Lithiumchlorid Gefährlicher Parasit: Forscher entdecken Mittel gegen Varroamilbe

Sie gilt als Hauptfeind der Bienen: die Varroamilbe. Seit Jahrzehnten kämpfen Imker mit mäßigem Erfolg gegen den Parasiten, nun könnten Forscher der Uni Hohenheim eine Lösung gefunden haben. Lithiumchlorid soll der Milbe den Garaus machen.

Lithiumchlorid soll gegen die Varroamilbe eingesetzt werden. © G. Wahl - Fotolia
 

Deutsche Forscher haben ein Mittel gegen einen gefährlichen Bienenschädling entdeckt. Mit Hilfe der Chemikalie Lithiumchlorid könnten befallene Bienenstöcke mit geringem Arbeitsaufwand über die Fütterung von der gefürchteten Varroamilbe befreit werden, teilte die Universität Hohenheim in Stuttgart am Freitag mit.

Die Varroamilbe zählt weltweit zu den gefährlichsten Feinden der Bienen. In einem bis drei Jahren kann sie ein Bienenvolk komplett ausrotten. Bisher mussten Imker befallene Bienenstöcke mit aggressiven organischen Säuren oder chemischen Milbenbekämpfungsmitteln behandeln, die allerdings Resistenzprobleme und Rückstände verursachen.

Preiswert und sicher

Lithiumchlorid sei hingegen nicht nur einfach herzustellen und relativ preiswert, erklärten die Forscher. Nach bisherigen Erkenntnissen habe das Mittel auch keine gefährlichen Nebenwirkungen für Bienen, Imker oder Verbraucher und komme in der Natur reichlich vor. Auch für eine Ablagerung im Honig gebe es bisher keine Anzeichen.

Die weltweiten Vorräte des Leichtmetalls Lithium werden auf mehr als 40 Millionen Tonnen geschätzt. Als Lithiumchloridsalz findet es sich in Salzlaugen, Salzseen und Heilquellen. Das leicht in Wasser lösliche Salz wird unter anderem als Trocknungsmittel und Enteiserlösung verwendet. In der Humanmedizin wird es seit Mitte des 20. Jahrhunderts als Antidepressivum eingesetzt.

Lithiumchlorid kann demnach Bienen in Zuckerwasser aufgelöst gefüttert werden. Bei den Versuchen der Hohenheimer Wissenschafter reichten bereits geringe Mengen der Salzlösung aus, um innerhalb weniger Tage die auf den Bienen aufsitzenden Milben abzutöten.

Gespräche mit Unternehmen

Bevor der Wirkstoff nun als Medikament für Bienen auf den Markt kommen kann, sind weitere Tests, zum Beispiel zur genaueren Dosierung, nötig. Derzeit laufen den Angaben zufolge bereits Gespräche mit Unternehmen. Die Ergebnisse der Forscher wurden in der Onlineausgabe der Zeitschrift "Scientific Report" veröffentlicht.

Experten beobachten das Bienensterben seit längerem mit großer Sorge. Als Grund gelten neben der Varroamilbe der vermehrte Einsatz von Insektiziden in der industrialisierten Landwirtschaft und Umweltveränderungen.

Kommentare (4)

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ChihuahuaWelpe55
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Ich

Hoffe, das das Mittel nicht so teuer sein wird, wie die die Ameisensäure NACH der Lizensierung; die Lizensierung hat den Preis verzigfacht (juristisch gesehn würde man von Wucher sprechen), denn die Ameisensäure hat der Imker bereits VOR der legalisierten Preistreiberei (stichwort Tierarzneimittelgesetz) gegen die Varroa eingesetzt! Also hoffen wir, dass nicht schon wieder jemand aus dem Hobby Imker Gewinn machen will und sich zum SCHUTZ für die Biene ausspricht!

Und Ich hoffe stark auf die Zusprache durch herrn kurz!

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CuiBono
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@ChihuahuaWelpe55

Ich befürchte, auf den Kurzen könnens lang warten.

Der ist mMn Giebelkreuzler-ferngesteuert und das sagt doch alles, oder?!

Lassen wir uns überraschen.

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ChihuahuaWelpe55
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Die Hoffnung stirbt zuletzt

aber da gebe ich ihnen Recht; der schwarze BK hat sicher durch die Hausbank getrieben nicht den Tierschutz im Sinn. Aber nachdem der typische Imker ein schwarz-Wähler ist, hoffe ich auf eine Unterstützung, dass dieses Mittel im Kanister von 5l um 20€ erhältlich ist und nicht wie bisher 1l um 30€ (dank des Lizensinhabers)

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ChihuahuaWelpe55
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Hoffentlich

wird dieses neue Substrat nicht genau so lizensiert, wie es bei der Ameisensäure durch den Zulassungsinhaber (Drogerie Resch GmbH aus Bad Schallerbach) war. Das hat nämlich den Preis um das zigfacher in die Höhe getrieben! (ein Jurist würde sogar von WUCHER sprechen), was dem Imker gewaltig die Stimmung vermiest hat, denn der Imker kann nicht automatisch den Honigpreis anheben, da ist er Marktgetrieben!
Aber wenns um Medizin geht, dann dürfen die die Preise anheben, was nicht verständlich ist! Ich hoffe, dass sich hier zumindest der Herr Bundeskanzler zum Schutz der Bienen einsetzt, denn "wenn die Biene ausstirbt, hat der Mensch nur 4 Jahre zu leben" (Albert Einstein)

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