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Infektionen außer KontrollePatienten könnten in London in Hotels verlegt werden

Großbritanniens Gesundheitssystem ist bereits völlig überlastet. Auch in Frankreich sieht man wegen der Mutation einen "Wettlauf" mit der Zeit.

© AP
 

Weil in Großbritannien - wo die mutierte, britische Virus-Variante bereits für einen starken Anstieg der Fallzahlen gesorgt hat - die Krankenhäuser an ihrer Belastungsgrenze sind, könnten Gesundheitsminister Matt Hancock zufolge Patienten notfalls in Hotels untergebracht werden. Dies sei denkbar für Patienten, die keine vollständige Krankenhausbehandlung mehr bräuchten, aber noch nicht nach Hause gehen könnten, sagt er der BBC. "Wir prüfen alle Optionen."

Ein Sprecher des King's College Hospital in London teilte mit, die Klinik habe Partnerschaften mit Hotels in der Nähe vereinbart, um vornehmlich wohnungslose Patienten zu verlegen, die in der Lage seien, das Krankenhaus zu verlassen. Großbritannien ist von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen. In Teilen des Landes stehen die Krankenhäuser kurz vor dem Kollaps.

Verantwortlich wird dafür auch eine neue Virus-Mutation gemacht, die sich nach Ansicht von Experten erheblich schneller ausbreitet als die bisher vorherrschende Variante. Die Sieben-Tages-Inzidenz, das ist die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner über eine Woche, liegt landesweit bei knapp 600.

Berichten zufolge will die Regierung auch ausgewählte Impfzentren rund um die Uhr betreiben, um das Impfprogramm zu beschleunigen. Bisher wurden in Großbritannien mehr als 2,4 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis geimpft. Mehr als 400.000 Menschen erhielten bereits die von den Herstellern für den besten Schutz empfohlene zweite Impfung.

Die Regierung in London steht immer wieder wegen ihres Umgangs mit der Pandemie in der Kritik. Premierminister Boris Johnson, Bildungsminister Gavin Williamson und der für das Impfprogramm zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi sollten noch am Mittwoch vor Ausschüssen im Parlament dazu befragt werden.

Große Besorgnis auch in Frankreich

Auch Frankreichs Gesundheitsbehörden warnen vor der Gefahr der in vielen Staaten verstärkt auftretenden mutierten Form des Coronavirus (B.1.1.7.). "Ich bin sehr besorgt", sagte der Leiter des wissenschaftlichen Rats, Jean-Francois Delfraissy, Mittwochfrüh dem Sender Franceinfo. Großbritannien überlegt indes die Unterbringung von Patienten in Hotels, weil Spitäler überlastet sind.

Es sei bereits zu spät, die Verbreitung in Frankreich aufzuhalten. Es gehe um den Versuch, sie durch eine Reihe von Maßnahmen zu verlangsamen, so Delfraissy. Es sei ein Wettlauf. Im Großraum Paris seien bisher elf Fälle der Mutation bestätigt, sagte der Chef der örtlichen Gesundheitsbehörde, Aurelien Rousseau, dem Sender BFM TV. Es gebe rund 40 weitere Verdachtsfälle. Zuletzt waren in Frankreich immer wieder Fälle der mutierten Variante des Virus aufgetreten - so etwa am Wochenende in Marseille.

Am Donnerstagabend will sich Premier Jean Castex zur aktuellen Corona-Lage im Land äußern. Viele rechnen mit einer baldigen Verschärfung der Maßnahmen. Mit Stand Dienstag wurden im Land rund 190.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Mit fast 69.000 Toten im Zusammenhang mit Covid-19 ist Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern schwer von der Pandemie getroffen.

In Russland meldeten die Behörden unterdessen 22.850 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. In Moskau, das besonders stark betroffen ist, wurden 4.320 Menschen positiv getestet. Seit Beginn der Pandemie sind mehr als 3,47 Millionen Ansteckungsfälle bekannt, Russland hat damit weltweit den vierthöchsten Wert. Binnen 24 Stunden wurden zudem 566 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus registriert, die Gesamtzahl steigt auf 63.370.


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