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StraßenschlachtenRandale in Stuttgart: "Brutaler Ausbruch von Gewalt"

Eingeschlagene Schaufenster, fliegende Pflastersteine: In der Nacht zum Sonntag liefern sich im Herzen von Stuttgart dutzende Kleingruppen Straßenschlachten mit der Polizei. Jetzt ermittelt 40-köpfige Kommission und viele Politiker kritisieren die Ausschreitungen.

© AFP
 

Bei schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei haben Hunderte Gewalttäter in der Nacht auf Sonntag die Stuttgarter Innenstadt verwüstet und mehrere Beamte verletzt. Krawallmacher schmissen Pflastersteine auf vorbeifahrende Polizeiautos, schlugen Schaufenster auf der Stuttgarter Shoppingmeile ein und plünderten Geschäfte - Schreie, Scherben und Chaos im vornehmen Einkaufsviertel.

Nach Polizeiangaben beteiligten sich bis zu 500 Personen an den Krawallen. 24 wurden vorläufig festgenommen. 19 Polizisten wurden verletzt - einer davon ist nun dienstunfähig. Die Polizei sieht keine politischen Motive hinter der Gewalt, sie macht Partygänger und Krawalltouristen für die Eskalation verantwortlich.

Die Ausschreitungen nahmen den Angaben zufolge ihren Anfang mit der Drogenkontrolle eines Jugendlichen im Schlossgarten. Die Polizei habe gegen 23.30 Uhr einen 17-jährigen Deutschen wegen eines mutmaßlichen Drogendelikts kontrolliert, berichtete Polizeivizepräsident Thomas Berger am Sonntag bei einer Pressekonferenz im Stuttgarter Rathaus. Sofort hätten sich 200 bis 300 Personen aus der örtlichen "Partyszene" mit dem Jugendlichen solidarisiert und die Beamten mit Steinen und Flaschenwürfen angegriffen. Auf dem Schlossplatz sei die Gruppe dann auf 400 bis 500 Personen angewachsen.

Im Internet dokumentieren zahllose Videos das Ausmaß der Gewalt. Die Krawallmacher schmeißen Pflastersteine auf vorbeifahrende Polizeiautos, schlagen Schaufenster auf der Stuttgarter Shoppingmeile ein und plündern Geschäfte. Auf einem Videoclip ist zu sehen, wie ein vermummter Mann einem knienden Polizisten mit Anlauf und mit beiden Beinen von hinten in den Rücken springt. Er stürzt, die Zuschauer johlen.

Der Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz sprach von einer "nie dagewesenen Dimension von offener Gewalt gegen Polizeibeamte" - und kündigte an, in den kommenden Wochen mit verstärkten Kräften in der Innenstadt unterwegs sein zu wollen. Die Ausschreitungen waren seinen Angaben nach aber nicht politisch motiviert. "Wir können aus der momentanen Sicht der Dinge eine linkspolitische oder überhaupt eine politische Motivation für diese Gewalttaten ausschließen." Von den 24 Festgenommenen sind laut Polizei zwölf Deutsche und ebenso viele Nicht-Deutsche. Sieben werden dem Haftrichter vorgeführt.

Stuttgart: Wütender Mob zerlegt deutsche Innenstadt

In der Stuttgarter Innenstadt haben sich in der Nacht auf Sonntag Hunderte Menschen Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.

(c) APA/Simon Adomat/Simon Adomat (Simon Adomat)

Bei den gewalttätigen Ausschreitungen seien die
Einsatzkräfte mit Flaschen und Steinen beworfen worden.

(c) APA/dpa/Christoph Schmidt (Christoph Schmidt)

Mehr als ein Dutzend Beamte wurde verletzt. Zudem seien Schaufenster eingeschlagen und Geschäfte geplündert worden.

(c) APA/Julian Rettig/Julian Rettig (Julian Rettig)

Mehr als 20 Tatverdächtige wurden festgenommen.

(c) APA/dpa/Christoph Schmidt (Christoph Schmidt)

Kurz vor Mitternacht habe sich die Lage in der Nähe des Schlossplatzes "aufgeschaukelt". Ausgangspunkt war demnach eine Polizeikontrolle wegen eines Suchtgiftdelikts.

