KärntenBei Festnahme: Mann quetschte Polizisten die Hoden

Schmerzhafte Festnahme: Beamter erlitt Hodenquetschung, Polizistin bekam Kopfschlag. Täter (51) wurde am Landesgericht Klagenfurt verurteilt.

Hodenquetschung und Kopfschlag: Polizist und Polizistin verletzt
Hodenquetschung und Kopfschlag: Polizist und Polizistin verletzt © KLZ/Helmuth Weichselbraun
 

Das war eindeutig unter der Gürtellinie: Ein 51-jähriger Kärntner trat einem Polizisten zwischen die Beine und quetschte anschließend mit der Hand die Hoden des Beamten. „Ich hatte drei Wochen Schmerzen und war länger als zwei Wochen im Krankenstand“, sagt der Polizist, ein gebürtiger Steirer. Die Diagnose lautete: Hodenquetschung.

Der Angreifer musste sich am Donnerstag vor Gericht verantworten. Er hat sieben Vorstrafen. Zwei Polizisten holten ihn im Vorjahr wegen eines Haftantrittes Zuhause ab. Weil der Mann die Türe nicht öffnete, stieg der 32-jährige Beamte über den Balkon in die Wohnung des Mannes. Der Polizist hielt die Waffe in der Hand, als er den 51-Jährigen sah: Der Mann sei neben dem Bett gelegen, um sich zu verstecken. „Was willst Du, Bulle!“, soll der Mann gerufen haben. Es kam zu einer Rangelei. „Der Angeklagte war aggressiv“, findet der Polizist. Deshalb eilte ihm seine Kollegin zu Hilfe: Die 37-jährige Polizistin stieg ebenfalls über den Balkon in die Wohnung. „Wir versuchten den Mann zu fixieren. Er gab mir einen Schlag auf den Kopf. Dann hatte ich kurz ein Black-Out,“ erzählt die Frau. Erst als Verstärkung kam, konnte der Kärntner abgeführt werden.

Kampfsport

Der Angeklagte sagt, er habe lange Kampfsport gemacht. „Normalerweise bin ich sonst total ruhig.“ An den konkreten Vorfall könne er sich nicht erinnern. „Ich war rauschig.“ Seit einem Schicksalsschlag, als seine Tochter gestorben sei, trinke er öfter. Laut Polizisten war er zur Tatzeit aber nicht alkoholisiert.

Das Urteil: Neun Monate Haft bedingt und 720 Euro Geldstrafe. Sechs Monate Haft muss der Mann noch wegen einer früheren Verurteilung im Gefängnis verbüßen. Diese, einst bedingte Strafe, wurde nun widerrufen. Den Polizisten und der Republik muss der Angeklagte Schadenersatz zahlen.  Die genaue Höhe steht noch nicht fest. Der Mann mus zudem ein Antiaggressionstrainung absolvieren und Bewährungshilfe in Anspruch nehmen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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struge1
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Man stelle sich vor,

das Ganze wäre umgekehrt passiert und der Polizist hätte dem Täter die Hoden gequetscht, ob da das Urteil auch so milde ausgefallen wäre. Ich glaube nicht, daß Urteil ist lächerlich!!

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