Impfplan zu langsamUnternehmen wollen Mitarbeiter selbst impfen

Der Salzburger Kranhersteller Palfinger will "nicht weiter tatenlos warten" und bemüht sich selbst um einen Corona-Impfstoff. Kärntner Exportbetriebe haben laut Industriellenvereinigung noch keine Alleingänge gestartet. Das Thema "Impfung für Schlüsselkräfte" habe "höchste Relevanz", heißt es von der IV Steiermark.

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© Jürgen Fuchs/KLZ
 

Die noch ausständige Corona-Impfung ihrer Mitarbeiter setzt Österreichs Industriebetrieben zu. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es unerlässlich, dass ihre Mitarbeiter reisen können. Vertriebsleute zum Beispiel oder Monteure. Zum Teil müssen die Unternehmen Pönalen zahlen, weil die Projekte im Ausland nicht fertiggestellt werden können.

Laut dem aktuellen Impfplan der Regierung werden Schlüsselkräfte aus der Industrie beim Impfen aber nicht vorgereiht. Sie sollen erst mit der großen Masse der Bevölkerung zu einer Impfung kommen, womöglich erst im Sommer. Bei Firmen, deren Leute Projekte im Ausland betreuen, wächst nun der Unmut über die Impfstrategie. Einige wollen nun auf eigene Faust versuchen, an Impfstoff zu kommen. Darunter der international tätige börsennotierte Salzburger Kranhersteller Palfinger, der weltweit 11.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Palfinger-Chef Andreas Klauser will "nicht weiter einfach zuschauen und tatenlos warten, was passiert".

Palfinger-CEO Andreas Klauser
Palfinger-CEO Andreas Klauser Foto © APA/PALFINGER AG

Wir haben Angebote für Impfstoffe bekommen. Wir prüfen die derzeit.

Palfinger-Chef Andreas Klauser

Man habe "in der Krise schon einige Dellen abbekommen", so Klauser, der eine Impfstoff-Eigeninitiative gestartet hat. "Wir haben Angebote bekommen, die wir derzeit prüfen." Es gehe um Restmengen aus dem Ausland für 200 bis 250 Schlüsselkräfte. Es gehe ihm nicht darum, den nationalen Impfplan zu torpedieren. Mitbewerber aus Skandinavien könnten - weil sie geimpft sind - die Reisetätigkeit bereits im April aufnehmen. Durch den Privaterwerb werde das heimische Vakzinkontingent nicht angegriffen. Es wären legale Privatkäufe.

In Kärnten wurden noch keinerlei solche Anliegen an die Industriellenvereinigung (IV) herangetragen, heißt es von dort. Grundsätzlich wird den Firmen empfohlen, sich an den nationalen Impfplan zu halten. Aber Schlüsselkräfte sollten Priorität haben, denn diese seine nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft auf dem Weltmarkt zu sichern.

"Selbstverständlich hat das Thema Impfungen für Schlüssekräfte höchste Relevanz in den Betrieben: Es ist absolut notwendig, Mitarbeiter baldigst wieder auf Reisen schicken zu können", sagt Gernot Pagger, Geschäftsführer der IV Steiemark.

Obskure Quellen und Fälschungen

Bleibt die Frage nach der Beschaffung: In Europa ist kein Impfstoff für private Unternehmen zu haben. Wer ihn von einem anderen Kontinent beziehen will, müsste sich zunächst um die Genehmigung des Impfstoffes kümmern.

Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des Verbandes der österreichischen Impfstoffhersteller, äußert zwar Verständnis dafür, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter schützen wollten, indem sie selber nach Vakzinen suchten. Sie warnt aber vor obskuren Quellen bzw. vor Fälschungen. "Wir warnen davor, weil Impfstoffe, die hier angeboten werden, entweder nicht aus legalen Quellen stammen können bzw. sind Fälschungen im Umlauf."

 


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ckoechl
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Freier Markt!

Wenn es Impfstoff gibt, den die Leute nicht wollen, - her damit, bevor er verkommt! Wer nicht will, hat schon. - Bitte, ich will auch einen!

Edlwer
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er ist schon opfer eines Cyberangriffes geworden...

... und nun tummelt er sich am Freien Markt um einen Impfstoff der international vergriffen ist.
Am gleichen Markt tummeln sich aber auch die Betrüger.
Und dann ist es das gleiche wie beim erlebten Cyberangriff, aus Gier irgendwelche Dubiosen Geschäfte eingehen und dann jammern wenns eine auf den Deckel gibt!

Hinweis! Der internationale Markt und das Internet sind voll von Betrügern die sich auf solche Besserwisser stürzen.
Viel Glück kann ich da nur wünschen....

MHammer
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Äußerst egoistisch!

Verständlich das alle und jeder sich als besonders wichtig und unabkömmlich empfindet. Allerdings finde ich in Zeiten von knappen Kontingenten an Impfstoffen sehr egoistisch zu versuchen Impfstoff am "freien Markt" zu besorgen. Wenn Konzerne das doppelte bieten, werden halt Kontingente umgeleitet und die Altersgruppe (60+) die es an dringendsten braucht bleibt auf der Strecke.
Hier geht es nicht um gute Geschäfte, hier geht es um Leben oder Tod! Also bitte die alten zuerst!

