Kultur, Tourismus, RestaurantsMit Bund vereinbart: "Eintrittstestungen" statt Freitesten

Nach dem Scheitern der Freitest-Pläne der Regierung und einem Lockdown für alle bis 24. Jänner ist nun von "Eintrittstestungen" die Rede. Die Bundesländer sollen eine permanente Coronatest-Infrastruktur aufbauen.

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Corona-Test
Corona-Test © (c) AFP (JOSEPH EID)
 

Auf die von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bereits vor Weihnachten angekündigte Strategie einer permanenten Coronatest-Infrastruktur hat sich die Bundesregierung in einer Videokonferenz mit den Landeshauptleuten am Montag verständigt, wie Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) erklärte. Die Landeshauptleute Günther Platter, Peter Kaiser und Michael Ludwig bestätigten, dass es künftig permanente Test geben soll.

Tanner erläuterte der APA schriftlich, dass man sich mit den Ländern darauf geeinigt habe, "eine regelmäßige Test-Infrastruktur" zu schaffen. Diese solle gelten "für Berufsgruppen, die sich regelmäßig testen lassen müssen, als Eintrittskarte für Kultur, Tourismus und andere Bereiche und für jene, die sich freiwillig testen wollen".

Ein Test quasi als Eintrittskarte für eine Kulturveranstaltung, hieß es auch heute im Ö1-Morgenjournal. Tirols Landeshauptmann Günther Platter bestätigte, dass eine Eintrittstestung auch bei einem Restaurantbesuch gelten könnte. Laut dem Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser gehe es um semantische, aber auch juristische Unterschiede zwischen "Frei-" und "Eintrittstesten". Und: Nicht die Politik, sondern die Wissenschaft solle das Wort haben.

Einige offene Fragen sind in Hinblick auf "Eintrittstestungen" jedoch noch zu klären. Welche Tests sollen gelten? Auch jene von Apotheken, Betrieben sowie Selbsttests? Wer soll diese kontrollieren? Aus Wien erhofft man sich dazu bis Ende der Woche Antworten.

Wien

Der Wiener Bürgermeister Ludwig (SPÖ) hielt am Montag fest, dass es in der Konferenz um regelmäßige Testmöglichkeiten abseits der Massentests gegangen sei, wobei Wien das schon seit Dezember mache. Zusätzlich habe man die Testung von bestimmten Berufsgruppen vereinbart, auch sei ein Konsens darüber erzielt worden, dass man Kulturveranstaltungen künftig mit Test besuchen könne. Details dazu gebe es noch nicht. Offen sei etwa die Frage, ob dies in der Betriebs- oder Hausordnung der jeweiligen Einrichtung festgelegt werden könne oder ob es dafür einen gesetzlichen Rahmen benötige, erläuterte Ludwig: "Aber da ist natürlich der Bundesgesetzgeber am Zug und die Regierung, die einen entsprechenden Entwurf vorzulegen hat."

Tirol

Der Tiroler Landeshauptmann Platter (ÖVP) bestätigte, dass in allen Bundesländern laufende flächendeckende Antigen-Tests angeboten werden sollen. Mit den Antigen-Tests folge der Bund nun dem "Tiroler Modell". Das Bundesland führt solche Test bereits durchgehend seit dem 19. Dezember durch. "Dieses Modell hat sich über die Weihnachtsfeiertage in Tirol sehr bewährt. Rund 100.000 Tirolerinnen und Tiroler haben dieses Angebot wahrgenommen", so Platter.

Kärnten

Sein Kärntner Kollege Kaiser (SPÖ) erklärte, dass es den Bundesländern überlassen werden soll, eine gemeinsame Teststrategie mit dem Bund zu koordinieren. Der Schwerpunkte soll unter anderem in einer permanenten Testung von Berufsgruppen liegen. Es solle die Möglichkeit für die Bundesländer geben, "zu überlegen, eine permanente Teststruktur einzurichten". Kaiser teilte auch mit, dass die Massentest, die für 15. bis 17. Jänner vorgesehen waren, um ein Freitesten aus dem Lockdown zu ermöglichen, "möglicherweise fallen gelassen, oder um eine Woche verschoben" werden. Es sei aber auch noch möglich, dass die Tests "zum gewohnten Zeitpunkt durchgeführt werden". Wesentlich sei aber, "dass es danach permanente Testeinrichtungen geben soll".

