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AusgangsperrenListe der "roten Regionen" in Italien wird immer länger

Nach Toskana und Kampanien sollen auch in den Abruzzen restriktivere Maßnahmen in Kraft treten. In den "roten Regionen" müssen die Menschen weitgehend zu Hause bleiben.

© (c) AP (Alessandro Pone)
 

Die Liste der italienischen Regionen, die zur "roten Zone" mit einem Teil-Lockdown erklärt werden sollen, verlängert sich. Nachdem am Sonntag ein "Mini-Lockdown" in der Toskana und in Kampanien in Kraft getreten sind, sollen jetzt ähnliche Maßnahmen auch in der mittelitalienischen Apennin-Region Abruzzen in Kraft treten, berichteten italienische Medien. Hier war zuletzt ein starker Anstieg der Infektionszahlen gemeldet worden, die Krankenhäuser sind unter Druck.

In der süditalienischen Region Basilikata wurde die Schließung aller Schulen bis zum 2. Dezember angeordnet. Die Schulen werden Fernunterricht anbieten. "Unser Ziel ist, den Reproduktionsfaktor so schnell wie möglich zu drücken", sagte der Präsident des Obersten Gesundheitsinstituts CTS, Franco Locatelli. Er reagierte damit auf den Unmut seitens der Präsidenten einiger Regionen, die die restriktiven Anti-Covid-Maßnahmen mit Ausgangssperren und Schließung der Geschäfte als zu streng betrachten.

In den "roten Regionen" müssen die Menschen weitgehend zu Hause bleiben. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen. Bars, Restaurants und fast alle Geschäfte mit Ausnahme von Supermärkten und Apotheken sind geschlossen. Um die rasante Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat die italienische Regierung eine landesweite nächtliche Ausgangssperre verhängt und die Regionen in drei Risikostufen unterteilt, in denen abhängig von der Infektionslage unterschiedlich strikte Maßnahmen gelten. Es gibt rote, orangefarbene und gelbe Regionen.

Die Italiener rätseln inzwischen wie es wohl über die Weihnachtsfeiertage und über Neujahr aussehen wird. "Alles hängt von der Entwicklung der Epidemiekurve ab. Wir werden einen Beschluss vor Ablauf der letzten Verordnung am 3. Dezember ergreifen", betonte Regionenminister Francesco Boccia. Fest stünde, dass die Italiener Weihnachten im engsten Familienkreise feiern werden.

Noch unklar ist, ob die Shops in den "roten Regionen" in der Adventzeit wieder öffnen werden. Der Konsumentenschutzverband Codacons rechnet mit einem Konsumrückgang in den Wochen vor Weihnachten von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies würde für den Handel Einnahmenverluste in Höhe von 8,55 Milliarden Euro bedeuten.

In Rom und Turin gingen am Sonntag Demonstranten auf die Straße, um gegen die Anti-Covid-Maßnahmen der Regierung von Premier Giuseppe Conte zu demonstrieren. Circa 300 Personen versammelten sich unangemeldet auf der zentralen Piazza Venezia - auch Aktivisten der Protestbewegung "orange Westen" und einige Hooligan-Gruppen. Einige Personen wurden festgenommen. In Turin wurden zwei Personen von der Polizei abgeführt -, nachdem sie sich geweigert hatten, Mundschutz zu tragen und sich auszuweisen.


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