Der Klimarat ist sich einig: Österreich will keine Transformation "by disaster", sondern "by design". Oder in anderen Worten: Veränderung durch die Klimakrise wird sowieso kommen, also gestalten wir sie lieber bewusst, als davon überrollt zu werden!

Im Rahmen des Klimarates hat ein repräsentatives "Mini-Österreich" in den vergangenen Wochen 93 Forderungen für diese bewusste Transformation erarbeitet. Verschiedenste Menschen aus ganz Österreich wurden zusammengeführt, um an tiefgreifenden Lösungen zu arbeiten, die tatsächlich die Lebensrealitäten der Bevölkerung beachten. Leider hat die ÖVP trotz ihrer Abstimmung für die Umsetzung des Gremiums im Nationalrat schon des Öfteren geäußert, dass sie von dem Ausleben partizipatorischer Demokratie in Form eines Klimarates wenig hält. In meinen Augen eine gefährliche Verhöhnung der Demokratie und der Zivilbevölkerung.

Doch nicht nur die Bundesregierung sollte geeint die Forderungen des Klimarats bestmöglich umsetzen. Jede einzelne Gemeinde muss ihre Verantwortung übernehmen. Bei dem Thema Bodenversiegelung gibt es aber beispielsweise schon Gegenwind. Der Klimarat findet es sinnvoll, dass ab 2024 nicht mehr die Gemeinden, sondern die Länder über die Widmung von Bauflächen entscheiden. Das Ziel: Bodenversiegelung stoppen, Interessenkonflikte verhindern und den Druck auf die jeweiligen Bürgermeister*innen minimieren. Nicht jede*r Bürgermeister*in findet diese Veränderung persönlich angenehm, doch man muss eines verstehen: Transformation "by design" bedeutet immer noch Veränderung. Wenn wir aus dieser Veränderung das Beste holen wollen, dann müssen wir alle zusammenhelfen: die Zivilbevölkerung, die Bundesregierung, die Bundesländer und auch jede einzelne Gemeinde. Die Erstgenannten haben ihre Aufgabe mittlerweile in allen erdenklichen Formen erledigt: Schulstreiks für das Klima, das Klimavolksbegehren und jetzt auch noch der Klimarat.

Es ist allerhöchste Zeit, dass auch die Politik ihre Aufgabe erledigt: die Bevölkerung ernst nehmen und ihre Forderungen umsetzen.