(c) APA/dpa/Christoph Schmidt (Christoph Schmidt)
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Mehr als 200 Polizisten im Einsatz

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach am Sonntag von einem "brutalen Ausbruch von Gewalt". "Diese Taten gegen Menschen und Sachen sind kriminelle Akte, die konsequent verfolgt und verurteilt gehören", teilte der Grünen-Politiker mit. "Die Bilder aus der Stuttgarter Innenstadt können uns nicht kalt lassen." Nun müsse man die Erkenntnisse zusammentragen und mit Hochdruck klären, wer dahinter stecke.

Die Polizei sprach von mehreren hundert Menschen, die in Kleingruppen unterwegs gewesen seien. Mehr als 200 Beamte aus dem Stuttgarter Umland wurden vorübergehend in die Landeshauptstadt beordert, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Polizeihubschrauber flogen über die Stadt. Die Polizei bittet nun Zeugen um Mithilfe bei den Ermittlungen - zur Aufklärung der Straftaten benötige man Bilder und Videos von den Ausschreitungen, Straftaten und mutmaßlichen Tatverdächtigen. Zur Sicherheit blieb die Polizei auch am Sonntag mit einem Großaufgebot in der Innenstadt präsent.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) kündigte an, mit der vollen Härte des Rechtsstaats gegen die Randalierer vorgehen zu wollen. "Die Ausschreitungen, die wir in der Nacht in Stuttgart erleben mussten, waren von einer in Baden-Württemberg bisher noch nie da gewesenen Qualität", sagte Strobl. Am Polizeipräsidium Stuttgart sei eine 40-köpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet worden, das Landeskriminalamt werde die Ermittlungen unterstützen. Strobl will den Landtag am Mittwoch in einer Sondersitzung des Innenausschusses unterrichten.

Auch wenn die genauen Hintergründe noch unklar sind, führten die Ausschreitungen in der Schwabenmetropole bereits zu hitzigen politischen Debatten. Die Deutsche Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg, aber auch Stimmen aus CDU und AfD kritisierten etwa SPD-Bundeschefin Saskia Esken für ihre Äußerungen über einen "latenten Rassismus" bei der Polizei, für die sie teils auch aus den eigenen Reihen viel Kritik einstecken musste. Zwischenzeitlich hatte Esken ihre Äußerungen relativiert. Die SPD-Chefin selbst kritisierte am Sonntag auf Twitter die "sinnlose, blindwütige Randale" in Stuttgart. Die Gewalttäter müssten und hart bestraft werden. "Unbegreiflich, wie die Situation derart eskalieren konnte."

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Kommentare (99+)

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schadstoffarm
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Das du einen demonstranten

Vermisst hättste dir selbst nicht zu träumen gewagt.

SoundofThunder
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🤔

Wer hat Interesse daran dass der Rechtsstaat geschwächt wird? Dort ging es sicher nicht gegen den Rassismus! Dort ging es um was anderes.Das Vertrauen in den Rechtsstaat zu untergraben. Es gibt wieder paramilitärische Gruppierungen die an die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnern.Es gibt keinen Grund Gewaltsam zu Protestieren! Damit erreicht man nur das Gegenteil!

wollanig
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Du bezeichnest

Antifa und offensichtliche Angehörige fremder Kulturen als paramilitärische Gruppen die dich an den Beginn der NZeit erinnern? Ja da hast du wohl Recht. Und wenn weiterhin alles verniedlicht, verharmlost und nicht beim Namen genannt wird, wird es übel werden.

SoundofThunder
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🤔

Sie müssen offensichtlich noch Geschichte lernen.ZDF Info könnte helfen. Vom Beginn und der Ursache bis zum Ende des Dritten Reiches. Und in der Gegenwart gibt es genügend Paramilitärische Gruppen rechtsextremer die sich schon auf den Sturz der Demokratie vorbereiten. Es wurden in Deutschland heuer schon 10 Menschen von denen (auch Lübcke) ermordet.Schauen Sie sich die Statistik Rechtsextrem motivierter Straftaten in Deutschland (oder Österreich) an. Und waren Sie schon bei einem Rechts Rock Konzert? Und wer schei... auf die Judenddemokratie? Die Rechten und Linken Krawallbrüder braucht keiner.

