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Pro & KontraSind harte Lockdowns auch nur am Wochenende sinnvoll?

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker spricht sich für mehr Flexibilität bei Corona aus. Bis Donnerstag sollte alles gelockert sein, ab Freitag sollte ein scharfer Lockdown das öffentliche Leben zum Erliegen bringen.

 

Hans-Peter Hutter, PRO:

Angesichts wachsender Lockdown-Müdigkeit in der Bevölkerung, bedarf es neuer kreativer Ideen zur Bekämpfung der Pandemie. Der 'Weekend Lockdown' ist ein spannender Ansatz

Zur Person

Hans-Peter Hutter, geboren 1963 in Wien, ist stellvertretender Leiter der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin am Zentrum für Public Health (ZPH) der Medizinischen Universität Wien.

Aus Public-Health-Sicht ist zur Bekämpfung einer Pandemie ein differenzierteres Vorgehen notwendig, weil die Bedingungen für die Übertragung eines Krankheitserregers regional unterschiedlich sein können. Es gibt Maßnahmen, die überall ähnlich oder gleich sind, und andere, für die es Unterschiede geben kann, ja sogar geben muss.

Wir haben inzwischen einiges gelernt. Auch, dass Maßnahmen zur Reduktion infektiöser Kontakte unumgänglich sind. Andererseits ist es auch dringend notwendig, den immer stärker bemerkbaren negativen sozialen, ökonomischen und insbesondere auch gesundheitlichen und psychosozialen Begleiterscheinungen der getroffenen Maßnahmen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Es mehren sich die Hinweise, dass – aufgrund der sogenannten „pandemischen Müdigkeit“ – die Bereitwilligkeit der Bevölkerung, die wichtigsten Kernmaßnahmen (Abstand halten, Händewaschen, Maske tragen und Lüften) einzuhalten, abnimmt. Gerade das muss dringend verhindert werden. Denn gegen egal welche Virusvariante, ob infektiöser oder nicht, sind das die einfachsten und besten Maßnahmen, deren Wirksamkeit belegt ist.

Angesichts dieser größeren Dimension des derzeitigen Gesundheitsproblems braucht es eine Nachjustierung und/oder neue kreative Ansätze, wie mit dieser Pandemie in nächster Zeit umzugehen ist. Die Idee des sogenannten „Weekend Lockdowns“ ist ein Ansatz, „frischen Wind“ in eine festgefahrene Diskussion zu bringen.
Obwohl einige Länder solche Maßnahmen schon praktizierten (Türkei, Portugal, Ukraine), gibt es noch keinen klaren Beleg für die Unwirksamkeit bzw. Wirksamkeit. Wenn in Modellrechnungen gezeigt wird, dass es zu einer Reduktion der infektiösen Kontakte führen kann, kann man diese Idee weiterverfolgen.

Ein Vorteil liegt auf der Hand: Angenommen, es handelt sich um die „Stilllegung“ von Freitag bis Sonntag, und zwar jede Woche, dann ist bessere Planungssicherheit für den Einzelnen und die Wirtschaft gegeben. Es eröffnet neue Perspektiven, es ist denkbar, dass die spürbare Lockdown-Müdigkeit durchbrochen wird.

Vorab gilt es zu überlegen, ob diese Maßnahme für jedes Bundesland passt, oder nur für Ballungszentren, ob man Regionen abseits von Bundesländergrenzen zu Metropolregionen zusammenfassen muss. Jedenfalls entspricht dieser Vorstoß den Forderungen nach neuen, kreativeren Ansätzen für die Überwindung dieser Situation, die mittlerweile an der gesellschaftlichen Gesundheit zehrt.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (6)
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griesbocha
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Man wird sich ohnehin auf eine langfristige Strategie verständigen müssen.

Denn trotz Impfung werden wir die nächsten 1-3 Jahre mit Virus leben lernen müssen.

lucie24
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Alles besser

als ein Dauerlockdown

petera
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Bringt wahrscheinlich gleich viel ...

... wie unter der Woche Lockdown und am Wochenende Lockerungen.

Vielleicht sogar mehr, da die Menschen auch auf andere Gedanken kommen (außer zu arbeiten). Gut für die Psyche ;-)

Mein Graz
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Ich sehe keinen Sinn in einem harten Lockdown am Wochenende.

So ein Wochenend-Lockdown ist m.E. der Wirtschaft geschuldet: die Arbeitnehmer dürfen von Montag bis Donnerstag oder Freitag brav werkeln, und dafür müssen sie am Wochenende zu Haus bleiben.
Auch das Virus wird nicht wissen, dass es nur von Donnerstag (Freitag) bis Sonntag aktiv sein darf.

Ja, die Menschen sind "Lockdown-Müde", wir alle wollen, dass sich die Situation möglichst rasch zum Guten wendet. Dem kann man m.E. allerdings nicht mit solchen halbherzigen Aktionen Nachdruck verleihen, vielmehr muss man die Menschen sensibilisieren, sich an "Abstand, Maske, Hygiene, Vermeidung von Menschenmassen" zu halten.
Und wenn Sensibilisierung nicht hilft, dann geht das halt nur über Strafen.
So lange allerdings Innenministerium und Polizei zuschauen und nicht handeln, wenn es zu Zuwiderhandlungen bei den Vorschriften/Gesetzen kommt, wird sich da nicht viel tun.

Also, Zuständige, bringt endlich eurer verlängertes Rückgrat hoch und beginnt, Gesetze zu vollziehen! Und nicht nach Beschwichtigungen und Ausreden zu suchen wie "Deeskalation" o.ä., nur weil man es nicht schafft, einer Masse Dummköpfe Herr zu werden.

Fuerstenfelder
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Super

Gratulation, treffend beschrieben .

Balrog206
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Aso

Bzgl Gesetze voll ziehen wurde z Thema Abschiebung was anderes geschrieben ! Letzter Absatz ein Traum nur zu einem anderen Thema ! Also frei nach dem Motto wie es mir gerade gefällt !