Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Liebenfels, KlagenfurtAusbau von Heizkraftwerk lässt die Wogen hochgehen

Emotionsgeladene Bürgerversammlung Dienstagabend in Liebenfels. Ausbau des bestehenden Heizwerkes in Liebenfels mit Fernwärmeleitung nach Klagenfurt ist aber auf Schiene. Baubeginn könnte im Mai sein.

Auf Konfrontationskurs: Bürgermeister Klaus Köchl (links) und Gemeindearzt Wilfried Tomantschger
Auf Konfrontationskurs: Bürgermeister Klaus Köchl (links) und Gemeindearzt Wilfried Tomantschger © KLZ/Markus Traussnig
 

Die Projektbetreiber und Firmenvertreter mussten draußen bleiben. Nur Bürgermeister Klaus Köchl (SPÖ) durfte in den Saal und musste aufgebrachten Liebenfelser Bürgern Rede und Antwort stehen. Die emotionsgeladene Bürgerversammlung Dienstagabend im Kulturhaus dauerte drei Stunden. Eingeladen hatte Gemeindearzt Wilfried Tomantschger, der sich an die Spitze einer Bürgerinitiative gestellt hat.

Die Initiative hat sich in den letzten zwei Wochen formiert, nachdem das Ausbauprojekt bekannt geworden ist. Und zwar plant die Bioenergiezentrum GmbH, die frühere Riegler-Zechmeister-Gruppe, den Ausbau des in Liebenfels bestehenden Heizkraftwerkes von derzeit 18,5 MW auf 26 MW. Mittels 15 Kilometer langer Leitung soll über den Tentschacher-Berg Fernwärme nach Klagenfurt geliefert werden, damit die Firmengruppe ihren Energie-Liefervertrag mit der Landeshauptstadt erfüllen kann.

Das Modell des Neubaus
Das Modell des Neubaus Foto © KK

"Den wirtschaftlichen Nutzen haben die Investoren, den Energiegewinn Klagenfurt und für Liebenfels bleibt der Dreck", formulierte Tomantschger drastisch. Er zählte als Nachteile für Liebenfels einen höheren Schadstoffausstoß, höheres Abfall-, Staub- und Verkehrsaufkommen, Bandgefahr und eine "Verschandelung" des Ortsbildes auf. Denn durch den Ausbau wird das Werk wesentlich größer. Reinhold Brandhuber, früherer Prokurist der Stadtwerke Klagenfurt, hielt dem Betreiber vor, bei der bestehenden Anlage über die Jahre hinweg insgesamt 14 Auflagen nicht erfüllt zu haben.

Bürgermeister Köchl und Amtsleiter Hans Messner verteidigten das Projekt. Zum einen hätte der Betreiber das Recht auf ein ordentliches Behördenverfahren. Dieses sei sichergestellt. Und zum anderen habe die Gemeinde sich viele Vorteile vertraglich gesichert. Ein Großteil der anwesenden Bürger zeigte sich damit nicht zufriedengestellt. Eine Verhinderung oder Verzögerung des Projektes scheint aber auch nicht möglich. Denn morgen, Donnerstag, findet die abschließende Bauverhandlung statt. Über alle anderen Genehmigungen sowie eine bestehende Betriebsbewilligung verfügt die Firma. Auch die Trassenführung der Fernwärmeleitung nach Klagenfurt, entlang der Tentschacher Landesstraße, ist bereits genehmigt.

Kommentare (8)

Kommentieren
Wildheart
5
3
Lesenswert?

Die Aufregung ist nicht zu verstehen.

Was soll an der Leistungserhöhung des Fernheizwerks schlecht sein? Denn Fernwärme ist in der Tat umweltfreundlich. Offenbar stört man sich ausschließlich daran, daß die die erzeugte Wärme in einer anderen Ortschaft oder Stadt genutzt wird. - Na und?

b41e00d9ff78b20529de676714273e9d
2
11
Lesenswert?