HB2USD
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Das ZDF

steht noch weiter links als der ORF und wer neutrale Infos verzichtet inzwischen grundsätzlich auf diese Sender.

wollanig
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Schau dir einfach

die Videos an, die es zigfach auf Twitter etc. zu sehen gibt und versuch mal deinem Ideologiezwang zu entkommen. Allerdings habe ich bei dir nicht viel Hoffnung. Vernunft und Hausverstand, Anstand und Respekt scheinen immer mehr zu verschwinden.

Balrog206
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Sound

Mit deinem letzten Satz hast zu 100% recht , nur ich glaub das waren keine von diesen 2 Richtungen !!!

Hausverstand100
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Wozu

Sind eigentlich Polizisten bewaffnet?
Muss ja nicht gleich der scharfe Schuss sein...
Ach ja... "POLIZEISTAAT!!!......"
...wenn euch der Anarchiestaat lieber ist....

X22
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Wozu gibt die Natur den Menschen ein Gehirn. Zum denken und entsprechenden Handeln

M.M. haben die Polizisten diese Eigenschaften noch, der Hausverstand tut sich da schon schwer, erst schießen, dann blöd schauen, weil's doch den Fall geben kann, dass da eine(r) nicht mehr aufsteht. Polizistinnen haben Angst davor in solche Situationen zu kommen, dass ist reales Leben, dass ist kein Film, sowie sich das der Hausverstand vorstellt, wo nach dem Dreh alle wieder gutgelaunt nach Hause gehen

X22
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Egal aus welcher Richtung diese idiotischen Zerstörungen kommt, es gibt dafür keine Rechtfertigung. Die Täter müssen gefasst werden. Und ein wenig Hintergrund für die rechte Ecke der User, die Polizei der Stadt Stuttgart teilte mit

In der Nacht zum Sonntag (21.06.2020) kam es in Stuttgart zu erheblichen Angriffen auf Polizeibeamte, Streifenwagen und Ladengeschäfte in der Innenstadt. Mehr als ein Dutzend Polizeibeamte erlitten Verletzungen. Viele Feiernde aus dem Bereich des sich vornehmlich in den Abendstunden und Nächten unter anderem am Eckensee sammelnden Klientels solidarisierten sich in Zusammenhang mit einer Polizeikontrolle anlässlich eines Rauschgiftdelikts gegen die Beamten.

TK1407
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Und ein wenig Hintergrund für die linke Ecke der User, 

„Teile der linken Szene überschreiten hier gerade Linien, was wir für Stuttgart bisher so nicht gekannt haben“, sagte ein Polizeisprecher.

checker43
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Der TK

hätte den Text ganz lesen sollen. Also auch das davor.

X22
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Damits einen Sinn ergibt, der volle Wortlaut, und nochmal, "Egal aus welcher Richtung" inkludiert auch die Linken, ich verstehe das, sie auch?

Auch an vergangenen Wochenenden war es zu Auseinandersetzungen von überwiegend jungen Menschen mit der Polizei gekommen - allerdings nicht in dem Ausmaß wie jetzt. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht dazu, ob die Drahtzieher der jüngsten Zerstörungen polizeibekannten Szenen zuzurechnen sind. Vor einigen Tagen hatte die Stuttgarter Polizei nach Vorfällen am Rande einer Demonstration von Grenzüberschreitungen gesprochen. „Teile der linken Szene überschreiten hier gerade Linien, was wir für Stuttgart bisher so nicht gekannt haben“, sagte damals ein Polizeisprecher.

