Schul-MaßnahmenEltern kritisieren: "Auch geimpfte Schüler können Überträger sein"

Wenn in vier Wochen die Schule wieder losgeht, sollen Schulschließungen möglichst nicht mehr stattfinden. Was sagen Opposition, Eltern und Lehrervertreter und zu den von Minister Heinz Faßmann geplanten Maßnahmen?

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Coronavirus - Erster Schultag nach Sommerferien in Rostock
© APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner
 

Wenn in vier Wochen die Schule wieder losgeht, sollen Schulschließungen möglichst nicht mehr stattfinden. Was sagen Opposition, Eltern- und Lehrervertreter und zu den von Minister Heinz Faßmann geplanten Maßnahmen? Die oberste Eltern-Vertreterin der Pflichtschulen, Evelyn Kometter, sagt: „Wir sind zufrieden.“ Sie störe allerdings, dass ab Herbst geimpfte Schülerinnen und Schüler ungetestet in der Schule sitzen dürften. Es gäbe keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass sie nicht trotzdem Überträgerinnen und Überträger sein könnten. Sie schlägt vor, weiterhin zumindest jeden Montag alle Schüler zu testen und auf die Maskenpflicht im Klassenzimmer zu verzichten.

Ähnlich die Sicht des obersten Eltern-Vertreters an Mittlerein und Höheren Schulen, Christoph Drexler. Man sei mit den Vorgaben einverstanden, immerhin, die Schulen sollen offenbleiben. Aber auch er thematisiert die Tatsache, dass geimpfte Schüler nicht mehr getestet werden sollen zwei Wochen nach der Impfung: „Alle sollen gleich behandelt werden.“ Und auch er sagt, eine Übertragung des Virus sei auch durch Geimpfte möglich, man könnte auch Cluster übersehen. Er sieht die Gefahr, dass es zu Gruppendruck in den Klassen kommt. „Zum Impfen soll überzeugt und nicht gedrängt werden.“

Stigmatisierung und Zwei-Gruppen-Gesellschaft dürfen wir nicht aufkommen lassen.

Evelyn Kometter

Kometer sieht die Impfbusse problematisch, „wo die Schüler klassenweise in die Busse gedrängt werden. Da wird die freiwillige Impfung das Nachsehen haben. Stigmatisierung und Zwei-Gruppen-Gesellschaft dürfen wir nicht aufkommen lassen.“ Ihre Vereinigungen seien gegen eine Impfpflicht für Lehrer. Das müsse eine persönliche Entscheidung bleiben.

AHS-Direktorensprecherin Isabella Zins sieht in der Weiterentwicklung der Maßnahmen einen Fortschritt, ein Bekenntnis zum Präsenzunterricht. Das Testmanagement in den ersten Wochen würde sich nicht sehr unterschieden. Ab Mitte September soll ja nicht mehr durchgehend getestet werden und Masken getragen werden. Da solle ja das Frühwarnsystem anschlagen. „Das Virus wird uns nicht verlassen, wir können nur schauen, dass wir gut damit umgehen.“ Ein „Geimpfte gegen Ungeimpfte“ befürchtet sie nicht. Es bräuchte noch mehr Aufklärung vor allem bei den Eltern der Kinder ab zwölf. Hier gäbe es doch noch mehr Sorgen der Eltern. Es sei Aufgabe der Lehrkräfte, Aufzuklären über die Impfung. „Die Entscheidung sollen die Eltern treffen. Wenn die Abwassertests zeigen, dass keine Gefahr besteht, herrscht an der Schule Normalbetrieb.“ Das müssten die Experten entscheiden, ab wann es gefährlich werde.

Dass ungeimpfte Lehrer ihre PCR-Tests selber zahlen sollen, davon habe sie noch nichts gehört. Sie gehe davon aus, dass von den Lehrkräften ein sehr, sehr hoher Prozentsatz geimpft sein wird. Wie das dann mit den Tests erfolgt, da müsse man den Herbst abwarten.

Sie sei froh über das Bekenntnis der Regierung, nicht zum Schichtbetrieb zurückzukehren.

Kommentare (84)
Rot-Weiss-Rot
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@checker43, du hast etwas Wichtiges nicht bedacht.

