AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Mit KamerahalsbandWildesel fotografierte für Forscher sein Leben in der Wüste Gobi

Die Khulan-Stute "Naran" dokumentierte für die Wiener Wildtierforscherin Petra Kaczensky mit einem Kamerahalsband ein Jahr lang ihr Leben in der Wüste Gobi.

Sujetbild © https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kulan.jpg
 

In der Wüste Gobi leben Khulan-Wildesel abgeschieden und fern menschlicher Aufmerksamkeit. Doch die Khulan-Stute "Naran" dokumentierte für die Wiener Wildtierforscherin Petra Kaczensky mit einem Kamerahalsband ein Jahr lang ihr Leben in der weitläufigen Ödnis. Die Ergebnissen dieses Experiments veröffentlichte die Forscherin im Fachjournal "Plos One", die Fotos stellte sie ins Internet.

Die Khulans (Equus hemionus) sind asiatische Wildesel, die tausende von Quadratkilometern durchwandern und in der Wüste Gobi im Süden der Mongolei ihr weltweit größtes Vorkommen haben. Ihre große Mobilität, die Abgeschiedenheit ihres Lebensraums, und dessen Unwirtlichkeit machen eine wissenschaftliche Untersuchung der Tiere schwierig. Mit Kollegen stattete Kaczensky, die am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinische Universität Wien arbeitet, eine Stute mit einem Kamerahalsband mit Satellitenortungssender (GPS) aus. Sie tauften die Eselin "Naran", was auf Mongolisch "Sonne" heißt.

7.881 Fotos

"Narans" Kamera dokumentierte für die Forscher mit 7.881 Fotos ein Jahr lang das Leben im Trockengebiet aus der Sicht der Stute. Sie zeigen zum Beispiel große Zusammenkünfte der Khulans. "Sie leben nicht wie Pferde in stabilen, haremsartigen Gruppen, sondern kommen manchmal zu riesigen Herden von tausenden Tieren zusammen", erklärte Kaczensky im Gespräch mit der APA. Nur mit Satellitensendern könne man nicht beobachten, ob ein Tier gerade alleine oder mit vielen anderen vereint ist. Durch die Kamera bekomme man eine bessere Vorstellung, an welchen Orten die Tiere zusammenkommen und könne so die Gebiete in der Gobi identifizieren, die besonders wichtig für die Khulans seien, sagte sie. Diese gälte es besonders zu schützen. Durch den menschlichen Einfluss sind nämlich die Ökosysteme in der Gobi bedroht, inklusive der Wildesel.

Offensichtlich sind die Khulans sehr darauf bedacht, ein Zusammentreffen mit Menschen zu verhindern. Kein einziges der Fotos von "Narans" Kamera zeigt einen Hirten oder andere Leute, obwohl sich die Khulans ihren Lebensraum mit den Nomaden teilen, so Kaczensky. Es gäbe lediglich zwei bis drei Schnappschüsse von Schafen und Ziegen. "Das spricht dafür, dass die Khulans den Leuten wirklich ausweichen", sagte die Forscherin. Sie reagieren also sehr sensibel auf die Gegenwart von Menschen.

Wasserstellen entdeckt

Außerdem konnten die Forscher anhand von "Narans" Aufnahmen Wasserstellen identifizieren. "Auf Satellitenbildern ist es zum Beispiel schwierig, Wasser zu finden, oft handelt es sich nur um kleine Löcher, die teilweise durch Sand abgedeckt sind, und das Gebiet ist riesig", erklärte sie. Die Wildesel graben jedoch in trockenen Flussbetten danach und "Narans" Kamera machte Fotos, wo sie das getan und tatsächlich Wasser gefunden und getrunken haben.

"Aufgrund des Erfolgs unseres Pilotprojekts könnte der Einsatz von Kamerahalsbändern bei Tieren in abgelegenen, sehr variablen Ökosystemen für Forschungs- und Erhaltungszwecke einen großen Mehrwert bringen", so Sanchir Khaliun von der Nationalen Universität der Mongolei. Damit könne man auch das Leben der Tiere einer breiten Öffentlichkeit zeigen, um ihr Bewusstsein für Natur- und Artenschutz zu schärfen, meinte Kaczensky. Deshalb habe man auch einen Teil der Bilder als Storymap im Internet veröffentlicht.

 

Kommentare (2)

Kommentieren
pescador
0
4
Lesenswert?

.

Das ist aber ein nettes Tierchen.

Antworten
scaramango
0
3
Lesenswert?

Und intelligent >>

...meidet Menschen !!!

Antworten