Nach der mutmaßlichen Entführung von Prinzessin Latifa gerät Dubais Herrscherfamilie wegen des Hilferufs einer weiteren Angehörigen erneut in die Schlagzeilen. Zeynab Javadli, Ex-Frau eines Familienmitglieds, hat nach Angaben der BBC von Dienstag den UNO-Menschenrechtsrat eingeschaltet, um ihre eigene sowie die Sicherheit ihrer Kinder zu gewährleisten.

Ein emiratisches Gericht hatte zuvor ihrem Ex-Mann, Scheich Zayed bin Rashid al-Maktoum, das Sorgerecht für die Kinder zugesprochen. Sein Onkel ist der Emir von Dubai und Ministerpräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum.

Javadli wirft den emiratischen Behörden vor, sie in dem fast dreijährigen Sorgerechtsstreit misshandelt, belästigt und eingeschüchtert zu haben. In einem von der BBC veröffentlichten Video sagt die aus Aserbaidschan stammende 31-Jährige nun: "Meine Kinder und ich sind verängstigt und fürchten um unser Leben und unsere Sicherheit." Sie traut sich demnach nicht, das Land zu verlassen, aus Angst, die drei Töchter könnten ihr weggenommen werden. Sie harren den Angaben nach in einem Hotel in Dubai aus.

Eine Ex-Frau des Emirs flüchtete zudem nach London und führte dort einen Sorgerechtsstreit. Prinzessin Haya gab dabei an, in Dubai mit dem Tod bedroht worden zu sein. Anfang des Jahres sprach ihr der Londoner High Court das alleinige Sorgerecht für ihre Kinder zu.