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Corona-ImpfungGroßbritannien lässt AstraZeneca-Impfstoff zu

Damit steht nach der Biontech/Pfizer-Vakzine in dem Land ein weiteres Präparat zum Impfen bereit.

© AFP
 

Großbritannien hat den Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns AstraZeneca zugelassen. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel habe dem heimischen Vakzin eine Zulassung erteilt, gab das Gesundheitsministerium am Mittwoch bekannt. Das Mittel hatte in Studien eine geringere Wirksamkeit aufgewiesen als der bereits zugelassene Impfstoff von Biontech/Pfizer, kann allerdings bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden und ist günstiger.

In Großbritannien sollen bereits am 4. Jänner die ersten Impfungen stattfinden, wie Gesundheitsminister Matt Hancock mitteilte. Es sei "brillant, das Jahr 2020 mit einem solchen Moment der Hoffnung zu beenden", so Hancock.

Großbritannien ist damit das weltweit erste Land, das den Oxford-Impfstoff zugelassen hat. Die behördliche Bestätigung ist ein willkommener Schub für AstraZeneca und das Oxford-Team, denen mangelnde Klarheit über die Ergebnisse von Studien im Spätstadium vorgeworfen wurde. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hält dagegen eine Zulassung des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca in der Europäischen Union schon im Jänner für unwahrscheinlich.

AstraZeneca kommt in Österreich als Impfstoff spätestens ab dem 2. Quartal 2021 zum Einsatz.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober

Auch in Österreich soll das Vakzin zum Einsatz kommen. "Wir sind von Anfang an von einer Zulassung im Februar 2021 ausgegangen", sagte dazu Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstag gegenüber der APA. "Danach haben wir auch unsere Impfstrategie ausgerichtet. AstraZeneca kommt als Impfstoff spätestens ab dem 2. Quartal 2021 zum Einsatz", so der Ressortchef. In dieser Phase solle der Impfstoff wie angekündigt für die breite Bevölkerung in Österreich ausgerollt werden. Der stellvertretende EMA-Direktor Noel Wathion hatte zuvor am Dienstag erklärt, AstraZeneca habe "noch nicht einmal einen Antrag bei uns gestellt".

Das Vakzin soll nach den ersten Studiendaten im Mittel einen 70-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten. Bei spezieller Dosierung könnte die Wirksamkeit dem Konzern zufolge womöglich noch deutlich höher liegen. Zeitweise waren Zweifel am Studiendesign und der hohen Wirksamkeit des Impfstoffs aufgekommen. Der schwedisch-britische Konzern hatte daher zusätzliche Untersuchungen durchgeführt. Anders als die Vakzine der Mainzer Firma Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den mRNA-Impfstoffen.

Der von AstraZeneca eingesetzte Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger SARS-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern - beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Großbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Beinahe 80.000 Menschen sind dort bereits mit oder an Covid-19 gestorben. Die Zahl der Neuinfektionen nahm zuletzt drastisch zu. Am Dienstag wurden 53.000 neue Fälle gemeldet.


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Kommentare (16)
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Hazel15
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Bekannte Nebenwirkungen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs nach Studie

Schmerzen an der Impfstelle: 66 bis 83 Prozent der Probanden
Müdigkeit: 34 bis 59 Prozent der Probanden
Kopfschmerzen: 25 bis 52 Prozent der Probanden
Muskelschmerzen: 14 bis 37 Prozent der Probanden
Schüttelfrost: 6 bis 35 Prozent der Probanden
Gliederschmerzen: 9 bis 22 Prozent der Probanden
Durchfall: 8 bis 12 Prozent der Probanden
Fieber: 11 Prozent der älteren Probanden, 16 Prozent der jüngeren Probanden -
Von Ende Juli bis Mitte November wurden 44.820 Probanden untersucht, die Ergebnisse wurden im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Rund die Hälfte der Testpersonen erhielt den Impfstoff zweimal, der Rest ein Placebo ohne Wirkung.

Lodengrün
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Eigentlich

nur das was wir spontan jetzt wissen. Die zweite Impfung soll ebenfalls Begleiterscheinungen zeigen. Eine Langzeitstudie gibt es gar nicht. Hauptsache man beschäftigt sich wie wir zum Impfzwang kommen. Aber alle die Bedenken haben, und das sind nicht wenige, müssen ein "Pipperlhirn" haben. Ich bemerke die Leute die Fragen, die sich sorgen, sind nicht von Haus aus Impfgegner.

checker43
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Listen

Sie mal die möglichen Nebenwirkungen von Covid-19 auf. Begonnen von Müdigkeit noch Wochen nach der Infektionen, tagelang 40 °C Fieber bis zu Schlauch in der Lunge und Tod (auch bei gesunden 41-jährigen Kongressabgeordneten in den USA). Der Vergleich macht sicher.

