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Neue Verordnung

Kastrationspflicht bei Katzen auf Bauernhöfen

Ab 1. April 2016 wird die gesetzliche Kastrationspflicht auch auf Katzen in bäuerlicher Haltung ausgeweitet. "Das war längst überfällig", sagt Andrea Simon vom Verein SOS Katze. Weiters gilt ab diesem Datum ein Verbot von Kaufbörsen mit Wildtieren. Von Alice Samec

Auch sogenannte Bauernkatzen müssen kastriert werden
Auch sogenannte Bauernkatzen müssen kastriert werden © APA
 

Tierschutz-Vereine wie Vier Pfoten oder SOS Katze begrüßen die geänderten Bestimmungen und sehen sich in ihrer jahrelangen Tierschutz-Arbeit bestätigt: Ab 1. April 2016 wird die gesetzliche Kastrationspflicht auch auf Katzen in bäuerlicher Haltung ausgeweitet. Außerdem gilt ab diesem Datum ein Verbot von Kaufbörsen mit Wildtieren wie Spinnen, Schlangen oder Papageien. Die Tierschutzorganisationen fordert diese Maßnahmen seit Jahren. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) hat sie nun erwirkt.

Alter Text im Tierschutzgesetz

Bisher hieß es im Tierschutz-Gesetz:

„Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten, so sind diese von einem Tierarzt kastrieren zu lassen. Davon ausgenommen sind Tiere, die zur kontrollierten Zucht verwendet werden oder in bäuerlicher Haltung leben (Punkt 2 Abs. 10, Anlage 1 der 2. Tierhaltungsverordnung, BGBl II Nr. 486/2004 i.d.g.F.).“

"Schon lange zugesichert"

"Es wurde höchste Zeit. Dieser Schritt wurde uns schon seit Jahren immer und immer wieder versprochen", sagt Andrea Simon vom Verein SOS Katze in der Steiermark, die die neue Verordnung sehr begrüßt. Es ginge auch darum, dass viele Bauern die Kastration der Katzen verweigert hätten, "obwohl wir die Kosten getragen hätten und die Katzen abgemagert und schwer krank waren." Viele von ihnen würden im Tierheim landen, schlussendlich bei Tierschutz-Vereinen, und dort anderen Katzen den Platz "wegnehmen". Und Katzen vermehren sich förmlich explosionsartig, wie die Grafik von SOS Katze zeigt.

Ein Katzenpaar, das zweimal pro Jahr Nachwuchs bekommt, von dem pro Wurf drei Kätzchen überleben, hat in über 10 Jahren für eine Nachkommenschaft von über 80 Millionen Katzen gesorgt
Ein Katzenpaar, das zweimal pro Jahr Nachwuchs bekommt, von dem pro Wurf drei Kätzchen überleben, hat in über 10 Jahren für eine Nachkommenschaft von über 80 Millionen Katzen gesorgt Foto © SOS Katze

Ein Katzenpaar, das zwei mal pro Jahr Nachwuchs bekommt, von dem pro Wurf drei Kätzchen überleben, hat in über 10 Jahren für eine Nachkommenschaft von über 80 Millionen Katzen gesorgt! Kurz gesagt: Katzen vermehren sich rasend schnell. Simon: "Die Folge: Es kann für diese große Anzahl an Katzen nie genügend gute Lebensplätze, sei es als Streuner- oder als Hauskatze, geben – Katzenleid ist die traurige Folge und in Österreich Realität."

 

Katzen-Vermehrung

Eine weibliche Katze wird im Normalfall mit vier bis zehn Monaten das erste Mal rollig, also paarungsbereit. Von da an kann diese Katze bis zu drei mal pro Jahr Junge bekommen. Ein Wurf umfasst dabei im Durchschnitt vier bis sechs Jungtiere. Jedes weibliche Jungtier kann wiederum nach erreichter Geschlechtsreife für Nachwuchs im gleichen Ausmaß sorgen. Und so weiter, und so weiter . . .

