Pfizer und ModernaPreiserhöhung in Europa: mRNA-Impfstoffe werden teurer

Während die Nachfrage nach den mRNA-Vakzinen nach wie vor sehr stark ist, erhöhen die Pharmakonzerne Pfizer und Moderna die Preise ihrer Corona-Impfstoffe. Die Konzerne erwarten für dieses Jahr Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe.

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mRNA-Vakzine
Die mRNA-Vakzine sind ein regelrechter Kassenschlager. © (c) AP (Matthias Schrader)
 

Wie die britische Tageszeitung "Financial Times" berichtet, erhöhen die Pharmariesen Pfizer und Moderna die Preise ihrer Vakzine gegen das Coronavirus für den europäischen Markt. Aufgrund der Verbreitung der infektiöseren Delta-Variante und wegen des Bedarfs an Auffrischungsimpfungen ist die Nachfrage nach wie vor ungebrochen, die Umsatzerwartung für mRNA-Impfstoffe wurde für 2021 und 2022 deutlich nach oben korrigiert. So hob der US-Konzern Pfizer, der sich die Gewinne mit seinem deutschen Partner BioNTech teilt, vergangene Woche die Prognose für die Einnahmen durch den Corona-Impfstoff um fast ein Drittel, auf 33,5 Milliarden US-Dollar, an. Für die beiden Corona-Impfstoffhersteller Pfizer und Moderna werden dieses Jahr Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe erwartet.

Dem Zeitungsbericht zufolge wurden in den jüngsten Lieferverträgen für die Europäische Union die Preise der mRNA-Impfstoffe nun deutlich angehoben. Eine Dosis des Vakzins von Pfizer und BioNTech kostet nun 19,50 Euro statt bisher 15,50 Euro. Der Moderna-Impfstoff kostet demnach je Dosis nun 25,50 Dollar statt bisher 19 Euro (22,55 Dollar). Der neue Preis von Moderna liege aber unter dem ursprünglich vereinbarten Betrag von 28,50 Dollar, weil das Auftragsvolumen gestiegen sei, sagt ein Beamter, der in die Vertragsverhandlungen involviert war. Die Unternehmen hätten jetzt aber aus ihrer Marktmacht Kapital geschlagen: Da sich die Impfstoffe als höchst wirksam erwiesen hätten, habe sich auch ihr Wert erhöht, führt er weiter aus.

"Die Impfstoffe wirken. Zeit, den Preis zu erhöhen"

Ein Umsatzplus im nächsten Jahr darf sich auch der schwedisch-britische Pharmakonzern AstraZeneca erhoffen. Die Umsätze mit dem Vektorimpfstoff "Vaxzevria", der zurzeit zum Selbstkostenpreis angeboten wird, werden Schätzungen zufolge im Jahr 2022 auf 15 Milliarden US-Dollar steigen. Allerdings werde sich laut Prognosen auch die Umsatzschere zwischen den Impfstoffherstellern der mRNA-Vakzine und den Konkurrenten, deren Impfstoffe traditionellere Wirkungsweisen aufweisen, weiter vergrößern.

Inzwischen vermeldete die Europäische Kommission, dass 60 Prozent aller Erwachsenen in der Europäischen Union vollständig geimpft sind. "Wir werden die EU-Länder weiterhin dabei unterstützen, dass die Bürgerinnen und Bürger schnell vollständig geimpft werden können", twitterte die Regierungsinstitution. Man sei am besten Weg, das Ziel der Impfquote von mindestens 70 Prozent vollimmunisierter Erwachsener bis zum Ende des Sommers zu erreichen. 

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