Kärnten66 Verletzte: Neuer Schutz für Polizisten

Innenministerium hat mit Verteilung von Helmen und Schutzgilets begonnen. Es folgen neue Pistolen und Gewehre.

Der neue Standardschutz für Polizisten © Polizei
 

Im Vorjahr wurden in Kärnten 66 Polizistinnen und Polizisten in Kärnten durch Angriffe im Dienst verletzt. „Die Gewaltbereitschaft steigt“, sagt Mario Nemetz, Pressesprecher in der Landepolizeidirektion.

Innenminister Herbert Kickl hat den Schutz von Polizisten ganz vorne auf seine Arbeitsagenda gesetzt. Die „Ausrollung“ der neuen Schutzausrüstung hat bereist begonnen. In Kärnten bekommen bis Ende 2020 rund 1900 Exekutivbeamte individuell angepasste 2,5 Kilogramm leichte Giletwesten, die sie vor Schüssen und Stichen schützen sollen. „Die Gilets werden an den Träger oder die Trägerin angepasst und gehören zur persönlichen Ausrüstung wie die Uniform“, erläutert Nemetz. Zur weiteren persönlichen Ausrüstung zählen neue Helme, ein Smartphone mit einer speziell entwickelten App, über welche verschiedenste Daten abgefasst werden können. Dazu kommt in jeden Streifenwagen ein I-Pad, der das Einscannen von zu überprüfende Dokumenten ermöglicht.

Weiters wird die Bewaffnung, u. a. Pistolen und Sturmgewehre, erneuert. „In Kärnten sind die ersten Tranchen von Gilets und Helmen bereits im Einsatz“, sagt Nemetz. Auch der Standort des Schulungs- und Ausbildungszentrum in der Kaserne in Krumpendorf scheint gesichert. Bis 2020 sollen laut Innenminister Kickl österreichweit 2000 neue Polizeiplanstellen geschaffen werden.

Nach ersten Praxistests sind die neuen Schutzgilets sehr alltagstauglich – auch für längere Tragezeiten. Sie können sowohl über als auch unter der Dienstkleidung getragen werden. Österreichweit wurden zwischen den Jahren 2000 und 2017 mehr als 38.000 Exekutivbeamte verletzt, davon rund 16.500 durch „fremde Gewalt“. 29 Polizisten sind ums Leben gekommen. Mit dem „Peer-Support“ hat der psychologische Dienst des Innenministeriums ein Programm entwickelt, welches Polizistinnen und Polizisten helfen soll, sich bei belastenden Amtshandlungen gegenseitig zu unterstützen.

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