Kastrationspflicht für Bauernkatzen

Bisher war geregelt, dass jedes Tier kastriert werden muss, wenn es sich auch draußen aufhält. Ausgenommen waren reine Wohnungskatzen, Katzen, die zur Zucht verwendet werden, sowie Katzen "in bäuerlicher Haltung". Dieser Begriff wurde nun gestrichen, es sind nur mehr Wohnungskatzen und Zuchtkatzen von der Kastrationspflicht ausgenommen.
Die Kastrationspflicht auch für Katzen in bäuerlicher Haltung war ebenfalls eine langjährige Forderung, denn nur dadurch kann die Streunerkatzenpopulation nachhaltig unter Kontrolle gebracht werden. Natürlich gäbe es auch Bauern, die vorbildlich mit ihren Katzen umgingen, "doch wir werden eben dort zu Hilfe gerufen, wo das nicht der Fall ist", so Simon.

Tierheim oder brutal getötet

"Zahlreiche Katzenjunge landen in einem Tierheim oder werden getötet", berichtete Oberhauser. "Mit der Kastrationspflicht für alle freilaufenden Katzen wollen wir solche Fälle künftig verhindern", sagte sie weiter. Durch die Kastrationspflicht für Katzen in bäuerlicher Haltung soll die Streunerkatzenpopulation nachhaltig und auf humane Weise unter Kontrolle gebracht werden. Vier Pfoten will diesem Thema eine eigene österreichweite Info-Kampagne widmen.

"Hoppalawürfe"

Ebenfalls ein Erfolg: In dem im vergangenen Jahr zur Begutachtung vorgelegten Entwurf zur Verordnungsänderung sollten so genannte unbeabsichtigte "Hoppalawürfe" bei Hunden und Katzen in Privathaltung von der Meldepflicht der Zucht ausgenommen werden. Dieser Punkt war von vielen sehr kritisch hinterfragt und abgelehnt worden. Denn diese Ausnahme könnte zu Missbrauch und Verwässerung der Meldepflicht führen. Indra Kley: "Dies würde der illegalen Zucht und somit dem Welpenhandel Vorschub leisten und ein Schlupfloch für dubiose Machenschaften liefern."

Verbot von Wildtier-Börsen

"Das Verbot von Kaufbörsen für Wildtiere ist ein wichtiger Schritt für den Schutz von exotischen Heimtieren", sagt Indra Kley, Leiterin des Österreich-Büros von Vier Pfoten. "Gerade auf Kaufbörsen wie etwa auf der beliebten "Exotica" kommt es zu Spontankäufen uninformierter Kunden. Diese Börsen klären viel zu wenig über die speziellen Bedürfnisse der Tiere auf." Mit Undercover-Recherchen, die Vier Pfoten seit Jahren auf diesen Börsen durchführt, konnten entsprechende Missstände - wie mangelhafte Verkaufsgespräche und schlechte Haltungsbedingungen vor Ort - aufgedeckt werden. Erlaubt bleibt der Kauf von Wildtieren in Fachhandlungen, wo man sich über die Bedürfnisse der Tiere beraten lassen kann, sowie der Tausch bei Tauschbörsen.

Kommentare (91)

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marinerjoe
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Ja furchtbar, und wieviele Tiere werden täglich geschlachtet

und gefressen? (bin kein Vegetarier).

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martina960eip2
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Aber die Kontrolle fehlt

Solange nicht kontrolliert wird, wird sich auch mit dem Gesetz nichts ändern. Es gibt auch jetzt noch immer genug Freigänger Katzen in Einfamilienhäusern die sich wild vermehren

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c69575cf7b9ba4a57cce86afdbecfd88
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Man kann ja auch anzeigen!

Wahrscheinlich "anonym"!

