Gewalttätige AusschreitungenDemonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in Europa

In mehreren europäischen Ländern haben Tausende Menschen gegen wieder strengere Corona-Maßnahmen und gegen Nachteile für Ungeimpfte demonstriert. In Brasilien dagegen forderten Demonstranten mehr Impfstoff und ein besseres Corona-Management von der Regierung.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Die Demonstranten, hier in Mailand, sind der Meinung, dass der Grüne Pass ihre Freiheit einschränkt
Die Demonstranten, hier in Mailand, sind der Meinung, dass der Grüne Pass ihre Freiheit einschränkt © AP
 

In mehreren europäischen Ländern haben Tausende Menschen gegen wieder strengere Corona-Maßnahmen und gegen Nachteile für Ungeimpfte demonstriert. In Frankreich gingen am Samstag landesweit mehr als 160.000 Menschen auf die Straßen, wie der französische Nachrichtensender Franceinfo berichtete. Sowohl dort als auch bei einer Impfgegner-Demonstration in Athen kam es zu Ausschreitungen und Festnahmen. Indes protestierten in Rom 3.000 Menschen unter anderem gegen den Grünen Pass.

Zehntausende Brasilianer sind wiederum gegen die Corona-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro auf die Straße gegangen. Bei Demonstrationen im ganzen Land forderten sie am Samstag ein Amtsenthebungsverfahren gegen den rechten Staatschef, mehr Impfungen gegen das Coronavirus und wirtschaftliche Hilfen in der Pandemie, wie das Nachrichtenportal "G1" berichtete. Mittlerweile prüft ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss Bolsonaros Krisenmanagement in der Pandemie. 

In Paris skandierten die Demonstranten Parolen wie "Freiheit, Freiheit" und riefen zum Sturz von Präsident Emmanuel Macron auf, den sie als "Tyrannen" beschimpften. In der Nähe der Champs-Elysees kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Proteste fanden darüber hinaus in mehr als hundert weiteren französischen Städten statt, darunter Toulouse, Lyon, Straßburg, Lille, Nizza, Montpellier und Marseille.

In Italien demonstrierten am Samstag tausende Menschen gegen die Einführung eines obligatorischen Gesundheitspasses für den Zugang zu Innenräumen von Bars, Restaurants und Freizeiteinrichtungen. "Freiheit" und "Nieder mit der Diktatur" skandierten die Demonstranten, die italienische Flaggen schwenkten und mehrheitlich keine Masken trugen. Proteste fanden neben Rom unter anderem in Neapel, Turin und Mailand statt. Einige der Demonstrierenden trugen gelbe Judensterne, auf denen "Ungeimpft" stand.

Bei Krawallen auf einer Anti-Impf-Demo nahm die griechische Polizei am Samstagabend 25 Menschen vorübergehend fest. Zuvor hatten sich nach Angaben der Behörden mehrere Tausend Menschen auf dem zentralen Athener Syntagma-Platz versammelt, um gegen die teilweise Corona-Impfpflicht zu protestieren, die es in Griechenland inzwischen gibt. Nach einer friedlichen Kundgebung war die Situation eskaliert. Demonstranten warfen Brandsätze und Steine auf die Einsatzkräfte, diese setzten Wasserwerfer und Tränengas ein.

Impfpflicht für Gesundheitspersonal

In allen drei Ländern haben die Regierungen zuletzt die Corona-Maßnahmen angesichts steigender Infektionszahlen wieder verschärft. In Frankreich wurde eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal in die Wege geleitet, in Griechenland ist eine solche bereits verfügt worden.

Impfen oder Test vorweisen

Neben Italien plant auch Frankreich, den Zugang zu vielen Örtlichkeiten an den Nachweis einer Corona-Impfung, eines negativen Testergebnisses oder einer Genesung zu koppeln. In Frankreich könnten solche Nachweise bald etwa für Fernzüge und Einkaufszentren zur Pflicht werden.

Bereits vor einer Woche hatten in Frankreich rund 114.000 Menschen landesweit gegen die Pläne der Regierung protestiert. Am Freitag gaben die Abgeordneten der Nationalversammlung als Unterhaus des Parlaments dann der geplanten Impfpflicht für Gesundheitspersonal in erster Lesung ihre Zustimmung. Am Sonntag stimmte der französische Senat für das Gesetz mit verschärften Corona-Regeln. Der Text wurde in der Nacht auf Sonntag mit 199 Ja- und 123 Nein-Stimmen angenommen. Nach einer Reihe von Änderungen am ursprünglichen Vorschlag müssen sich Senat und Nationalversammlung allerdings noch auf einen gemeinsamen Text einigen.

Lockdown in Sydney

Proteste gegen Corona-Maßnahmen mit Tausenden Teilnehmern gab es am Samstag auch in Sydney. Dort gilt wegen der Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus seit gut einem Monat ein strenger Lockdown. Ähnliche Kundgebungen wurden aus Brisbane und Melbourne gemeldet.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (5)
blackpanther
2
3
Lesenswert?

Brasilianer fordern

mehr Impfstoff, bei uns wird gegen Impfungen demonstriert…

lucie24
3
6
Lesenswert?

Demos

werden bei uns auch so kommen.

ugglan
34
14
Lesenswert?

Grippeimpfung,

FSME, Gelbfieber bei Reisen - neue, bessere Medikamente wenn sie vor Tod und Schmerz retten geht alles - und hier : Schutz vor Tod, schwere ,lange Erkrankung und Spätfolgen und es gibt eine Impfung dagegen - wie verblödet muß man sein sich hier zu verweigern ! IMPFPFLICHT muß her !

STEG
9
4
Lesenswert?

Kann ich nur zustimmen

Impfverweigerer nehmen den Staat in Geiselhaft und erwarten, dass ein Intensivbett für sie bereit steht, im Falle des Falles.
Setzen Sie einen Helm n a c h dem Biken im Wohnzimmer auf? Käme wohl niemand auf die Idee, ausser, im übertragenen Sinn, bei Corona die Impfgegner.
Mit der Gesundheit ist es ungeschützt schnell vorbei!!!

kukuro05
29
13
Lesenswert?

es gibt Maßnahmen ohne Ende....

.....alles wird reglementiert, für alles gibt es Verordnungen, Maßnahmen sprengen überall bereits den Rahmen des Erträglichen....
Aber gegen solche Leute die die Gesundheit anderer gefährden und sich gegen die Vernunft und die Wissenschaft stellen und daher alle anderen Maßnahmen ins Wanken bringen
GIBT ES KEINERLEI MAßNAHMEN!
Warum eigentlich nicht?