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Unfug des Jahres

Wer verdient das "Goldene Brett vorm Kopf"?

Für den erstaunlichsten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres wird das "Goldene Brett vorm Kopf" verliehen. Im Rennen sind unter anderem Impfgegner und Xavier Naidoo.

"Ehre" für Xavier Naidoo?
"Ehre" für Xavier Naidoo? © (c) APA/ANDREAS PESSENLEHNER (ANDREAS PESSENLEHNER)
 

Die Impfgegner-Vereinigung "Netzwerk Impfentscheid", die Gesundheitsministerin des deutschen Bundeslands Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens, sowie der deutsche Sänger Xavier Naidoo gehen heuer ins Rennen um das "Goldene Brett vorm Kopf". Mit dieser "Auszeichnung" macht die Gesellschaft für kritisches Denken auf den "erstaunlichsten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres" aufmerksam.

Aus über 250 Nominierungen hat eine Jury die drei Finalisten ausgewählt. Das "Netzwerk Impfentscheid" verdiente sich seine Nominierung für die der wissenschaftlichen Faktenlage widersprechende "Verbreitung der Vorstellung, dass Impfen nutzlos oder sogar schädlich sei". Steffens wird als preiswürdig angesehen, da sie Alternativmedizin an den Universitäten verankern wolle und der Meinung sei, dass diese nicht nach den üblichen wissenschaftlichen Wirksamkeitskriterien beurteilt werden könne.

Prominentester Nominierter ist Naidoo: Dieser habe sich mit seiner Nähe zur rechtsgerichteten "Reichsbürgerbewegung" zuletzt "zum Vertreter abstruser Verschwörungstheorien entwickelt". Seine große Popularität als Musiker führe insbesondere junge Menschen in eine "abstruse Gedankenwelt aus unhaltbaren Behauptungen, in denen Hass und Angst mehr zählen als Fakten". Eine rationale Diskussion über tatsächliche politische Missstände werde dadurch unmöglich: "Xavier Naidoo wird zur Einstiegsdroge der Irrationalität, die mit pathetischer Musik beginnt und bei Chemtrails und Weltverschwörungs-Paranoia endet."

Gekürt wird der Preisträger am 26. November in der Wiener Urania. Im Vorjahr wurde die Organisation "Homöopathen ohne Grenzen" für den Einsatz von Homöopathie in Krisengebieten "ausgezeichnet". Der Lebenswerk-Preis ging 2013 an Esoterik-Arzt Rüdiger Dahlke.

Bei der Preisvergabe spielen unter anderem der "Grad der Abwegigkeit" der vertretenen Theorien, die Kritikresistenz der Personen bzw. Organisationen und deren kommerzielles Interesse eine Rolle. Außerdem wird bewertet, inwieweit para- oder pseudowissenschaftliche Theorien ausdrücklich als Wissenschaft ausgegeben und inwieweit Gesundheit oder das politisch-gesellschaftliche Gefüge gefährdet werden.

Die Gesellschaft für kritisches Denken (GkD) ist die Wiener Lokalgruppe der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). Sie gehört zur internationalen Skeptikerbewegung, die sich für Wissenschaft und kritisches Denken einsetzt.

Kommentare (7)

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nuramrande
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Wer hier wohl das Brett vorm Kopf hat?

In Wirklichkeit sind es genau solche Institutionen, wie eben jene, die die Preise verleiht, die das Brett vorm Kopf haben. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Vehemenz sich die sogenannte Wissenschaft gegen alles wehrt, was auch nur im Geringsten von ihren Ansichten abweicht. Wahrscheinlich wollen uns diese Leute auch weismachen, dass Negativzinsen auf Sparguthaben durchaus notwendig sind und jeder, der in Zeiten wie diesen, höhere Zinsen verlangt, ein Verschwörungstheoretiker ist. Ich kann unserer Welt jedenfalls nur wünschen, noch viel mehr von jenen Personen und Gruppen zu haben, die jetzt für diesen Preis nominiert sind. Denn erst dann wird sich das Machtgefüge verschieben und wir aus der allmächtigen Manipulation befreit werden. Liebe Leute, wacht endlich auf!!!

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büffel
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Xavier Naidoo....

....war immer schon ein Warmduscher.

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Du meinst bestimmt

die Lederhose Andreas Gabalier?

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Irgendeiner
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Naja,das sollte man

auch cum grano salis sehen,Impfungen darf man durchaus auch skeptisch beäugen,gabs doch einige die durchaus nachweislich nicht ohne Risiko waren (Etwa die hoffentlich für immer obsolete Pockenimpfung),auch die naturwissenschaftliche Medizin wird sich wenns weiter in Richtung der Individualisierung nach genetischen Einzelkriterien geht von großflächigen Untersuchungen verabschieden und zu Einzelstudien zurückkehren müssen,den Sangesbruder kenn ich nicht und Homoöpathie ist zumindest in Österreich
eine anerkannte Kompetenz bei Ärzten.Und ich wäre grundsätzlich skeptisch,mancher der in den Augen der Zeitgenossen ein Scharlatan war behielt recht,Semmelweiß hieß einer.

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querulix
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Immerhin

hat die Pockenimpfung diese Krankheit weltweit ausgerottet, an der früher viele Millionen gestorben sind! Nur deshalb kann sie heute obsolet sein.
Und die Kompetenz der Homöopathie beschränkt sich auf einen unter Psychotherapie einzuordnenden Placeboeffekt, an dem viele gut verdienen.
Auch Einzelstudien müssen nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt werden, daran ist die Homöopathie bisher immer gescheitert. Oder wie soll man ein Placebo im Doppelblindversuch von einem Präparat ohne Wirkstoff unterscheiden?

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Irgendeiner
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Wissen Sie,es gab schon in den 70ern

Untersuchungen,daß hygienische Maßnahmen und ausreichende Ernährung weit mehr zum Zurückdrängen von Krankheiten beigetragen haben als Impfungen,die Mediziner waren nicht unbedingt begeistert.Und ich bin kein Impfgegner, aber blind umarmen würde ich es nicht, denkens mal daran was die Pharmaindustrie für die "Zeckenimpfung" abstandsmäßig vorschlägt und was Titermessungen ergeben.Die Homöopathie vermag ich nicht zu beurteilen,aber auch ein Placeboeffekt der hilft wäre was wert.Und eine Einzelstudie sagt Ihnen immer nur obs im Einzelfall hilft,dort sind die alternativen Ansätze jetzt auch,bei genetisch individualisierter Medizin stellt sich dasselbe Problem dann für die Schulmedizin auch.Und ich sage Ihnen gar nicht,was sich als richtig oder falsch erweisen wird,denn das weiß ich nicht,ich rate nur zur Vorsicht bei vollmundigen Beurteilungen,denn die Wissenschaftsgeschichte ist ein großer Müllhaufen unumstößlicher Wahrheiten, immer schon.

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Ist die Kleine Zeitung eigentlich auch nominiert für die Schaltung von Werbung für Energetiker und sonstige Scharlatane?

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