Wegen Delta-Variante Moskau macht wieder dicht und führt Impfpflicht ein

Die Zahl der Neuinfektionen war in der russischen Hauptstadt zuletzt massiv angestiegen - gleichzeitig ist die Impfskepsis groß.

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Manche Berufsgruppen sollen sich nun impfen lassen © AP
 

Die Corona-Pandemie hat die Debatte um eine Impfpflicht angefacht. Während sich die meisten Länder eher zurückhaltend zeigen, lassen Teile Russlands nun damit aufhorchen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hat nun eine Impfpflicht für Beschäftigte im Dienstleistungssektor angeordnet. Insgesamt seien mehr als zwei Millionen Moskauer betroffen.

Unter anderem im Handel, in der Gastronomie sowie im Bildungs-, Kultur- und Sportbereich soll eine Impfquote von 60 Prozent bis Mitte August erfüllt sein. Firmen müssen sonst Strafen zahlen oder die Schließung für bis zu 90 Tage befürchten.

Es wird wieder beschränkt

Wegen weiter rasant steigender Corona-Zahlen verhängt die russische Hauptstadt Moskau außerdem wieder eine Reihe von Beschränkungen. Veranstaltungen sollen auf maximal 1.000 Menschen begrenzt werden, schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Freitag in seinem Blog. "Theater und Kinos bleiben geöffnet." Geschlossen werde dagegen die Fanzone zur Fußball-Europameisterschaft, betonte der Bürgermeister. Spielplätze in sollen Parks weitere zehn Tage geschlossen bleiben, hieß es.

In Europas größter Metropole mit rund zwölf Millionen Einwohnern gibt es seit Tagen täglich mehr als 6.000 Neuinfektionen. In Russland breitet sich laut den Behörden vor allem die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus aus. Nach Angaben von Gesundheitsminister Michail Muraschko stieg die Zahl neuer Patienten in Krankenhäusern innerhalb einer Woche um 30 Prozent.

Wer in Moskau Bars, Restaurants und Diskotheken von 23.00 bis 6.00 Uhr besuchen möchte, benötigt den Angaben zufolge einen Impfnachweis. Zudem kündigte der Bürgermeister ein Experiment in der Gastronomie an. Konkret gehe es darum, etwa "coronafreie Restaurants" auszuweisen. In solchen Gaststätten seien alle Mitarbeiter gegen das Virus geimpft. Die Gäste dort hätten entweder einen Impfnachweis oder könnten Antikörper nach einer überstandenen Krankheit nachweisen.

Auch Arbeitsmigranten werden geimpft

Arbeitsmigranten in Moskau sollen Sobjanin zufolge zudem den russischen Impfstoff "Sputnik Light" bekommen, bei dem nur eine Injektion notwendig ist. Bisher erhalten nur russische Staatsbürger kostenlos eine Impfung. Weil in Russland viele Arbeitsmigranten etwa aus Zentralasien arbeiten, solle der Personenkreis erweitert werden.


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