Alles Schwindel

Das bestehende Heizkraftwerk hat ja zur RZ Gruppe gehört und die hat ja ihre Schulden bei der Heta nicht mehr zahlen können, d.h.das auch Liebenfels nicht wirtschaftlich war, trotz des geförderten Einspeistarifes.. Anders formuliert, wir die Steuerzahler zahlen es 2 mal. Wenn nun nicht neu gebaut wird läuft jetzt nach 13 Jahren der geförderte Tarif weg und damit müßte dasHeizkraftwerk stillgelegt werden, weil der normale Erlös für den Strom nicht einmal die Kosten für den Rohstoff (Hackschnitzel) abdeckt. Mit dem neuen geht es dann wieder für 13 Jahre weiter um dann als Ruine zu enden.
Was in einem Fußball VIP Club alles für Ideen mit Kommunalpolitikern entstehen, einfach grauslich.

metropole
1
13
Lesenswert?

Gewinn

Für die Betreiber Gruppe steht Gewinnmaximierung im Vordergrund.Was interessiert einem da die Gesundheit der Bürger,eine intakte Umwelt,Auflagen ,die nicht eingehalten werden ( wo ist da die zuständige Behörde -noch im Winterschlaf ??) ja,money makes the world goes round ! interessant,daß der Bgm.nicht auf Seite der Gemeindebürger zu finden ist und sich für die Projektbetreiber vehement einsetzt!

3fe07c0ab0fc65c9cc97dba18fea50ce
2
13
Lesenswert?

...wie in Ebenthal...

Bürgerinitiativen noch & nöcher - niemand wollte das neue Biomassekraftwerk haben...etliche Umweltprüfungen haben stattgefunden, welche auch gegen das Kraftwerk sprachen...

Und dennoch - was glänzt nun wunderbar in der St. Jakober Straße? Das neue Kraftwerk...

Ich bin gespannt, wie das ganze in Liebenfels ausgeht --> ich vermute, ähnlich :)

catwisel
3
15
Lesenswert?

Heizkraftwerk trotz Bürgerproteste

Das die Wogen in der Gemeinde hoch gehen wird wohl jeder verstehen. Wer möchte schon mitten in seinem Wohnort solch einen Koloß stehen haben. Auch Klagenfurt hat sich selbst gegen ein Werk entschieden und den Bürgern von Liebenfels wird dies jetzt einfach vor die Nase gesetzt.
Leider konnten auch viele Fragen der Bürger nach wie vor nicht beantwortet werden und einige Falschmeldungen wurden auch nicht richtig gestellt: 1) Ein Großteil der Gemeinde ist bereits an die Fernwärme angeschlossen - dies ist nicht korrekt. 2) Schaffung von 10-15 Arbeitsplätzen - dies ist nicht korrekt, der Betreiber selbst sprach von höchstens 4. 3) Warum wurden die Gemeindebürger nicht vorher informiert? 4) Was passiert nach den 15 Jahren, sollte der Betreiber das Werk nicht weiterführen? 5) Der Betreiber hat in der Vergangenheit 14 Auflagen nicht erfüllt - um welche handelt es sich und werden diese nun definitv eingehalten?
Eine Verhinderung, Verzögerung scheint nicht möglich. Die Bauverhandlung ist morgen, die behördlichen Genehmigungen, sowie die Betriebsbewilligung liegt vor und auch die Trassenführung nach Klagenfurt wurde bereits genehmigt. Alles ist still und leise über die Bühne gegangen.

zigarre
5
18
Lesenswert?

es kommen ja wieder Wahlen........schön zu sehen dass sich keine Partei um die eigenen Bürger und deren Anliegen kümmert....wenns passt dann wird nicht informiert, im Hinterzimmer gemauschelt wie man das von der FPÖ in der Vergangenheit kannte - jetzt ist halt wieder die SPÖ überall dabei - ob es sich um eine Umwidmung in Maria Saal handelt, eine Postenbesetzung in Krankenhaus - alles wie es immer war wenn man am Ruder ist -deshalb ist es ja höchste Zeit das Wahlen kommen - ich freu mich drauf :-))

harri156
7
7
Lesenswert?

Um dann wen zu wählen?

Die "früheren Verhältnisse"?

zigarre
13
7
Lesenswert?

ja warum nicht......wirklich besser machen's die derzeitigen Politiker ja auch nicht - es ist ja eher das Problem der mangelnden Möglichkeiten eine größeren Schaden anzurichten da durch die Fehler der Vergangenheit - mitgestimmt haben ja die SPÖ, ÖVP und Grünen ja auch immer wieder (nur das will heute keiner mehr wahrhaben) - keine Mittel zur Verfügung stehen ......