ReinholdSchurz
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Alternativ Impfstoff 💉

Ich bin für den Zukauf von Sputnik V bevor ich mich von einem in England produzierten Impfstoff impfen lasse ist mir der russische tausendmal lieber🥂💉👍

harri156
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70 % Schutz genügt für den Österreicher

Immerhin müssen die Pflegeheime für die nächste Generation geräumt werden.

d456263da085a2ad3d26fff390b91198
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Geht's noch?!

scionescio
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„ Es sollen zwei Dosen im Abstand von vier bis zwölf Wochen pro Person verabreicht werden“

Bei der Studie wurde durch einen Produktionsfehler (die Ampullen waren nur zur Hälfte befüllt!) ein Teil der Probanden bei der ersten Impfung nur die halbe Dosis verabreicht.
Als man sehr spät den Fehler bemerkte, hat man nicht etwa den Test mit der vorgesehenen Dosis wiederholt, sondern kurzerhand das Testdesign passend abgeändert um ja keine Zeit im Wettlauf mit den Mitbewerbern zu verlieren und damit um das große Geschäft umzufallen - wissenschafftlich gesehen eigentlich eine Todsünde!
Bisher waren immer Langzeitstudien Teil der Zulassung, um Spätfolgen so gut wie möglich auszuschließen - diese Strategie hat sich bisher bestens bewährt und dazu geführt, dass bei den nach diesen Verfahren getesteten Impfstoffen die Impfschäden in einem absolut vernachlässigbaren/schicksalhaften Bereich liegen (1: 10Mio) - da man die Zeit nicht beeinflussen kann, hat man jetzt erstmals darauf verzichtet!
Ich verstehe die Notsituation, aber da die Impfstoffe ja in erster Linie nur den Krankheitsverlauf abmildern und nicht die Übertragung verhindern, halte ich dieses Vorgehen für bedenklich- vor allem, weil man sich vor COVID-19 zu einem großen Teil auch selbst schützen kann und vor allem beim Schutz der Risikogruppen viel zu spät und viel zu wenig von staatlicher Seite unternommen wurde - da sehe ich noch viele unausgeschöpfte Möglichkeiten!

menatwork
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kurzerhand das Testdesign passend abgeändert um ja keine Zeit im Wettlauf mit den Mitbewerbern zu verlieren

Da argumentieren Sie ein bisschen unfair, es wurde nicht nachträglich abgeändert und Ergebnisse umgedeutet. Sondern auf Basis der kleinen Gruppe mit der geringeren Dosierung wird eine neue Studie mit ausreichend Probanden gemacht, weshalb diese Ergebnisse auch noch nicht vorliegen können, folglich auch kein Antrag auf Zulassung in der EU gestellt werden kann.

Eigentlich ist das kein Grund zur Beunruhigung, im Gegenteil - dauerts halt länger und sofern dann die Zulassung durch die EMA erfolgt, ist dieser Impfstoff jedenfalls genauso gut geprüft und wirksam wie der bereits zugelassene.

Dass massiv um Vorsprung und größere Anteile am Kuchen gerungen wird, sieht man auch an der Eile, mit der jetzt die Produktion des Pfizer-Impfstoffs erhöht werden und um jeden Preis eingekauft werden soll.

Ich persönlich wäre für sofortige und allen Ländern zugängliche Lizenzierung aller zugelassenen Impfstoffe - durchaus unter Abgeltung von moralisch vertretbaren Gewinnansprüchen - um den Drive des Spekulationskapitals da raus zu nehmen.

VH7F
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Auf die Briten ist Verlass,

bis zur Urlaubssaison sind die immun und wieder unterwegs ;-)

Hazel15
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Bis zur Urlaubssaison immun

Bei dem Tempo, wie die Impfung momentan vorangeht, ist man frühestens in fünf Jahren fertig!!! Das ist die Realität. Das wäre dann die Urlaubssaison 2025.

scionescio
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@VH7F: es sollte sich schon herumgesprochen haben, dass die Impfung nicht immunisiert, sondern nur den Krankheitsverlauf abmildert...

... und nach aktuellem Wissensstand wird auch die Übertragung der Viren nicht verhindert.

VH7F
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Das heißt dann ewiger Lockdown,

weil die Nichtgeimpften weiterhin alle krank werden (wollen)? Zum Tempo: Israel will nächste Woche 150.000 pro Tag impfen? Die Briten werden da deutlich schneller sein.

Expat
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@scionescio: Das werden diese Covid Hysteriker

und Impffanatiker nie verstehen, da nicht fähig sinnerfassend zu lesen, das Gelesene zu verstehen und obenauf auch noch Beratungsresistent.

margitarmin
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@Expat: Ich gebe Ihnen zu 100% recht!

Die m.M. sehr richtigen Kommentare von scionescio mehrheitlich negativ zu bewerten sagt mir folgendes: Entweder haben sich diese Menschen durch die Einsamkeit und Lockdowns im Jahr 2020 um den Verstand gesoffen oder es waren bezahlte Trolle!
Anyway: Einen Weg aus dieser Krise wird es m.E. nur durch Medikamente wie etwa Molnupiravir geben.

checker43
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Die

Medikamente sind für bereits Erkrankte, damit kommen Sie nicht aus der Krise, Sie reduzieren nur die Todeszahlen, aber nicht die Infekte und Hospitalisiertenzahlen.

Mein Graz
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@margitarmin

Zur Richtig- oder Unrichtigkeit der Kommentare von @scionescio gebe ich kein Statement ab.

Klar wäre es schön ein Medikament gegen das Virus zu finden. Ob das Molnupiravir sein kann wird die Zukunft weisen, denn was bei Frettchen funktioniert muss nicht unbedingt auch für den Menschen passen.