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''Regelrecht zerfleischt''Bär dürfte Schafe im Tiroler Pitztal gerissen haben

Bei dem von einer Wildkamera fotografierten Bären dürfte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein bisher unauffälliges männliches Jungtier aus dem Trentino handeln.

Der von einer Wildkamera fotografierte Bär
Der von einer Wildkamera fotografierte Bär © KK
 

Ein Bär dürfte offenbar jene drei Schafe gerissen haben, die in der Nacht auf Mittwoch auf einer eingezäunten Wiese im Tiroler Pitztal im Gemeindegebiet von St. Leonhard gefunden worden waren. Der Amtstierarzt sowie ein Jäger waren zunächst von streunenden Hunden ausgegangen, eine eigens noch am Mittwochabend installierte Wildkamera lieferte nun aber Fotos eines Bären, berichtete der ORF Tirol.

"Regelrecht zerfleischt"

Dass ein Wolf hinter den Rissen stecken könnte, hielten die Experten von Beginn an für eher unwahrscheinlich. Ein Wolf beiße nämlich in der Regel im Halsbereich zu, hieß es. Die Schafen seien "regelrecht zerfleischt" worden, hatte der betroffene Tierhalter gesagt. Eines der Bergschafe sei trächtig gewesen, das ungeborene Lamm wurde dem Muttertier aus dem Leib gerissen, so der Bauer.

Weil der Tierhalter zunächst einen Wolfsangriff nicht ausschloss, verständigte er die Behörden. Seitens des Landes wurde eine DNA-Untersuchung angeordnet. Auch vergangenen Sommer war ein Bär durch das Tiroler Oberland gestreift. Das Tier hatte im Oberen Gericht bei Pfunds (Bezirk Landeck) mehrere Bienenstöcke zerstört.

Angesichts der vermuteten Schafsrisse Bären ruft das Land Tirol alle Nutztierhalter im Pitztal zu besonderer Aufmerksamkeit auf. "Nutztiere, die sich auf den Heimweiden befinden, sollten nach Möglichkeit in der Nacht in den Stall gebracht oder entsprechend eingezäunt werden", empfahl Josef Gitterle, von der Abteilung Landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei.

Bislang unauffällig

Bei dem von einer Wildkamera fotografierten Bären dürfte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein bisher unauffälliges männliches Jungtier aus dem Trentino handeln, erklärte Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer. Im Dreiländereck zwischen dem Vinschgau, dem Engadin und dem Tiroler Oberland werden immer wieder Hinweise auf Bären gefunden. Zuletzt wurden Ende Mai im Paznaun bereits ältere Bärenspuren im Schnee entdeckt, teilte das Land mit.

Um zu klären, um welches Tier es sich bei dem fotografierten Bären handelt, wurde entnommenes Probenmaterial zur genetischen Untersuchung geschickt. Das Land bat die Bevölkerung, allfällige Sichtungen oder Bilder sowie Schäden dem Amtstierarzt der jeweils zuständigen Bezirkshauptmannschaft zu melden.

 

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