obere Mittelklasse: 71 Prozent

Van: 58 Prozent

Sportwagen: 57 Prozent

Untere Mittelklasse: 57 Prozent

Kleine SUV: 51 Prozent

Klein- und Stadtwagen: 49 Prozent

Quelle: Datafact, VCÖ 2018

 

„Der hohe Anteil von Firmenwagen an den Neuzulassungen ist als Chance zu nutzen, die Autoflotte rasch spritsparender und weniger klimaschädlich zu machen. Der Vorteil für Autofahrer: Je mehr spritsparende Modelle von Unternehmen angeschafft werden, umso mehr spritsparende Modelle kommen dann auf den Gebrauchtwagenmarkt“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Ein Liter weniger Verbrauch pro 100 Kilometer, bedeutet pro 100.000 Kilometer um rund 1300 Euro niedrigere Spritkosten, verdeutlicht der VCÖ.

Kommentare (6)

Kommentieren
Smusmu
1
2
Lesenswert?

Ist ja gedeckelt.

Alles was mehr als €40.000,- kostet ist ja steuerlich e nicht absetzbar (bei PKW). Außerdem sind PKW (bis auf die genehmigten Ausnahmen) auch nicht Vorsteuerabzug berechtigt. Warum die Aufregung?
Und ja... mehr Ökogedanke wäre net...

Antworten
Kristianjarnig
1
0
Lesenswert?

Klar -

-Luxus und Oberklasselimousinen sind besonders für deren Spritsparende Motoren bekannt. Wird auch ausdrücklich genau damit geworben wenn vollmundig über 300 PS+++ Motore in den Werbeprospekten oder auch hier in der Zeitung darüber berichtet wird.

Einfach ein nettes "Schlupfloch" damit Firmenbosse recht günstig an Oberklassenfahrzeuge kommen. Unsere Politiker fahren ja auch nicht gerade mit Mittelklassefahrzeugen herum(nebenbei bemerkt).

Ich finde wer so etwas benötigt soll auch selbst voll dafür zahlen, d.h. alle Steuern und Abgaben die auch ein Unselbstständiger(der sowieso bereits für alles doppelt und dreifach zur Kasse gebeten wird) zahlen müßte.

Ich glaube kaum das etwas anderes als ein Mittelklassefahrzeug zur Geschäftsausführung nötig ist(und von mir aus auch gefödert werden soll, aber auch dann auch genauso an alle Pendler die sicher eher eine günstige Förderung nötig hätten als Firmenbosse bzw. Geschäftsführer).

So oder so - die Autoindustrie freut sich ob dieser "Zuckerln" für Unternehmer.

Kein Neid aber man kann sich nur wundern warum gewisse Bürger ausgenommen werden wie die berühmte Weihnachtsgans und für andere gelten andere Regeln.

Man wird es nicht ändern, angesprochen sollte es aber werden!

Antworten
Amadeus005
0
1
Lesenswert?

86% in Liesing

Na klar, viele sind Leasing :-)

Antworten
Amadeus005
1
0
Lesenswert?

Liegt an der Steuer

Ein Sharan kostet dem Arbeitnehmer steuermäßig gleich viel wie ein Audi A8, oder eine Ferrari

Antworten
Mr.T
1
11
Lesenswert?

Das passt zu der Tatsache...

... dass es letztes Jahr 17.400 neue Millionäre in Österreich gibt!

Wir haben also jetzt 150.000 Millionäre in Österreich!

Das ist ja wohl logisch, dass diese standesgemäß unterwegs sein wollen! Und warum aus der eigenen Tasche zahlen, wenn man alles über die Firma laufen lassen kann und es bequem von den Steuern abschreiben kann!!!

Antworten
gintonicmiteis
0
6
Lesenswert?

Der Staat schaut eben

auf seine "Leistungsträger" ;)

Antworten