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Achtung! Tollwut im Anmarsch

Unweit der Grenze sind in Italien mehrere Tollwut-Fälle entdeckt worden. Kärntens Behörden sind alarmiert und kämpfen mit Notauslagen von Impfködern gegen die drohende Gefahr - bislang mit Erfolg.

© APA/Symbolbild
 
Beim letzten Ausbruch 2002 verbiss sich ein Fuchs in einen Rindenschutz, und keine Macht der Welt, nicht mal Jäger, konnten ihn davon abbringen.

Ständige Alarmbereitschaft. Seit den damals 24 Fällen wurden keine weiteren bekannt; im September 2008 erklärte die WHO Österreich und Kärnten für Tollwut-frei. Das ist epidemiologisch wichtig, weil bei verdächtigen Tierbissen nicht automatisch die Anti-Tollwut-Therapie ablaufen muss wie in gefährdeten Gebieten. Marie-Christin Rossmann von der Landes-Veterinärdirektion weiß, wie nötig ständige Alarmbereitschaft ist: "Wenn die Viren erst einmal in eine Nervenbahn eingedrungen sind, gibt es keine Rettung mehr. Der befallene Mensch oder das infizierte Tier ist dem Tode geweiht." Ein raffiniertes System der Tollwutabwehr hat Kärnten bisher geschützt. Hunderttausend Köder mit Lebend-impfstoff werden alljährlich von Flugzeugen vor allem in den Bezirken Wolfsberg und Südkärnten ausgeworfen und bildeten einen - wie es schien - undurchdringlichen Schutzgürtel zu Slowenien.

Gefahr aus Kroatien. Slowenien kämpft zwar auch gegen die Tollwut - so müssen alle Hunde geimpft werden -, doch unser Nachbarland leidet unter seinem Nachbarn. Rossmann: "In Kroatien, wo nicht geimpft wird, gab es 2007 über 1350 Tollwut-fälle bei Wild- und 103 bei Haustieren. Im Vorjahr wurden 758 infizierte Wild- und 64 Haustiere entdeckt." Auch Slowenien konzentrierte seinen Impfgürtel auf die Grenze zu Kroatien. Italien galt ja als Tollwut-frei. Im Oktober 2008 wurde ein Wanderer im nordfriulanischen Resia-Tal von einem Fuchs gebissen. Er erschlug das Tier, dessen Untersuchung ein schockierendes Er-gebnis brachte, wie Rossmann weiß: "Der Fuchs war positiv, und der Virenstamm kam aus Kroatien. Ent-weder ist das Tier direkt aus Kroatien über das Triglav-Gebiet nach Italien gekommen, oder es hat in Slowenien einen Fuchs infiziert, der dann den Wanderer attackiert hat."

Impfköder angebracht. Binnen kurzer Zeit wurden in der Region weitere elf Tollwutkranke Tiere entdeckt: acht Füchse, ein Reh, zwei Dachse. "Infizierte Tiere werden von einem enormen Wanderdrang befallen und können an einem Tag durchaus 50 Kilometer zurücklegen", erklärt Rossmann. Was bedeuten würde, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit tollwütige Tiere nur einen Tagesmarsch von Kärnten entfernt sind. "Gleich im November haben wir an den Grenzen zu Slowenien und Italien 32.000 Impfköder ausgebracht", so Rossmann, "im Mai sind es noch einmal 55.000." Der Aufwand hat einen Grund: "Es ist leichter und billiger, die Tollwut draußen zu halten, als sie zu bekämpfen, wenn sie da ist."

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