Oberösterreich

Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) kündigte ebenfalls für sein Bundesland nach dem Lockdown ein freiwilliges und regelmäßiges Testen der Bevölkerung an. Dazu würden dezentrale Angebote ausgeweitet. Gespräche mit dem Städtebund, Gemeindebund und den Einsatzorganisationen seien dazu bereits im Laufen. Die ursprünglich angekündigten Massentests von 15. bis 17. Jänner werden in Oberösterreich nun nicht stattfinden, kündigte Stelzer an. Es werde aber am Wochenende vor Ende des Lockdowns noch einen breiten Anlauf zum Testen geben, um die Öffnung so sicher als möglich zu begleiten.

Burgenland

Noch viele offene Fragen bezüglich einer österreichweiten Teststrategie sah Burgenlands Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ), der Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bei der Konferenz vertrat. Er warf Kurz vor, die Verantwortung "einmal mehr den Ländern zugeschoben" zu haben.


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Kommentare (99+)
d456263da085a2ad3d26fff390b91198
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🤨

Das ufert nun aber wirklich aus. Also ich persönlich blicke nicht mehr durch. Daher werde ich wie bisher meinen Kaffee weiterhin daheim trinken und auch die Musik aus der Konserve hören. Der Einzelhandel ist ohnehin tabu derzeit.
Ein klares Konzept ist hier wohl für niemanden mehr ersichtlich; ich nehme an nicht einmal für die kreativen Köpfe, welche hinter diesem Entwurf stehen.

freeman666
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Eventuell geht es BEVOR Maßnahmen beschlossen werden ausnahmsweise mal miteinander.

jetzt versucht die Regierung endlich GEMEINSAM mit den Ländern eine Strategie vorzubereiten.
Gute Idee!
Wenn es genug vernünftige Kräfte gibt, sollte doch was sinnvolles dabei rauskommen.
Das gegenseitige Augenauskratzen hilft der Bevölkerung wenig.
Also liebe Regierung runter vom hohen Ross, die Opposition muss eingebaut werden, zumindest die SPÖ und die NEOS können mal vernünftig werden (Der Kickl FPÖ trau ich gar nichts zu) - ist aber egal)
Also macht miteinander was, die Bevölkerung ist schon genug gespalten.
Und solchen destruktiven Kräften wie dem burgenländischen Landesrat Leonhard Schneemann soll die PRW mal klarmachen, wer in der SPÖ das sagen hat, denn wenn die Länder eingebunden werden wie jetzt sind solche voreiligen parteipolitisch motivierte Dumpfbackenaussagen einfach nur blöd und wenig hilfreich.
Also MITEINANDER und GEMEINSAM dann klappt es auch mit dem Verständnis in der Bevölkerung.
Setzts euch zu einer meinetwegen Videokonferenz zusammen und kommt erst dann raus wenn ein gemeinsamer tragfähiger Beschluss gefällt ist, zu dem ALLE dann auch stehen müssen.
Unser Feind ist das Virus und definitiv interessiert das Politihickhacker keinen mehr!

ReinholdSchurz
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Es geht nicht mehr um den 🦠

Es geht um die Schadenmaximierung um dann viel Geld aus dem europäischen Notfall Fond ziehen zu können, nur Länder mit annähernd Totalschaden werden profitieren sonst gibt es keine Erklärung mehr für ihr handeln🙋🏻‍♂️

voit60
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Eines muss man der Truppe lassen

Kreativ sind sie beim Erfinden neuer Namen. Viele Länder sprechen von.Verlängerung, wir nun vom Eintrittstesten. Haben wir schon jemals eine lächerliche und peunlichere Regierung gehabt?

jaenner61
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also jetzt lassen sie die kirche im dorf voit60

da waren ihre roten schon viel früher kreativ, oder haben sie das „türl mit seitenteilen“ von ihrem roten faymann schon vergessen? aber es ist halt viel lustiger mit dem finger auf andere zu zeigen....

isteinschoenerName
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ja, voit60, von ALLEN österreischen Reigierungen der zweiten Republik, ...

... die mit der Aufgabe betraut waren, Lösungen zum Umgang mit einer weltweiten Pandemie und deren Folgen zu finden und zu beschließen, ist die aktuelle Regierung mit Sicherheit die peinlichste.