X22
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In der Folge zogen die Menschen in Richtung Schlossplatz und verteilten sich offenbar auch in Gruppen in der Innenstadt. Abgestellte Streifenwagen wurden massiv beschädigt. Mit Stangen und Pfosten wurde auf die Fahrzeuge eingeschlagen, die Scheiben zertrümmert. Auch auf vorbeifahrende Streifen warfen Randalierer große Steine und andere Gegenstände, auch Pflastersteine, die zuvor aus dem Boden gerissen oder auch von Baustellen aufgenommen wurden. Polizeibeamte wurden äußerst aggressiv angegangen, angegriffen und verletzt. Mehr als 200 Beamte aus dem Stuttgarter Umland mussten alarmiert und in den Einsatz gebracht werden. Viele Ladengeschäfte in der Innenstadt sind offenbar wahllos beschädigt worden. Vor allem wurden Schaufensterscheiben eingeworfen oder eingeschlagen. In Filmszenen ist auch zu sehen, wie massiv versucht wird, selbst schwere große Scheiben zu zertrümmern.
(Original-Content von: Polizeipräsidium Stuttgart, übermittelt durch news aktuell)

tecmen15
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Danke!

Vielen Dank an alle Regierung der letzten Jahre, China, die USA und Russland lachen sich eines ins Fäustchen.

Weit haben wir es gebracht mit der Aufnahme von 99% jungen Männern aus allen fernen muslimischen Ländern.

Schaut in die Vorstädte von Paris oder nach Dijon oder gar nach Malmö. Keine 10 Jahre, dann ist es auch bei uns so weit.

Musicjunkie
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Sinnerfassend Lesen müsste man können, gell.

--

SoundofThunder
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🤔

Waren Sie in den Pariser Ghettos? Wenn man Menschen wegsperrt braucht man sich nicht wundern wenn sich die von der Gesellschaft ausgegrenzten Menschen radikalisieren. Und in den USA sind die Rassisten in Uniform.

wollanig
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Dass diese Menschen

kaum gewillt sind etwas zu erreichen, sieht man schon an ihrem Unwillen, Deutschkurse etc. zu besuchen. Die wollen weiterleben wie in ihrem Land und die sozialen Errungenschaften ihrer Zielländern ausnutzen.

Popelpeter
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Ah!

Wusste gar nicht dass man dort eingesperrt ist! Ich denke in Frankreich steht jedermann das gleiche Bildungssystem zu Verfügung! Aus seinem Leben was zu machen und dieses zu nutzen obliegt jedem selber! Egal ob er hier oder dort wohnt!

rontin
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Wenn die Polizei da einmal durchgreift ...

... und ein Statement setzt würde ich verstehen ... da gehört einmal durchgegriffen ... da würde ich voll dahinter stehen ... wo sind wir denn ... wo kommen wir denn da hin, wenn so etwas ums ich greift ...

weinsteirer
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neues

deutschland

nuramrande
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Frau Merkel entzweit

Jetzt wird es interessant sein, ob die Massenmedien genauso auf die Bundeskanzlerin losgehen, wie sie das beim Amerikanischen Präsidenten gerne machen. Er ist kein Präsident des Zusammenhaltes, sondern der Trennung. Und das nicht deshalb, weil er es sagt, sondern weil es Unruhen und Gewalt gibt, wie eben jetzt auch in Deutschland. Also die gleichen Rahmenbedingungen für eine objektive Beurteilung.

checker43
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Belegen

Sie mal, inwiefern Merkel entzweit und diese Randalierer hervorgebracht hat? Hat Sie sich auf Hildmanns Hals gekniet?

compositore
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@checker43

Merkel hat entzweit, als sie sagte: "Wir schaffen das."

checker43
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Das

hat sie zur Syrienflüchtlingskrise gesagt. Und was hat das mit den Randalen gestern zu tun? Hat Merkel mit der Aussage die randalierende Drogen- und Partyjugend mit der Restbevölkerung entzweit?

Balrog206
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Vielleicht

Ist die Open Door Politik gemeint gewesen !?

Mezgolits
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Zustände wie in den USA

Vielen Dank - ich meine: Der Wilde Westen - weitet sich aus.
Stefan Mezgolits, staatmitfinanzierter Erfinder. Draßburg

tomtitan
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Jaja, die jungen Männer...

Kommentare 76-103 von 103