WienHausärzte klagen weiter über zu wenige Impf-Dosen

In Sachen Corona-Impfung ist in der Zusammenarbeit zwischen Stadt und niedergelassenem Bereich schon länger der Wurm drinnen

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© (c) APA/BARBARA GINDL
 

Nach mehrwöchiger Pause können sich seit einigen Tagen Wienerinnen und Wiener wieder bei ihren Hausärztinnen und -ärzten gegen das Coronavirus impfen lassen. Doch zufrieden ist man im niedergelassenen Bereich mit der Situation weiter nicht. Immer noch gebe es viel zu wenige Dosen, außerdem sei über zwei Wochen hinaus keine langfristige Planung möglich, kritisierte die Ärztekammer. Das Rathaus verweist auf eine Vereinbarung und sieht die Ärztekammer in der Pflicht.

"Wir haben jetzt einmal 10.000 Dosen Biontech/Pfizer geliefert bekommen, nächste Woche sind es in Summe 12.500 Dosen Biontech/Pfizer bzw. Moderna. Über diese zwei Wochen hinaus haben wir keine Zusagen", ärgerte sich ein Sprecher der Wiener Ärztekammer im APA-Gespräch am Donnerstag.

Wie sich die Situation in der Praxis darstellt, erzählte die Floridsdorfer Ärztin Naghme Kamaleyan-Schmied im Interview mit der ORF-Sendung "Wien heute" (Mittwochabend). Sie habe diese Woche Dosen für 180 Patientinnen und Patienten erhalten: "Als ich dann die Menge gesehen habe, war ich dann sehr enttäuscht, weil ich habe doch viele Patienten zu versorgen, die schon ewig und drei Tage warten auf Impfstoff."

Ländervergleich

Im Vergleich zu anderen Bundesländern werden laut Ärztekammer in Wien nur zwei Prozent der Impfwilligen in Ordinationen geimpft, der Rest in Impfstraßen. In anderen Bundesländern sei das Verhältnis hingegen ausgeglichen - überdies werde dort seit Monaten injiziert. In der Bundeshauptstadt seien es bis dato nur wenige Wochen gewesen.

In Sachen Corona-Impfung ist in der Zusammenarbeit zwischen Stadt und niedergelassenem Bereich schon länger der Wurm drinnen: Zunächst haben sich rund 1.000 Medizinerinnen und Mediziner bereit erklärt, Patientinnen und Patienten zu impfen. Aufgrund des Impfstoffmangels - für den niedergelassenen Bereich waren zunächst Dosen des Herstellers AstraZeneca kontingentiert gewesen, der dann nicht ausreichend lieferte - wurde die Zahl jener, die mitmachen durften, bereits im Vorfeld halbiert und auf Allgemeinärztinnen - und -ärzte mit Kassenvertrag eingeschränkt. Diese durften dann kurze Zeit im Wochen-Rhythmus alternierend ihre Patientinnen und Patienten impfen, bevor der Impfstoff ganz ausging.

Nach einer längeren Pause wird nun seit dieser Woche wieder in Arztpraxen geimpft. Die Hersteller der Wirkstoffe sind nun andere - Biontech/Pfizer und Moderna, das Problem bleibt aber dasselbe - zu wenig Impfstoff. Die Ärztekammer fordert nun mit Blick auf die so wichtige Durchimpfungsrate und die größere Verfügbarkeit mehr Dosen. "Es gibt genügend Wienerinnen und Wiener, die von ihren persönlichen Hausärzten geimpft werden wollen", unterstrich der Ärztekammer-Sprecher.

Im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) betonte man in einer Stellungnahme gegenüber "Wien heute", es sei mit der Ärztekammer vereinbart worden, dass jede Woche Impfstoff für den niedergelassenen Bereich zur Seite gelegt werde. "Bedarfserhebung, Zuteilung, Auslieferung und Verimpfung obliegen der Zuständigkeit der Ärztekammer", hieß es dabei unter anderem. Auf die Grundproblematik, dass die Impfstoff-Menge per se zu wenig ist, wurde nicht eingegangen.


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Isidor9
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Trotz Mangel wird gespendet

Schön , dass die Regierung Hunderttausende von Impfdosen ins Ausland spendet , obwohl die eigene Bevölkerung dringend Impfungen bräuchte.