Davon abgesehen war wohl die Kurz-Strache-Kickl-Hartinger-Klein "Ibiza"-Koalition die peinlichste von allen.

Stony8762
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insteinschöner

Von allen öst.Regierungen, die eine Pandemie in den Griff zu bekommen hatten, ist diese die beste, die schlechteste...weil es die einzige ist!

45b7f4c094a1f0cc4c5d7996f0fd980
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@isteinschoenerName: Für den ersten Absatz leider Daumen rot.

Der zweite Absatz ist korrekt, jedoch wurde auch diese Regierung von Kurz so zusammengestellt.
Da könnte man jetzt sagen, "Die Geister die er rief", oder "unter den Blinden ist der Einäugige König". Wennst lauter Pfeifen um dich stellst ist leicht glänzen. Den Schaden hat das Volk.

Balrog206
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Zum

Glück wurde der Schaden noch klein gehalten , man denke erst die Spö ler wären dabei !! Huuu horror Vorstellung , da ist die jetzige ja noch ertragbar !

45b7f4c094a1f0cc4c5d7996f0fd980
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@Balrog206, hast Beweise oder ist das Wunschdenken?

Du bist also mit der Arbeit der Regierung und mit den Ergebnissen zufrieden und glücklich?
Und du bist kein türkiser Parteihöriger?

isteinschoenerName
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@Rot-Weiss-Rot Danke, ich habe NICHT behauptet, dass alles bestens gelöst wurde,

dennoch ist mein erster Satz faktisch richtig, auch wenn er nicht gefällt. ;-)

Es wird halt keine Regierung auf dieser Welt geben, die in dieser Pandemie "alles richtig gemacht" hat, oder doch?
Was rein die Bekämpfung des Infektionsgeschehens angeht, vermutlich China. Aber deren Staatsform wünschen wir uns vermutlich doch nicht?

45b7f4c094a1f0cc4c5d7996f0fd980
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@steinschoenerName, ich würde es nicht so formulieren.

Ihr Ansatz trifft für den März zu. Alles Neu, nicht viel Wissen etc..
Aber für den Herbst trifft das nicht zu. Im Herbst wurden genau jene Fehler gemacht die man schon im März ansprach dies nicht machen zu dürfen.
Die viel zu späte Rechtsgültigkeit des vom VfGH aufgehobenen Epidemiegesetzes (25.9.20) war und ist die Grundlage unserer Probleme. Die Regierung konnte nicht verordnen und musste ersichtlich sinnlos auf Eigenverantwortung setzten, da sie keine andere Möglichkeit hatte. Das hat nichts mit Krise und Pandemie zu tun, das ist eine fahrlässige Unterlassung der Pflichten einer Regierung.
Ebenso ist es unverzeihlich im März schon von den Risikogruppen in Altenheimen zu sprechen und dann erst mit der Covid-19 Schutzmaßnahmenverordnung gültig ab 3.11.2020 !!!!!!! erstmalig eine Testpflicht in Altenheimen zu verordnen. Das sind Fehler, die Menschenleben kosten, die nicht aus Unwissen oder durch die Neuartigkeit des Virus entstehen. Von weiteren Unsinnigkeiten die nur Zeit und Geld kosteten (Corona-Ampel, Corona-App) will ich gar nicht sprechen. Das ist eine unverzeihliche Unfähigkeit, wichtige und wirksame Maßnahmen zu setzten. Daher ist für mich auch ihr erster Absatz nicht zutreffend.
Sie sehen heute gerade was sich schon wieder in Österreich abspielt. (Auch in Deutschland, aber man soll keine schlechten Beispiele heranziehen). Wir haben dzt. genauso viele Impfdosen gebunkert, wie wir für die Alten und Pflegeheime benötigen würden. Wer und wo wird geimpft?

9956ebjo
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isteinschoenerName

Da gäbe es noch Nordkorea, die haben glaub ich keinen einzigen Corona-Fall?

Schwoazasteira92
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Coronoia

Also hat das Kind einfach nur einen anderen Namen. Statt Freitesten eben Eintrittstesten.

menatwork
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@nur einen anderen Namen

Nein, das könnte schon etwas anders laufen, nämlich auf Basis gesicherter Erkenntnisse statt Willkür.