Hausverstand100
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Den "Alten" wurde klar gemacht,

Und das mit besten Erfolg, dass sie die Gefährdesten sind!
Immerhin sind sie die besten Konsumenten der Pharma-Industrie, deshalb müssen sie mit aller Gewalt am längsten am Leben erhalten werden!
Würde man die produktiven Jungen, welche Kontakt zu den Alten haben, durchimpfen, wären die Alten auch geschützt, zwei Fliegen mit einer Klappe.....

MHammer
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Das ist nach aktuellem

Wissensstand nicht gesichert. Und die Todesrate ist halt mal ab 60+ am höchsten und liegt bei den über 80 Jährigen bei über 30% der erkrankten!

Wären alle ab 60+ geimpft könnte man die Infektion auch kontrolliert laufen lassen ohne die Spitäler zu überfordern.

Aber man hat es geschaft das 2/3 der bereits geimpften jünger als 55 ist.
Es sind bereits über 20000 unter 24 Jährige geimpft was ich persönlich für einen völligen Schwachsinn halte.

Ragnar Lodbrok
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Schlüsselkräfte....

also alle Schöpfer.... denn ohne die - können die Herrn Direktoren und Vorstände zusperren...

Immerkritisch
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Herr Klauser

möge einmal erklären, in WELCHEM LAND es Restmengen gibt, wo es doch überall zu wenig gibt!!!!

Es ist verständlich, dass er und seine "Schlüsselkräfte" geimpft werden wollen, das aber auf Kosten jener, die das Geld dafür nicht haben. Die Pharmaindustrie wird sich mit den finanzkräftigen Konzernen dumm und dämlich verdienen und die staatlichen Impfstoffbezieher weiter vertrösten/belügen!

mafoX
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Restmengen

Genug!!! Südafrika gibt millionen an Dosen von Astrazenica wegen geringer Wirksamkeit zurück. Die Schweiz erwägt 5.3 millionen Dosen wegen zu geringer Wirksamkeit weiter zuverkaufen.... Na ja, für Österreicher immer noch gut genug, jedenfalls für einige. Bei Sputnik V wird es schon schwieriger, denn Putin will dafür Impfsoff von Biontech oder Moderna.

Amadeus005
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Deutschland

1.5 Mio AZ

GordonKelz
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Traurig genug, daß unsere " Fachkräfte" ...

..für den Einkauf von Impfdosen komplett versagen, ein Politikum am Rücken der Bürger!
Gordon

carlottina22
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Absolut nachvollziehbar.

Ich finde es ausgesprochen verständlich, dass sich die Unternehmen hier auf eigene Beine stellen wollen. Es ist einfach nicht machbar, dass Schlüsselkräfte bis zum Sommer auf eine Impfung warten, sprich nicht reisen können. Die online-Meetings nehmen zur Zeit schon so überhand, dass viele 6 - 8 Stunden pro Tag vor dem Monitor sitzen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies zwar machbar, aber extrem anstrengend ist.
Ich bin ziemlich sicher, dass die Verantwortlichen in den Firmen nicht irgendeinen Schrott kaufen, sondern im Sinne ihrer Mitarbeiter hier umsichtig vorgehen.

acgelenk
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carlottina22

ihre worte sind sehr wahr.
ohne face2face gespräche zb. mit potentiellen kunden sinken die verkaufschancen.
ich arbeite im bereich alternative energien (großprojekte) - da ist ein online verkauf für zb die beheizung von ganzen städten nicht zielführend.

einmischer
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acgelenk

Alles richtig, nur wer wird die Grossprojekte bauen, Teile herstellen, montieren?
Ohne Fussvolk wird da auch nix laufen.
In einem optimal organisierten Unternehmen, ist eigentlich jeder Mitarbeiter eine Schlüsselkraft

carlottina22
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Das ist klar.

Aber bei derartigen Projekten wird für den Bau, die Montage vor Ort auf ortsansässige Firmen zurückgegriffen. Zumindest bei den Projekten, mit denen ich zu tun habe.

carlottina22
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Ich stimme Ihnen zu.

Und wie in Ihrem Arbeitsfeld, so gibt es in vielen anderen auch einfach die Notwendigkeit vor Ort zu sein.

dieRealität2020
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ja warum nicht?

Es gibt für alle Impfstoffe jeglicher Art einen "freien" Weltmarkt. Ob Parteien, Länder, Institutionen oder Vereine jedermann-frau kann hier kaufen. Das gab es schon jahrzehntelang vor der Pandemie. Die EU und die Mitgliedsländer haben gedacht, da sie den Impfstoff fördern steht ihnen das Recht zu darüber zu entscheiden wer oder was beliefert werden darf. Das sind die typischen Traumvorstellungen der EU und ihrer Mitgliedsländer.
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In den letzten Monaten konnten sich einige Mitgliedsländer davon lösen. Ungarn. Slowakei usw. die schlicht und einfach auch den russischen Impfstoff, der sich am Weltmarkt befindet, kaufen und auch anwenden. Was nicht vom Westen und seiner Arschpolitik nicht funktionierte war das totmachen des russischen Impfstoffes. Die Hetzerei gegen Russland hat mit sich gebracht, dass zum Nachteil von russischen Bürger diese den Impfstoff jetzt teilweise ablehnen.
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Die schmutzigste und dreckigste Art so eine Hetzerei zu betreiben ohne zu wissen was genau Sache ist. Letztklassig erbärmlich bereits ärmlich.

maxworks
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ich verstehe das !

nachdem die EU und Österreich hier ziemlich versagen, ist Eigeninitiative angebracht ...