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Erfolgreiche Tiergarten-BilanzDagmar Schratter gibt Amt als Schönbrunn-Chefin ab

Zwölf Jahre als Direktorin des Tiergartens Schönbrunn sind genug: Die 65-jährige Kärntner Biologin Dagmar Schratter geht mit Jahresende in Pension - ihre Bilanz kann sich sehen lassen.

Dagmar Schratter, seit 2007 erste Direktorin in der Geschichte des Tiergarten Schönbrunn.
Dagmar Schratter, seit 2007 erste Direktorin in der Geschichte des Tiergarten Schönbrunn. © Tiergarten Schönbrunn/Michael Zupancic
 

Zwölf Jahre sind genug: Mit Direktorin Dagmar Schratter zieht sich mit Jahresende eine ausgewiesene Expertin aus dem Tiergarten Schönbrunn zurück - sie kennt die Aspekte eines Zoos "von der Pike" auf.

Schratter ist nämlich nicht nur promovierte Biologin, sondern hat auch eine Lehrabschlussprüfung als Tierpflegerin. Ihr Vertrag läuft Ende Dezember aus. 2007 trat die damalige Vize-Chefin die Führung des Wiener Zoos an. Zuletzt wurde ihr Vertrag 2016 verlängert - auf eigenen Wunsch allerdings nur noch für drei Jahre. Denn immerhin hat Schratter im heurigen März ihren 65. Geburtstag begangen.

Schönbrunn mehrfacher Jahressieger

Ihre Bilanz als Direktorin kann sich durchaus sehen lassen. Immerhin wurde der Tiergarten Schönbrunn im Vorjahr zum fünften Mal zum besten Zoo Europas gewählt. In ihrer Zeit an der Spitze konnte Schratter immer wieder neue Attraktionen präsentieren, sei es das renovierte Giraffenhaus oder das revitalisierte Affenhaus. Diesen Sommer durfte sich die Chefin über die Geburt des Elefantenbabys "Kibali" freuen. Was die Finanzen betrifft, zeigte sie sich beim Geburtstagsinterview im Frühling ebenfalls zufrieden: Das Haus stehe "auf wirtschaftlich stabilen Beinen".

Geboren am 26. März 1954 in Klagenfurt, studierte Schratter an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Karl Franzens-Universität in Graz (Hauptfach Zoologie, Nebenfach Botanik). Nach dem Abschluss 1983 legte sie ein Jahr später die Lehrabschlussprüfung als Tierpflegerin ab.

Bis 1981 war Schratter Mitarbeiterin Otto Koenigs am Wiener Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des steirischen Tierparks Herberstein. Ihre Doktorarbeit verfasste sie im Naturpark Hohe Wand im Süden von Wien und in Herberstein über "Die Jugendentwicklung beim Alpensteinbock".

Das Institut für angewandte Öko-Ethologie war bis 1993 ihr berufliches Hauptaufgabengebiet. Die in Staning (Oberösterreich) gelegene Einrichtung wurde von Naturschutzpionier und Verhaltensforscher Otto Koenig im Rahmen der Forschungsgemeinschaft Wilhelminenberg eingerichtet. Dagmar Schratter hat das Institut mit aufgebaut, etabliert und schließlich geleitet.

Ihre Aufgabengebiete waren dabei u.a. das Umsetzen ökologischer Erkenntnisse bei der Nutzung der Landschaft durch sinnvolle Zusammenarbeit mit der Industrie, vogelkundliche, gewässerkundliche und botanische Erhebungen zur ökologischen Verbesserung von Stauseen und ihrem Umfeld. Darüber hinaus wirkte Schratter bei der legendären TV-Sendereihe "Rendezvous mit Tier und Mensch" von und mit Otto Koenig mit.

Großer Verantwortungsbereich

Helmut Pechlaner holte die Biologin 1993 als Zoologische Abteilungsleiterin und Stellvertretende Direktorin an den Tiergarten Schönbrunn. Dabei umfasste ihr Verantwortungsbereich u.a. die fachliche Betreuung der Großen Pandas, der Koalas, der Panzernashörner und anderer besonders sensibler Tierarten. Sie beschäftigte sich mit dem Tiroler Bauernhof und der Erhaltungszucht alter, österreichischer Haustierrassen sowie dem Management des Wüstenhauses (in Kooperation mit den Bundesgärten).

Und nicht zuletzt befasste sich Schratter intensiv mit der Planung von Neubau und Erweiterung von Gehegen. Im Jänner 2007 trat sie schließlich Pechlaners Nachfolge als Direktorin an.

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