Innerhalb von 20 JahrenEhepaar pflanzte mehr als zwei Millionen Bäume

Der brasilianische Fotojournalist Sebastião Ribeiro Salgado und seine Frau Lélia Deluiz Wanick Salgado haben vor 20 Jahren ein riesiges Wiederaufforstungsprojekt gestartet. Das Ergebnis zeigt, wie wichtig Wald im Kampf gegen den Klimawandel ist.

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Sebastião Ribeiro Salgado und seine Ehefrau Lélia Deluiz Wanick Salgado © Screenshot/YouTube
 

Es ist eine berührende Geschichte, die Mut und Hoffnung gegen den Klimawandel gibt: Der brasilianische Fotojournalist Sebastião Ribeiro Salgado und seine Ehefrau Lélia Deluiz Wanick Salgado haben innerhalb von 20 Jahren ein beinahe komplett abgeholztes Gebiet in Minas Gerais wieder aufgeforstet. Das betreffende Gebiet ist rund sechs Quadratkilometer groß.

Die Geschichte begann 1994 als Salgado von einem traumatischen Auslandsaufenthalt in Ruanda in seine alte Heimat zurückkehrte und dort statt des tropischen Urwalds abgeholztes Land vorfand. Auch alle Tiere waren verschwunden. "Das Land war so krank wie ich", wurde Salgado bereits 2015 vom Guardian zitiert. Seine Frau Lélia hatte daraufhin den Vorschlag gemacht, das Land wieder aufzuforsten. Ein Projekt, das schier unmöglich erschien.

So sah die Bulcão Farm aus, als Salgado 1994 nach Brasilien zurückkehrte Foto © Instituto Terra

Mammutprojekt

Doch das Paar startete das Mammutprojekt. Zunächst kaufte es das ehemalige Anwesen, die Bulcão Farm, der Eltern des Fotografen zurück. Von dort aus wurde ein Netzwerk von Partnern und Unterstützern aufgebaut. 1998 wurde schließlich das Instituto Terra gegründet.

1999 wurden die ersten Samen gesät. 24 Mitarbeiter unterstützten das Paar. Später schlossen sich Hunderte Freiwillige an und halfen beim Bäumepflanzen.

Instituto Terra
So sah das betreffende Gebiet 2000 aus © Instituto Terra

12 Jahre später sah es vor Ort so aus:

Instituto Terra
© Instituto Terra

Was hat sich bis heute vor Ort verändert?

  • 2.700.000 Bäume wurden seit 1999 gepflanzt.
  • 293 verschiedene Baum- und Pflanzenarten wachsen nun vor Ort.
  • Natürliche Quellen wurden wiederbelebt. Acht Quellen waren ausgetrocknet gewesen. Heute fließen wieder rund 20 Liter Wasser pro Minute.
  • Es gibt wieder mehr Regen.
  • Das Wetter ist kühler.
  • Tiere kehrten in den Wald zurück: 33 Säugetierarten, 168 Vögelarten sowie 15 Amphibien- und Reptilienarten.

Sebastião Ribeiro Salgado

Sebastião Ribeiro Salgado ist ein brasilianischer Fotograf und Fotoreporter. Er wuchs auf der Fazenda seiner Eltern auf, der Bulcão-Farm.

Salgado dokumentiert in selbst ausgewählten weltweiten Langzeitprojekten über Jahre hinweg mittels Schwarzweißfotografien das Leben der Menschen vor allem am unteren Ende der Gesellschaft, insbesondere auch solchen aus der sogenannten Dritten Welt. Nach Jahren entstehen so umfangreiche Bildbände und beeindruckende Wanderausstellungen. Beispielsweise erarbeitete Salgado in den 1980er Jahren für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zwei Fotobände und porträtierte dabei die hungernde Bevölkerung in der Sahel-Zone.

Kommentare (3)
Sam125
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innerhalb von 20 Jahren! 🌱

Ja, dieses Projekt ist vielleicht NUR ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber es gibt Hoffnung! Hoffnung dahingehend, dass die Menschen wieder lernen die Natur zu achten und sie daher auch schützen! Es ist noch nicht alles verloren! Auch jeder von uns, der ein Grundstück besitzt, kann natürlich auch im kleinen damit anfangen! Indem man im eigenen Garten seinen eigenen Humus verwendet, den Insekten, auch alle Hummeln und Bienenarten, einen kleinen Lebensraum lässt, Igel schützt, Kaltblütler, wie Eidechsen,Schlangen, Frösche usw. auch einen Platz im Garten einräumt , oder sie einfach in Ruhe leben lässt und auch die Vögel schützt und ihnen im Winter Futter gibt! Wenn wir alle Grundbesitzer dieses wirklich beherzigen würden, so hätten auch wir gemeinsam viel für die Umwelt getan! Und dann noch einen keinen Gemüse- und Kräutergarten dazu......!?

selbstdenker70
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...

Das brauchst dem dummen Österreicher gar nicht zeigen. Der hat lieber an jeder Ecke sein Einkaufscenter mit einer 4 spurigen Zufahrt und 5000 Parkplätze, extra breit damit er das einparken schafft. Und Bäume setzt man zuhause nur die einstämmigen Obstbaum Hypriden an. 2m hoch, 200 Früchte, 5 Blätter...

Sam125
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selbstdenker70

Ja, wenn es nur die "dummen" Österreicher wären, die nur mehr ihre die Einkaufszentren zum Leben brauchen, so hätten wir schon gewonnen! Tatsache ist aber, dass die Ignoranz gegenüber der Umwelt und auch der Tierwelt bestimmt Quer durch alle Bevölkerungsschichten geht! Und es ist daher auch egal, welche Religion oder politische Gesinnung die Leute haben! Leider!