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Karfreitag bleiben viele Türen zu

Kein Fußballspiel, kein Konzert, kein Kino. Viele Veranstaltungen sind in Kärnten am Karfreitag gesetzlich verboten. Bei Verstößen drohen Geldstrafen bis zu 7260 Euro.

© Weichselbraun
 

Die Erinnerung lebt. Am 6. April 2012, einem Karfreitag, hat die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft ein WM-Testspiel gegen Weißrussland 2:3 verloren. In der Villacher Stadthalle - vor leeren Zuschauerrängen. Grund für das "Geisterspiel" war das Kärntner Veranstaltungsgesetz. Darin gelten der Karfreitag und der Heilige Abend als "veranstaltungsfrei". Erst am Karsamstag ab 14 Uhr ist wieder Normalbetrieb an der Veranstaltungsfront erlaubt.

Im Dezember 2010 wurde das Veranstaltungsgesetz mit all seinen Bestimmungen kontroversiell und heftig auf der Politbühne diskutiert. Schließlich einigte man sich darauf, das der Karfreitag und der Heilige Abend veranstaltungsfrei gehalten werden sollen. "Für mich ist das Verbot ein Beitrag zur Entschleunigung in einer immer hektischer werdenden Zeit. Innehalten schadet nicht - niemanden", sagt Albert Kreiner, Leiter der Abteilung Wirtschaftsrecht im Amt der Kärntner Landesregierung. Über die Bezirksverwaltungsbehörden wird die Polizei angehalten, die Einhaltung der Verbote genau und streng zu überwachen.

Strafen bis zu 7260 Euro

Bei Verstößen drohen Geldstrafen bis zu 7260 Euro. "Das Veranstaltungsgesetz ist Ländersache", erläutert Kreiner. Bei Gesprächen mit Juristenkollegen in anderen Bundesländern sei, so Kreiner, manch Kuriosum ans Tageslicht gekommen.

"Es kam heraus, dass in einem Bundesland das Kartenspielen am Karfreitag zwar erlaubt sei, nicht aber Poker, da die Soldaten unter den Kreuz Jesu um dessen Gewand gepokert hatten." Dass Verbote nicht immer für alle gelten müssen, hat Kinobetreiber Alfred Laas ("Cinecity") erfahren müssen. "Wir haben im vergangenen Jahr am Karfreitag gespielt und mussten beim Klagenfurter Magistrat 800 Euro Strafe zahlen. Ein Mitbewerber wurde dem Vernehmen nach nicht bestraft. Heuer haben wir zu. Ein Mitbewerber hat bereits angekündigt, seinen Betrieb offen zu halten. Wir werden heuer sehen, wie ernst es die Behörde mit der Einhaltung des Veranstaltungsverbotes nimmt", sagt Laas.

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