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rindvieh
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Sind jetzt alle verrückt geworden

Katzen auf einem Bauernhof zu kastrieren ist der größte Unsinn den man nur machen kann. Welche Lobby steht da dahinter??? Die Tierärzte die sich einen Zusatzverdienst erhoffen??? Die Tierschutzhäuser die dann an die Bauern Katzen verkaufen können??? Beendet endlich einmal diesen Wahnsinn und lasst Natur Natur sein. Sonst werden eibnmal die Bauern die besitzer von "Wohnungshaustieren" wegen nicht Artgerechtet Tierhaltung anzeigen müssen.

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c69575cf7b9ba4a57cce86afdbecfd88
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In der Gastronomie gefragt ist das "Sulmtalerhuhn"

Meistens ein "Kapaun" - ein kastrierter Hahn. Muss aber aus Slowenien eingeführt werden, weil die Kastration bei uns als Tierquälerei verboten ist! Wie's bei männlichen Schweinen ist, muss man hinterfragen!

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Chipsi2012
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Ihr Name passt zu ihren Aussagen.

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mardras
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Re: Sind jetzt alle verrückt geworden

Wildernde Katzen sind ein großes Problem für viele Kleintiere und gerade am Bauernhof vermehren sich Katzen oft unkontrolliert, die Jungtiere bekommen keine veterinärmedizinische Versorgung und verrecken an Krankheiten oder werden schlicht und einfach vom Bauer getötet. Das ist Tierquälerei und sonst gar nichts. Hoffentlich wird das Gesetz auch entsprechend exekutiert und die Geldstrafen in der Höhe ausfallen, dass eine Kastration der billigere Weg ist.

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lieschenmueller
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Ach, kommen Sie! Wer Katzen als reine Mäusejäger + ein Schälchen Milch als Draufgabe hält, der kann einmal auch Geld ausgeben für Kastration. Impfung will ich gar nicht ansprechen, wieviel der Kätzchen auf einem Bauernhof kommen in den Genuss? Katzen vermehren sich nicht nur, die vervielfachen sich. Aus einer Katze werden inkl. Nachwuchs hunderte! Und um den Nachwuchs braucht man sich keine Sorgen machen, da "fallen zig unter den Tisch", die dennoch unkastriert auf Höfen leben. 100 % Kontrolle wird schwer möglich sein. Aber der Ansatz ist gut.

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c273b99b3b19a86cd9ef2cc0671a2c7d
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Sie sind echt...

... ein Rindvieh, wie schon ihr Benutzername sagt.

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rindvieh
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Gehörst auch zu denen

die Haustiere kastrieren und Bär, Luchs und Wolf willkommen heißen, damit sie die kastrierten Katzen fressen. Verkehrter gehts wohl nimmer!!!

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MPOV
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Hätten wir Bär, Luchs und Wolf nicht ausgerottet und würden nicht viele sofort histerisch schreien, sobald nur eines der oben erwähnten Tiere die Grenze überschreitet und Jäger gleich schießwütig losziehen, um die "Gefahr" zu erlegen, bräuchten wir keine Kastrationspflicht.
Der Mensch hat alles aus dem Gleichgewicht gebracht, sich ausgebreitet wie eine Laus und jetzt glaubt er mit Abschluss von Krähen, Kastrationen von Katzen u. ä. Aktionen alles wieder in Ordnung bringen zu können.

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na so was.

nur die Bären wölfe und andere geschützte Raubtiere, werden von den Jägern doch schon vorher illegal abgeknallt.
bevor sie überhaupt eine Katze zu Gesicht bekommen.

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lieschenmueller
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Ach so, der Bär und Wolf - unglaublich häufig bei uns - schaut vorher, ob kastriert oder nicht? Herrlich :-)

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toasti06
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unserer welt hat echt keine anderen probleme

ich stimme ihnen zu 100% zu, irgendwie geht die regulierung hier eindeutig zu weit!

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Chipsi2012
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Oh mein Gott, bei manchen Aussagen fängt es einen gruseln an, wie unwissend und dumm manche sind.

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c273b99b3b19a86cd9ef2cc0671a2c7d
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ist ihr Horizont...

... so beschränkt, dass Sie sich nur um EIN Problem auf der Welt kümmern können?

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