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Epstein-SkandalUS-Eliteuni MIT im Strudel geheimer Geldflüsse

Nach dem Tod des US-Milliardärs Jeffrey Epstein, der jahrzehntelang Mädchen missbraucht haben soll, gerät nun das MIT in den Sog des Skandals. Ein Fakultätschef trat zurück.

L. Rafael Reif, Chef des MIT, hat nun eine Untersuchung angeordnet © AP
 

Jeffrey Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der milliardenschwere Investmentbanker war bereits 2008 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt worden und wurde seitdem als Sexualverbrecher geführt. Dank einer umstrittenen Einigung mit der Staatsanwaltschaft kam er damals um einen Prozess herum, sodass seine mutmaßlichen Opfer nie vor Gericht aussagen konnten.

Nach neuen Vorwürfen und Zeugenaussagen wurde der Fall neu aufgerollt. Epstein beging vor wenigen Wochen in seiner Zelle offensichtlich Selbstmord, die Ermittlungen gehen aber weiter und haben nun eine der renommiertesten US-Unis, das Massachusetts Institute of Technology (MIT) erfasst.

Am Samstag hat nun der Direktor des interdisziplinären Forschungsinstituts Media Lab am Massachusetts Institute for Technology Joichi "Joi" Ito seinen Rücktritt erklärt. Es war bereits bekannt, dass Ito - ebenso wie Donald Trump, Bill Clinton oder Prinz Andrew und viele andere - engen Kontakt zu Epstein hatte, nun aber stellte es sich heraus, dass das MIT-Institut weit mehr Geld vom Milliardär erhalten hatte, als man zugegeben hatte.

Millionen für das MIT

Ursprünglich war die Rede von rund 800.000 Dollar im Lauf von zwei Jahrzehnten gewesen, tatsächlich sollen nach und nach 7,5 Millionen Dollar geflossen sein. Epstein war offiziell von der Spenderliste längst gestrichen worden, die Zuwendungen hatte man als "anonyme Spenden" verbucht.

Die Bemühungen, die Kontakte des Media Lab zum rechtskräftig verurteilten Epstein zu verheimlichen, waren im Büro von Ito laut „New Yorker“ bestens bekannt. Die Mitarbeiter bezeichneten Epstein intern als Voldemort, der Bösewicht und Hauptgegner von Harry Potter, oder als „Der nicht beim Namen genannt werden darf“.

Auch die Elite-Universität Harvard soll von Epstein oder über seine Vermittlung bis zu 6,5 Millionen Dollar erhalten haben. Der Skandal wirft nun ein neues Licht auf die Finanzierung der amerikanischen Spitzenunis durch private Sponsoren. Es stellt sich die Frage, wie unabhängig Wissenschaft sein kann, wenn sie Geld von zwielichtigen Privatpersonen oder gar von autokratischen Regimes annehmen. So veröffentlichte die Tech-Unternehmerin Mary Lou Jepsen, die am Media Lab geforscht und dann mit dem Lab-Gründer Nicholas Negroponte das Entwicklungshilfeprojekt "One Laptop per Child" gestartet hatte, vergangene Woche ein viel beachtetes Essay. Sie selbst hatte, wie sie schreibt, für ihr "One Laptop"-Projekt Gelder von Muammar al-Gaddafi und aus Ländern angenommen "die die Liste der korruptesten Länder der Welt von Transparency International anführen".

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