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BurgenlandJagdgesetz mit Gatterjagd-Verbot beschlossen

Das Verbot tritt jedoch erst mit 2023 in Kraft. Eine diesbezügliche Volksabstimmung wurde abgesagt.

AKTION VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN
Der Verein gegen Tierfabriken bekämpft das Abschießen eingesperrter Tiere seit Jahren © (c) APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Der burgenländische Landtag hat am Donnerstag das neue Jagdgesetz mit einem Verbot für die Gatterjagd ab 2023 beschlossen. Nachdem das Aus der Gatterjagd von der SPÖ bereits bekannt gegeben wurde, hatten die Initiatoren der ursprünglich geplanten Volksabstimmung diese zurückgezogen. ÖVP, FPÖ und Grüne bekräftigten ihre Kritik am Gesetz und stimmten nicht mit.

SPÖ-Landtagsabgeordneter Gerhard Bachmann verteidigte die Vorgangsweise und meinte, man müsse auch den Mut haben, eine Korrektur durchzuführen, "wenn das Volk das wünscht". Das Ziel der Volksabstimmung, nämlich ein Verbot der Gatterjagd, sei erreicht worden, daher sei diese nun obsolet. Die Gemeinden würden sich durch die Absage viel Geld ersparen, denn es wäre ein "Wahnsinnsaufwand", eine solche abzuwickeln.

ÖVP-Mandatarin Carina Laschober-Luif hingegen kritisierte, dass dem Jagdverband mit dem Gesetz die Selbstverwaltungsfähigkeit genommen wird und den Bezirksverwaltungsbehörden immer mehr Aufgaben aufgebürdet werden. "Mir ist unverständlich, warum eine unabhängige, gut funktionierende Interessensvertretung ausgeschaltet werden soll", erklärte Laschober-Luif. Weiters monierte sie die Erhöhung der Jagdabgabe.

Das Aus für die Gatterjagd sei ein "riesiger Erfolg", so Wolfgang Spitzmüller von den Grünen. Es sei aber bedauerlich, dass es nun doch nicht zu einer Volksabstimmung kommt. Die SPÖ habe es geschafft, diese "mit einem Schachzug" abzuwenden. Insgesamt sprach Spitzmüller von einem demokratiepolitisch bedenklichen Vorgang. Noch bis 2023 sei Jagd im Gatter möglich, gab er außerdem zu bedenken.

Auch für die FPÖ ist es "bedauerlich und ärgerlich", dass die Volksabstimmung abgesagt wurde: "Das Engagement tausender Menschen wird mit Füßen getreten", meinte Alexander Petschnig. Dieses Instrument der direkten Demokratie werde "ad absurdum" geführt. Petschnig warnte davor, dass die Gatterjagd in ein paar Jahren durch die Hintertür wieder eingeführt werden könnte.

Der Verein Gegen Tierfabriken (VGT), der die Volksabstimmung initiiert hatte, zeigte sich in einer Aussendung erfreut über den Beschluss zum Gatterjagd-Verbot. Die Mühe sei nicht umsonst gewesen, das Ziel der geplanten Volksabstimmung wurde erreicht, erklärte VGT-Obmann Martin Balluch dazu. "Mehr braucht es bei uns für einen Deal nicht. Wir machen ja keine Volksabstimmung aus Jux und Tollerei", meinte er in Richtung ÖVP und FPÖ.

Kommentare (1)
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Morpheus17
0
2
Lesenswert?

Wird die Blaublütigkeit eben nach Ungarn od Rumänien ausweichen

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