Dazu braucht es nur zwei Dinge: eine bedarfsgerechte Infrastruktur für freiwillige Tests ohne überschießende Datenverarbeitung und -speicherung und eine Definition für die notwendigen Zutrittstests, die gesicherten Fakten entspricht, also maximal 24 Stunden alt, besser aber kürzer.

Man wird hoffentlich in Kürze auch was aus der Steiermark hören, die fehlt nämlich in obiger Aufstellung, da könnte man als steirische Zeitung mit direktem Draht einfach mal nachfragen.

tannenbaum
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Vielleicht

sollte man besser zügig Impfungen anbieten! Die Sinnlostests kann sich Kurz in Haare schmieren!

Luger13
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Föderalismus ade !

Wie der Bericht zeigt, kocht jedes Bundesland nur sein eigenes Süppchen. Dass der Kärntner Landeshauptmann meinte, es solle den Bundesländern „die Möglichkeit gegeben werden, zu überlegen, eine permanente Teststruktur einzurichten" , sagt alles . „Gedanken sind frei“ lautet schon ein altbekanntes Volkslied . „ Tun " ist also dringend angesagt , und zwar alle zugleich! Wenn selbiger Landeshauptmann will, dass es den Bundesländern überlassen bleiben möge, eine gemeinsame Teststrategie mit dem Bund zu koordinieren, sollte es doch eher der Bund versuchen, sämtliche Bundesländer zu koordinieren!

PiJo
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jedes Bundesland nur sein eigenes Süppchen

Da sieht man wenn vom Bund keine klaren nachvollziehbaren und gesetzeskonformen Verordnungen erlassen werden wohin das führt. Wie sollte das in Europa funktionieren wenn es im kleinen Österreich nicht möglich ist einheitlich zu agieren.
Jedes Land verdient die Politiker die es gewählt hat .
Verantwortung übernehmen heisst auch Fehler einzugestehen und aus Fehlern zu lernen nicht den Schwarzen Peter hin und her zu schieben.
Aber für diese schwachen Leistungen werden unsere Politiker zu gut bezahltund wollen aber mit aller Macht am Trog bleiben.
Deshalb is aussitzen angesagt, der Wähler vergisst ja schnell.

GordonKelz
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HALLOOOOO......Wir haben die IMPFUNG....

Ist das noch nicht angekommen?!
Gordon Kelz

ReinholdSchurz
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Schön wärs aber die EU hat’s verbockt 🥺

Ich glaube nicht das wir Österreicher oder die EU rasch zu dem dringend benötigten Impfstoff kommen, obwohl in Deutschland entwickelt ist Pfizer eine US Amerikanische Firma und das zeigt bereits wo der Impfstoff zuerst hin geht sicher nicht in die EU🤧

Autschal
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Sofern in ausreichender Zahl verfügbar.

Sogar in Deutschlaqnd streitens schon, dass alles über die EU abgeschlossen wurde. Ein teils deutsches Produkt über die EU beziehen. Ein Affront. Kommt dem gleich, wenn ein Bayer nach Brüssel fahren müsste, um einen BMW zu kaufen..

voit60
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Blödsinn

Es sind seit dem 27.Dez. "schon" 6.000 geimpft worden. Über 50.000 müssen dann ja wohl noch tiefgefroren wo lagern. Hauptsache der Kurz war mit am BILD am 1. Tag.

Autschal
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geb dir recht voit60

6000 in 10 Tagen ergibt je Bundesland ca. 70 Impfungen am Tag (kärnten ausgeschlossen, da dies ja erst heute beginnt). Somit sind nicht einmal die ersten 10000 Dosen verimpft worden, welche am 26.12. mediengeil angeliefert wurden. Für Israel wäre das ein Auftrag von wenigen Stunden gewesen. Aber Gott sei Dank sind wir nicht alleine. Auch bei den so perfekten Deutschen läuft lt. heutigem Morgenmagazin im ARD sehr viel schief. Auch hier wird trotz vorhandensein der Impfdosen zu wenig geimpft. Zumindest sind die Deutschen draufgekommen, dass man mit einem Fläschchen anstatt der angewendeten 5 Spritzen sechs aufziehen kann und dies lt Gesundheitsminister Spahn auch so ausgeführt werden darf. Die sechste Dosis wurde bislang entsorgt.

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