Du hast Recht, eine Langzeitstudie gibt es im Zulassungsverfahren nicht. Studien werden bis zur Phase 3 durchgeführt, anschl. kommt das Zulassungsverfahren.
Nach der Zulassung wird der Impfstoff jedoch ständig überwacht und Daten wie Nebenwirkungen, Reaktionen etc. erfasst. Dies wird über Jahre durchgeführt und wird als Langzeitstudie bezeichnet.
Bei den bisherigen Impfstoffen war so eine Langzeitstudie nach der Zulassung bei der Entscheidung sich impfen zu lassen zu vernachlässigen, da die jahrelange Erfahrung gezeigt hat, das Tot- oder Vektorimpfstoffe keine unmittelbaren Langzeitfolgen hervorrufen.
Dies ist bei mRNA-Impfstoffen jedoch NICHT DER FALL, da fehlen die Erfahrungswerte komplett.
Das ist mit fehlenden Langzeitstudien gemeint, checker.
Jetzt könnte man sagen, "gut, dann impfen wir die Kinder mit Astra oder J.&J.. Da haben wir Erfahrungswerte". Wäre ein Argument, wenn es da nicht diese Nebenwirkungen gäbe die bei Astra schon länger bekannt sind und bei J.&J. erst kürzlich aus den USA gemeldet wurden.
Diese sind zwar verschwindend selten, doch stell dir vor in Österr. stirbt ein Kind an den Folgen dieser bekannten Probleme.
Nachdem Kinder nicht einmal schwer erkranken ist daher die Impfung aus Sicht der Kinder sehr bedenklich. Dem ungeimpften Aluhut würde es natürlich passen!

freeman666
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Stigmatisierung?

Unglaublich, mit welchen Mitteln versucht wird die Impfung zu verteufeln.
Nach über 4 Milliarden Impfungen weltweit und über 10 Millionen erfolgreichen Impfungen österreichweit, glauben diese Impfgegner noch immer an der Seite des Virus stehen zu müssen?
Die Geschichte wird beweisen, wie rücksichtslos und unverantwortlich diese Menschen sind.
Diejenigen die sich nicht impfen lassen bedaure ich, nur mögen sie endlich aufhören eine gute Sache aus Dummheit und Trotz zu bekämpfen.

Rot-Weiss-Rot
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@freeman666 - @lombok, in Bezug auf Erwachsene habt ihr recht.

Nicht aber bezüglich der Kinder.

Die Kinder werden NICHT der Kinder Willen geimpft, da sie nicht erkranken, sondern wegen den ungeimpften Erwachsenen. Es gibt sonst keinen Grund. Wenn jeder Erwachsenen geimpft wäre können Kinder infektiös sein wie sie wollen. Nach einiger Zeit hat jedes Kind Antikörper und das war's dann.
Eine Impfpflicht für Erwachsene ist die Lösung!!! Keine Impfung ohne Langzeitstudien für Kinder, wo Niemand, wirklich Niemand sagen kann, ab die Impfung einen Einfluss auf das spätere Leben hat.
Bei uns Erwachsenen spielt das keine so große Rolle und trotzdem solltet ihr Euch die Frage stellen, wie viele Erwachsene sich impfen hätten lassen, wäre das Risiko einer Erkrankung gleich Null.
Von Kindern wird das verlangt.

Meinung28
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@Rot-Weiss-Rot

👍👍👍👌

lombok
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Mir stellt sich die Frage, warum die Impfgegner nicht einfach still sind.

Aber nein ... Sie wettern herum, stellen uns als Idioten dar und wollen dann auch noch eine Gleichberechtigung.

Sie checken es einfach nicht, dass sie nicht benachteiligt werden, sondern lediglich diejenigen Vorteile erhalten, die geimpft sind.

Und ja, keine Impfung der Welt bietet 100 Prozent Schutz, aber ein schwerer Verlauf kann meist verhindert werden.

Starfox
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Opferrolle

typisches Verhalten

Starfox
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Is echt schade ja

aber gegen diese Bauernschläue ist es schwer anzukommen in Österreich. Nicht umsonst wählen bis zu 25% eine ewig gestrige Partei.

DavidgegenGoliath
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@freeman

Schauen sie nach Israel!

lombok
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Auch Schüler können zwar übertragen,

aber in derart geringem Ausmaß, dass der Nutzen/Aufwand nicht dafür steht. Außerdem dachte ich, dass ungeimpfte Schüler ohnehin MNS tragen müssen.

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