Papst Franziskus hat die verstorbene britische Königin Elizabeth II. gewürdigt. In einem Telegramm an ihren Sohn und Englands neuen König, Charles III., sprach Franziskus am Donnerstagabend dem Königshaus seine tiefe Betroffenheit und sein Beileid aus. Elizabeth II. habe "im unermüdlichen Dienst für das Wohl der Nation und des Commonwealth" gelebt. Der Papst würdigte "ihr Beispiel der Pflichterfüllung, unerschütterliches Zeugnis des Glaubens an Jesus Christus und ihre feste Hoffnung auf seine Verheißungen".

Weiter schloss Franziskus den neuen König Charles III. in sein Gebet ein, "dass der allmächtige Gott Euch mit seiner unerschütterlichen Gnade unterstützen möge, während Ihr nun Eure hohe Verantwortung als König übernehmt". Als ältester Sohn übernahm Prinz Charles (73) noch am Abend die Thronnachfolge.

Der Vorsitzende der Irischen Bischofskonferenz, der katholische Erzbischof Eamon Martin, würdigte den Einsatz der Queen "für den Glauben, für die Familie und für Frieden und Versöhnung". Sie habe sich "nicht nur für ihre königlichen Pflichten und Verantwortlichkeiten, sondern auch für das Gemeinwohl eingesetzt", sagte der Erzbischof von Armagh und irische Primas. Er sei dankbar "für das Engagement von Königin Elizabeth für ein besseres Verständnis und bessere Beziehungen zwischen der anglikanischen und der katholischen Kirche".

"Christlicher Glaube prägte jeden Tag ihres Lebens"

Bereits am Donnerstagabend bekundeten die christlichen Kirchen in Großbritannien ihre Trauer zum Tod der Königin und öffneten ihre Türen für Trauernde. Der Primas der anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Justin Welby von Canterbury, betonte, die verstorbene Königin sei "eine treue Christin" gewesen. Sie habe "jeden Tag ihres Lebens ihren Glauben gelebt".

Der höchste Repräsentant der katholischen Kirche in England und Wales, Kardinal Vincent Nichols von Westminster, erklärte: "Selbst in meiner Trauer, die ich mit so vielen Menschen auf der ganzen Welt teile, bin ich erfüllt von einem immensen Gefühl der Dankbarkeit für das Geschenk an die Welt, das das Leben von Königin Elizabeth II. war." Er bete mit Zuversicht für die Seele Ihrer Majestät – "denn der christliche Glaube prägte jeden Tag ihres Lebens und Wirkens".

Auch Österreich kondoliert

Auch die österreichischen Bischöfe würdigten die britische Königin. "Königin Elizabeth II. hat ihrem Land und vielen Menschen darüber hinaus mit größtem Pflichtbewusstsein und tiefer Religiosität als Symbol und Vorbild gedient", erklärte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, "ihre starke und integre Persönlichkeit wird der Welt, der Politik, der Ökumene mit der Kirche Englands fehlen", so der Salzburger Erzbischof.

Die Queen habe die Herzen der Menschen erobert, würdigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, die verstorbene Königin via Twitter. Die Fürsorge der Königin habe den Bürgerinnen und Bürgern des Commonwealth gegolten. Ihre Besuche im Vatikan seien unvergessen, "auch die guten Kontakte zur katholischen Kirche".