Naturverbände laufen SturmLand droht Klage wegen Fischotter-Abschusses

Nächste Woche stimmt die Regierung über die neue Fischotter-Verordnung ab. Diese sieht vor, dass ab 1. März 43 der streng geschützten Tiere pro Tag entnommen werden dürfen. Naturschutzbund erwägt Klage, auch WWF Österreich gegen Abschuss.

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Dem Fischotter soll es in Kärnten an den Kragen gehen. Die Begutachtungsfrist für die neue Fischfutter-Verordnung, die zuletzt FPÖ-Landesrat Gernot Darmann eingebracht hat, ist abgelaufen. Am 27. Februar soll über das Schicksal der gefräßigen, aber streng geschützten Otter entschieden werden.

Die neue Verordnung sieht vor, dass pro Jahr 43 Tiere mittels Fallen und Waffen entnommen werden dürfen. Zum Einsatz kommen ausschließlich speziell geschulte Jäger, die gleichzeitig in dem betroffenen Gewässer fischereiberechtigt sind.

Naturschutzbund: "Schwarzer Dienstag"

Der Naturschutzbund spricht von einem "Schwarzen Dienstag" für Fischotter in Kärnten. Mit aller Vehemenz wehrt sich der Naturschutzbund gegen diese neue Verordnung. Sollte sie beschlossen werden, wird sogar Klage bei der EU erwogen, heißt es in einer Presseaussendung. In dieser sind auch die Gründe für eine Ablehnung aufgelistet. So widerspreche der Eingriff dem EU-Recht, des Weiteren sei ein Eingriff gemäß der FFH-Richtlinie nur möglich, wenn ein günstiger Erhaltungszustand gegeben und keine anderweitige zufriedenstellende Lösung möglich ist.

Ein Abschuss der Fischotter in der Zeit von 1. November bis 28. Februar verletzt wissentlich und vorsätzlich das geltende Jagdgesetz, das in jedem Fall den uneingeschränkten Mutterschutz sowie den der noch nicht allein lebensfähigen Jungtiere fordert. Der Naturschutz beharrt daher darauf, zunächst alternative Maßnahmen zu testen und einen Abschuss als allerletzte Möglichkeit in Erwägung zu ziehen: "Jetzt braucht es zuerst einmal eine fundierte Beratung und Unterstützung der Fischer beim Umzäunen ihrer Teiche. Dann müssen wir schauen, wie sich die Bestände entwickeln und zwar von Fischen UND Fischottern. Eine Entnahme zum momentanen Zeitpunkt widerspricht jeder Vernunft und wird von uns sicherlich nicht hingenommen werden“, sagt Naturschutzbund-Präsident Roman Türk.

WWF Österreich: Keine Schnellschüsse

Auch der WWF Österreich hat innerhalb der Frist eine Stellungnahme zum Entwurf der neuen Verordnung abgegeben. Jetzt wendet sich die Geschäftsführerin, Andrea Johanides, mit einem Schreiben an Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). "Aus rechtlichen und naturschutzfachlichen Gründen spricht sich der WWF Österreich eindeutig gegen die geplante Entnahme bzw. den Abschuss von Fischottern aus. Einerseits fehlen dafür die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen, andererseits wird damit reine Symptombekämpfung betrieben", heißt es in dem Schreiben.

Kritisiert wird auch, dass Kärnten ein zeitgemäßes Fischotter-Management fehlt, Schutzmaßnahmen vernachlässigt worden sind. "Wir sind für konstruktive Diskussionen und Lösungen, aber gegen Klientelpolitik und wahlkampfberechtigte Schnellschüsse", sagt Johanides.

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Danke für Ihr Verständnis.

hermes74
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Versäumnisse

Das Problem mit den Fischottern ist schon seit Jahren bekannt. Bei den Bären gibt's einen Fond mit dem Schäden abgegolten werden. Darmann hat es als Jagdreferent bis jetzt nicht geschafft einen zu einzurichten..
Lieber lässt er die Tiere gesetzeswidrig abknallen..

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pollij
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Überschrift???

In der Überschrift steht:
"Nächste Woche stimmt die Regierung über die neue Fischotter-Verordnung ab. Diese sieht vor, dass ab 1. März 43 der streng geschützten Tiere pro Tag entnommen werden dürfen."

Das sollte wohl auffallen dass das nicht stimmen kann ;-)

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