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Yvonne verendetKuh, die Reh sein wollte, ist tot

Die Kuh flüchtete, wurde ob ihrer Eigenwilligkeit zum Medienstar und durfte den Rest ihres Lebens in Frieden auf einem Gnadenhof verbringen.

Kuh Yvonne ist tot
Kuh Yvonne ist tot © (c) APA/dpa/Josef Enzinger
 

Sie wurde berühmt als "Kuh, die ein Reh sein will": Acht Jahre nach ihrer spektakulären Flucht durch die Wälder Oberbayerns ist Kuh Yvonne am Dienstag auf dem Gnadenhof Gut Aiderbichl in Deggendorf verendet. "Wir mussten sie einschläfern", sagte eine Sprecherin. Yvonne wurde 14 Jahre alt.

Das aus Österreich stammende Fleckvieh büxte am 24. Mai 2011 vor der bevorstehenden Schlachtung in Bayern aus und versteckte sich im Wald. Alle noch so kuriosen Einfangversuche scheiterten. Am 2. September trabte sie plötzlich auf eine Koppel. Seither lebte die selbstbewusste Kuh friedlich auf Gut Aiderbichl.

Gegen alle Tricks gefeit

Selbstbewusstsein hat Yvonne während ihres knapp 100 Tage langen Lebens in Freiheit bei Zangberg im Landkreis Mühldorf mehr als bewiesen. Nachdem sie von einer Weide entwischte und zur Sicherheitsgefahr erklärt worden war, weil sie vor ein Polizeiauto rannte, wurde sie zum Abschuss freigegeben. Gut Aiderbichl hatte Mitleid und kaufte die Ausreißerin, um sie vor dem Tod zu bewahren. Mitarbeiter versuchten allerdings vergebens, "die Kuh, die ein Reh sein will" einzufangen. Ein berittener Tierarzt scheiterte ebenso wie der Versuch, sie mit Leckerbissen zu ködern oder mit Dackel "Mirko" aufzuspüren. Verwandte Kühe als Lockvögel halfen ebenfalls nichts. Yvonne kam zwar in ihre Nähe, rannte aber angesichts eines Betäubungsgewehrs davon und wurde nicht mehr gefunden.

Immer tiefer griffen die besorgten Tierliebhaber in die Trickkiste. Doch selbst "Gespräche" einer Tierkommunikatorin mit der Kuh sowie die Lockrufe des Ochsen "Ernst" und Hubschrauber-Suchflüge mit Infrarotkamera ließen "Yvonne" kalt, bescherten aber Gut Aiderbichl die gesamte Saure-Gurken-Zeit im Sommer 2011 Schlagzeilen weit über die Landesgrenzen hinaus. Selbst der New York Times war sie einen Bericht wert.

Vielleicht brauchte die Kuh auch den Nervenkitzel des "Katz- und Mausspiels". Denn kaum waren Anfang September alle Fangversuche gestoppt, spazierte das Rindvieh nach wochenlangem Versteckspiel durch ein offenstehendes Gatter auf eine Weide in Ampfing und gesellte sich zu vier Kälbern. Vielleicht hatte Yvonne auch nur die Einsamkeit satt. Sie wurde vom Betäubungsexperten Henning Wiesner ruhig gestellt und auf den Gnadenhof nach Deggendorf gebracht.

Kommentare (1)

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GordonKelz
2
67
Lesenswert?

Man stelle sich vor.....

...alle Tiere könnten plötzlich sprechen...
Was für ein Zeugnis würden sie uns Menschen wohl ausstellen
...NEIN, ich stelle es mir besser nicht vor ....!
Gordon Kelz

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